
Will man t r o c k e n e G a l l e n aus dem Herbar untersuchen, so muß man sie unter allen
Umständen vorsichtig aufweichen. Man feuchtet sie vorher ebenfalls mit Alkohol an, damit sie sofort
benetzt werden, und legt sie dann in kaltes oder warmes Wasser. Je nach dem Zweck, den man verfolgt,
kann man sie auch schwach kochen. So behandelte, erweichte Gallen kann man bequem auf
ihren Inhalt untersuchen. Sind die Gallen scheinbar leer, so schabt man die innere Wandung der
Gallen mit einem Messerchen vorsichtig ab und legt die abgeschabten Teile unter Wasser auf einen
Objektträger. Zwischen diesen geschabten Pflanzenteilen wird man meist Milben, Teile von Larven,
Puppenhäuten usw. finden, die über die Gallenbewohner unter Umständen wichtige Aufschlüsse zu
geben vermögen. Die aufgefundenen Mückenlarven kocht man mit Kalilauge auf, bis nur das Chitinskelett
übrig bleibt, spült die Kalilauge vollständig ab, bringt den Balg unter Wasser auf einem
Objektträger in die gewünschte Lage, bedeckt ihn mit einem Deckgläschen und setzt von der Seite
Glyzerin zu.
Zuweilen erscheinen Papillen, Warzen usw. deutlicher, wenn das Innere der Larve nicht ganz
entfernt wurde. Doch muß hier der Präparator von Fall zu Fall entscheiden, was für seine Zwecke
am besten ist. Die Mücken selbst mit Kalilauge zu behandeln, wie dies früher öfter getan wurde,
empfiehlt sich nicht, da das zarte Chitinskelett des Tieres auch bei der vorsichtigsten Behandlung
leicht gesprengt wird, wenn man das Objekt aus der Kalilauge in eine andere Flüssigkeit, besonders
Wasser bringt.
Rübsaamen: Cecidomyidae
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