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A. Das Thorakalskelett............................................................................................................................................ 52
1. Die H a lsr eg io n ............................................................................................................................................... 52
2. Der P r o th o r a x .............................................................................................................. 53
3. Der Mesothorax............................................................................................................................................... 57
4. Der Metathorax............................................................................................................................................... 57
B. Die Thorakalmuskulatur.................................................................................................................................... 59
1. Intersegmentalmuskeln zwischen Kopf und Prothorax............................................................................ 70
2. Segmentalmuskeln des P ro tho ra x .......................................................................................................... • ‘1
3. Intersegmentalmuskeln zwischen Pro- und Mesothorax............................................................................ 73
4. Segmentalmuskeln des M e so th o ra x .......................................................................................................... 74
5. Intersegmentalmuskeln zwischen Meso- und Metathorax • • 77
6. Segmentalmuskeln des M e ta th o ra x ..................................................................................... 78
7. Intersegmentalmuskeln zwischen Metathorax und A bd om en ................................................................ 80
C. Die Mechanik des Thorax • • • 51
1. Die Bewegung des Komplexes Kopf-Prothorax......................................................................................... 52
2. Die Bewegung der H ü f t e n ..................................................................... • 53
3. Die Bewegung der F l ü g e l ............................................................................................................................ 54
D. Allgemeines zur Morphologie des Thorax......................................................................................................... 58
V. Das A b d om e n .......................................................................................... ...................................................... • • 57
VI. Der D a rm ........................................................................................................................... 100
A. Der Ö so p h a g u s......................................................................................................................................................... 150
B. Der M a g e n ............................................ 100
C. Der D ü n n d a rm .........................................................................................................................................................156
D. Der En d da rm .............................................................................................................................................................1° 7
VII. Die Speicheldrüsen...................................................................................................... • • • 155
VIII. Zusammenfassung ............................................. H l
IX. Literaturverzeichnis.................... H4
X. Erklärung der Abkürzungen...................................................................................... 116
XI. Tafelerklärungen...............................................................................................................................................................H5
I. Einleitung.
Die vorliegende Arbeit verdankt ihre Entstehung Anregungen, die von Herrn Prof. Dr. E. S c h a f f n i t ausgingen
und stellt ein Glied in der Kette der ausgedehnten, auf die pflanzlichen Virus- (Mosaik-) Krankheiten bezüglichen
Untersuchungen dar, die im Institut für Pflanzenkrankheiten zu Bonn z. T. im Gange sind, z. T. schon
abgeschlossen vorliegen; sie soll die theoretischen Grundlagen für weitere, „angewandte“ Arbeiten liefern.
Im Rahmen jener Untersuchungen erwies es sich von Anfang an als wünschenswert, eine Bearbeitung der
Darmanatomie der hauptsächlichsten Überträger der Mosaikkrankheiten, der Blattläuse, zu besitzen, eine Bearbeitung,
die auch auf die feineren, von den seitherigen Beobachtern beiseite gelassenen Einzelheiten sich erstrecken
und so ein klareres Bild nicht nur vom Saugvorgang, sondern auch von den weiteren Funktionen der Verdauungsorgane
begründen sollte als das, das uns die Literatur an die Hand gibt.
Zur dringenden Notwendigkeit und unentbehrlichen Voraussetzung wurde eine derartige Bearbeitung aber
dann, als die von S c h a f f n i t und mir unternommenen histologischen Untersuchungen an mosaikkranken Pflanzen
bei der Rübe zu einem Resultat führten, das den Ergebnissen der in ähnlicher Richtung tätig gewesenen amerikanischen
Autoren gegenüber ein völlig neues Bild ergab und die Vermutung nahelegte, es möchte sich bei den Erregern
der Mosaikkrankheiten der Pflanzen im Gegensatz zu den herrschenden Anschauungen m i n d e s t e n s
t e i l w e i s e um mikrotechnisch wohl erfaßbare Formen, vielleicht sogar um Protozoen, handeln, deren Lebenszyklus
zu verfolgen eine höchst reizvolle Aufgabe bilden müßte.
Was an Ergebnissen der genannten Untersuchungen bis jetzt vorliegt, wurde von S c h a f f n i t und We b e r
als kurze Mitteilung in den „Forschungen auf dem Gebiet der Pflanzenkrankheiten und der Immunität im Pflanzenreich“
*) bereits publiziert, an dieser Stelle mag es daher genügen, zu erwähnen, daß sich in den Phloemzellen der
Blattadern mosaikkranker Rüben Fremdkörper feststellen ließen, deren Form, Färbbarkeit und Struktur auf Organismennatur
hinwiesen und deren wechselndes Aussehen in verschiedenaltrigen Blättern die Vermutung einer Entwicklung
und Vermehrung nahelegte.
In derselben Mitteilung wurde auch schon darauf hingewiesen, welch wichtige Rolle die Blattläuse, in erster
Linie die auf dem Spindelbaum überwinternde schwarze Blattlaus Aphis fabae bei der Übertragung gerade der Mosaikkrankheit
der Rübe spielen. Künstliche Infektionen glückten bis jetzt hier im Gegensatz zu anderen Mosaikkrankheiten,
z. B. des Tabaks und der Tomate, nicht (vgl. B ö n i n g 1926) außer auf dem Weg der Infiltration von Preß-
saft solcher Läuse, die an mosaikkranken Pflanzen gesogen hatten. Es scheint also, wenn man von gelungenen
Übertragungen durch Transplantation kranker Rübenkörper an gesunde absieht (B ö n i n g p. 99/100), daß zur Infektion
die Mitwirkung des lebenden Organismus der Blattlaus notwendig ist, mit anderen Worten, daß, ähnlich
wie bei der Malaria, dem Gelbfieber und anderen Infektionskrankheiten der Humanmedizin die Tierpassage für die
Weiterverbreitung der Krankheit Vorbedingung, ein Wirtswechsel für die völlige Erfüllung des Lebenskreises des
Parasiten notwendig is t2).
Diese beiden Ergebnisse, die vermutliche mikrotechnische Erfaßbarkeit des Erregers und die Notwendigkeit
der Mitwirkung der Laus bei der Übertragung der Krankheit mußten in gerader Linie auf die histologische Untersuchung
solcher Blattläuse hinführen, die an mosaikkranken Pflanzen gesogen hatten. Voraussetzung für solche
Arbeiten, die gegebenenfalls zu einer Feststellung des Erregers im Körper der Laus führen sollten, war aber genaueste
Kenntnis der gröberen und feineren Anatomie des Darms und der Speicheldrüsen der Laus. Was aus der
Literatur in dieser Richtung entnommen werden konnte, erwies sich als völlig unzureichend, gerade die feineren,
.*) Heft 4. Gustav Fischer, Jena. 1927.
2) Gelungene Infektionen durch Transplantation können an dieser Behauptung so wenig ändern wie eine Übertragung der Malaria
durch Bluttransfusion. Es handelt sich hier um das naturgemäße Verhalten des Erregers.