
Gasaustausoh in Frage. Ich erinnere hier an die Copepoden, wo hauptsächlich das erste freie Thoraxsegment die Atmung
besorgt. „Dato spricht die Beobachtung, daß die Leibesflüssigkeit sich hauptsächlich in diesem Segment angehäuft findet
und zwar in unmittelbarer Nähe der Körperoberfläche. Setzt man die Krebschen in ganz dünne Methylenblauläsung, so
bleibt der ubnge Körper farblos, nur dieses eine Segment nimmt tiefblaue Färbung an, was auf reichliches Vorhandensein
von Sauerstoff deutet“ (R. He s s e , 1910).
Es würde durch die Farbmarlrierung natürlich zu leicht ein allzugroßer Teil des winzigen Milbenkörpers von der
Hautatmung ausgeschlossen, und dadurch könnte die Vitalität der Versuchstiere zu stark herabgesetzt werden, so daß
brauchbare Resultate nicht mehr zu erwarten wären. Auch wäre bei dem winzigen Objekt bei den verschiedenen Versuchstieren
eine einigermaßen gleiche Markierung kaum möglich. In dem einen Falle würde ein sehr großer, in dem ändern
” n WMUger großer Teil der Haut der Atmung entzogen, so daß man also nicht einmal Aussicht hätte; relative Vergleichs-
Zahlen zu gewinnen. Jedenfalls habe ich diese Methode nicht benutzt, doch glaubeioh auch, daß mein Weg, der allerdings
meist keine absolut sicheren Zahlen für die Lebensdauer bietet, für unser hier in Frage stehendes Problem ausreichend
brauchbare Resultate gibt.
Die Methode, wie ich die Lebensdauer der<J auf der Kugel bestimmte, war folgendermaßen:
Es wurde jedesmal angenommen, daß das erstgeborene g auch zuerst stirbt (in der Tabelle mit f
bezeichnet) oder abwandert von der Kugel (in der Tabelle mit W bezeichnet), ferner, daß das zweit
geborene g auch an zweiter Stelle stirbt oder, abwandert usw. Zweifellos wird ein später geborenes g
m einigen Fällen auch einmal früher abwandern als die vor ihm geborenend. Wenn auch für diese
Fälle die Lebensdauer in Wirklichkeit kürzer ist als die in der Tabelle dafür angegebenen Zahlenwerte,
so werden ja die Zahlenwerte für die früher geborenend in diesen Fällen in WirÜchkeit größer
sein als die in der Tabelle angegebenen Werte. So findet dann gewissermaßen ein Fehlerausgleich
Ta
Zahl der
' à l-<? 2-<? 3 -4 4.<? 5- 6-<?
1,55......... 6 8 Tg. WL 11 Tg. WL 14 Tg. W 21 Tg. W * 19 Tg- w t 15 Tg. W t
§¡8 • • • 3 9 „ WL 9 „ w 13 „ K*
III>5 . . . . 6 8 1 w t 15 1 w 21 » w 19 „ Wt 24 » w t IVüg . . . 2 „ Wt ; 5. 3 » w 4 I w 9 „ w 16 h W 9 „ K t
V g g ............ 3 3 , WL 8 „ WL i 18 Wt
n riB . . . 5 | 16 1 K t 15 » w 22 „ K t 21 „ K t 13 n K t
VHIgg . . . . 5 9 „ w 11 i w 17 » w 12 „ K* 10 „ K*
I X * ............ 5 6 „ w 7 1 w 6 » K* 4 „ K* 4 ,. K* x2 5 ............ 7 6 I w 6 i w t 7 » WL 9 „ W 16 „ w 19 „ K t X Ig g ............... 1 10
x n 2 5............ 9 24 1 w t 26 „ K t 24 , K t 22 I. K t 21 1 K t 21 „ K t
x i i l * ............ 6 23 1 w 25 „ K t 24 „ K t 21 ., K t 15 1 K t 10 1 K t w E B m ......... 5 16 1 w 19 1 K t 16 „ K 11 H K t 7 „ K t
XVIII.,5 ............... 2 12 w 30 1 K t
XIX.,- . . . . . 4 16 » w 6 | w 4 „ w 10 1 K*
XXgg . . . 14 5 1 w 6 » w 4 „ w 4 „ W 3 „ w 5 „ W
XXI2 5 ............... 5 7 WL 32 „ K t 29 » w* 28 „ K* 21 „ K*
XXII2 5 ............ 4 8 1 w 8 » w 16 1 WL 18 H K t
J 33 . . . . 1 18 1 K t
m
statt. Im übrigen glaube ich nach meinen Beobachtungen über die Lebensweise des <$ (vergl. auch
p. 61), daß diese Abweichungen durchaus nicht so häufig und so bedeutend sind, daß sie den
Wert der Zahlen in unserer Tabelle Nr. 7 stark beeinträchtigen.
In Tabelle 7 bezeichnet neben den oben angeführten Zeichen: K = auf der Kugel sitzend,
* ;== lebend, L | | | im Leimring gefangen. Die fettgedruckten Zahlenwerte in der Tabelle sind absolute
Zahlenwerte. Sie geben also mit Sicherheit genau die Dauer des Verbleibens des <$ auf der Kugel an.
Ein Blick auf die Tabelle genügt, um darzutun, daß die <$ normalerweise recht lange auf der
Kugel leben. Daten von 6—8 Tagen sind gar keine Seltenheit, häufig werden sogar weit größere
Zahlen beobachtet. Mehrfach konnten 20 Tage als Lebensdauer auf der Kugel objektiv festgestellt
werden. Nach unserer Tabelle war die Höchstzahl 32 Tage bei XXI25, 2.<j; dann 30 Tage bei XVIII25,
2. (?. In beiden Fällen wanderte das nicht ab, sondern starb auf der Kugel.
Da die $ nicht länger als 24 Stunden Hunger ertragen können (vergl. Kapitel Hunger p. 57),
so ist die Annahme, daß die $ zeit ihres Lebens keine Nahrung aufzunehmen brauchen, völlig hinfällig
geworden, und es bleibt somit keine andere Erklärung möglich, als daß die $ parasitisch auf
ihrer eigenen Mutter leben. Diese Angabe findet sich zuerst bei B r ü c k e r (1901). Der Fall, daß
die parasitisch auf ihrer eigenen Mutter leben, ist so ungeheuerlich und sonderbar, wenn auch nicht
einzig dastehend in der Tierwelt, daß ich es der Mühe wert hielt, diese Angaben B r ü c k e r s , die
auch durch die oben angeführten Gedankengänge und Beobachtungen bald notwendig geschlossen
werden müssen, näher nachzuprüfen.
belle 7.
s.<? 9:<J 10. 11- 12. £ 13. i4. è
8 Tg. Kf?
10 „ K t ; 8 Tg. K t 5 Tg. K t
4 „ W 6 „ W 6 „ K * 6 Tg. K * 6 Tg. K * 5 Tg. K * 5 Tg. K * 5 Tg. K *