
wurzelstück dient also einerseits der Verbindung des Analteils des Flügels mit dem Notum, andererseits
durch Vermittlung des Mittelgelenkstücks Ax2 der Verbindung des Analfelds des Flügels mit
dem Costalfeld.
Im ganzen, mit Ausnahme des ungewöhnlichen Bogenstücks und, damit zusammenhängend,
des Fehlens eigentlicher Pleuralgelenkstücke, verhalten sich die Flügelgelenkstücke in ihren gegenseitigen
Beziehungen und in ihren Beziehungen zu den Skeletteilen des Stammes fast typisch, wie ein
Vergleich der untenstehenden Risse mit denen von p. 64 zeigt. Der Mangel eines Vermittlungsstücks
erklärt sich aus der Aderarmut des Aphidenflügels.
T a b e l l e IV : G r u n d r i ß d e s r e c h t e n V o r d e r f l ü g e l g e l e n k s v o n A p Ä i s.
Tergalarm
Praescutum —
Scutum
Scutellum
Tergalhebel a
Tergalspalt J
Tergalhebel b
Sehnenkappe
vorderes
Tergalgelenkstück
Tegula
Costa
M I
Subcosta
Mittelgelenkstück
hinterer Ge-
Ienkfortsatz -------------------- Analwurzelstück
Ligament ---------------------
Radius + Media + Cubitus
Analis
Hinterrand
T a b e l l e V: A u f r i ß d e s V o r d e r f l ü g e l g e l e n k s v o n A p h i s .
Praescutum Scutum Scutellum - Postnotum
x Vorderrand vorderes Analwurzeldes
Flügels Tergalgelenk- stück
stück (Axj) (Ax3)
\ ■ m m
Pleural Mittelgelenkbogenstück
stück (Ax2)
Praeepi- Poststernum
Episternum
Lateropleurit Pleuralleiste
Hüfte
De?. M e s o t h o r a x a l s G a n z e s betrachtet zeigt eine, aus der Bevorzugung der Vorderflügel
verständliche reiche Gliederung und hat einen entsprechend großen Umfang. Im Bau der
Tergalregion gibt es nur wenig, was vom Typischen, vom Grundschema des geflügelten Segments
abweicht (die Naht Na, die Form der V-Leiste). Die Pleura hingegen zeigt in der Aufteilung des
Episternums und dem Zurücktreten des Epimerums Besonderheiten, während das Sternum relativ
einfach ist. An ihm fällt das Fehlen poststernaler Teile ( S n o d g r a s s 1927 a) auf.
Die Annäherung des Mesothorax der Aphiden an den Grundtyp fällt besonders ins Auge, wenn
man ihn mit dem Mesothorax von Cicada vergleicht. Hatte man beim Vergleich des Kopfs von Aphis
und Cicada den Eindruck, daß beide in der Entwicklungshöhe nicht oder kaum verschieden sind,
so zeigt der Mesothorax, daß Cicada weit mehr als abgeleitete Form betrachtet werden muß. Vor
allem fällt auf, daß das Mesotergum der Cicaden die pleuralsternalen Partien an Größe bei weitem
übertrifft (B e r 1 e s e 1. c. p. 184, Fig. 184/5). Diese Vergrößerung erstreckt sich auch auf das Post-
phragma, das (Sno dgr a s s 1927 b) als riesige Platte vom Hinterrand des Postnotums nach vorn
unten geht. Die eigentümliche Lagerung des Phragmas und überhaupt die Umbildung des Meso-
tergums, die nicht nur in einer allgemeinen Vergrößerung, sondern auch in einer auffallenden Ausdehnung
des Praescutums nach hinten und einer starken Aufwölbung des Scutellums bestehen,
müssen offenbar in ursächlichem Zusammenhang mit der eigentümlichen Ausbildung des lateralen
dorsalen Längsmuskels (II dlm2, S n o d g r a s s , B e r l e s e , s. p. 77) stehen. Da dieser Muskel
die dorsoventralen indirekten Flugmuskeln (II dvnq, 2) zum Teil ersetzt, sind diese bei Cicada
relativ viel schwächer als bei Aphis, ihre Ansatzstellen, die pleuralsternalen Partien, können also
auch weniger flächig entwickelt sein. Diese Eigenschaften der Muskulatur sowohl wie des Skeletts
sind offenbar sekundärer Natur.
Daß der Tergalarm und die postnotal-epimerale Verbindung (von B e r l e s e als Verbindung
des Tergums mit dem Sternellum betrachtet) bei Cicada wie bei Aphis wohl entwickelt ist, sei hier
noch erwähnt, außerdem, daß die Aufspaltung des Episternums weniger klar zum Ausdruck kommt,
wie denn überhaupt die Pleuren von Cicada noch eingehender Untersuchung wert wären, da B e r -
1 e s e s Deutungen nicht ohne weiteres angenommen werden können. Die Naht z. B., die das Episternum
wie das Epimerum in einen oberen und unteren Abschnitt teilt und die Ber l ese als pleural-
sternale Grenznaht nimmt, dürfte sicher anders zu deuten sein.
4. D e r M e t a t h o r a x .
Der Metathorax ist wesentlich schwächer entwickelt als der Mesothorax, sogar, entsprechend
der geringen Bedeutung der Hinterflügel für den Flug, in der Größe reduziert. Die einzelnen Regionen
weisen dementsprechend eine weit weniger ausgesprochene Gliederung auf als die des Mesothorax,
zeigen aber im Prinzip doch gleiche, spezifische Merkmale.
a) Das Tergum (Abb. 1, 3, 4, 18).
Das Mesotergum läuft als relativ schmales Band hinter dem Mesopostnotum quer über den
Rücken und legt sich mit seiner Vorderkante eng an die Hinterwand des Mesopostphragmas, in dieses
ohne Naht übergehend. Die Segmentgrenze liegt im tiefsten Teil der das Phragma bildenden Falte
( S n o d g r a s s 1927 a).
Äußerlich ist von einer Teilung in Praescutum, Scutum und Scutellum nichts zu erkennen, man
sieht nur, daß ein vorderer Streifen der ganzen Platte membranös und frei von Pigment ist. In der
Innenansicht (Abb. 18) läßt sich am Hinterrand der membranösen Strecke eine quere Leiste erkennen,
die mit ihren seitlichen Teilen, nach hinten umbiegend, den Hinterrand des Tergums erreicht und,