
Mücken zeigen. Sobald die junge Mücke ausgefärbt ist, was nach 10—12 Stunden sicher der Fall
ist, lüftet man den Korkpfropfen an der einen Seite etwas und bläst Tabakrauch in das Gläschen,
das nun wieder fest verschlossen und auf den Korkpfropfen gestellt wird. Die betäubten Mücken
fallen auf den Korkpfijopfen und können bequem auf einen Objektträger zur Untersuchung gebracht
werden, ohne daß man nötig hat, das zarte Tierchen mit Nadel oder Pinzette zu berühren. Das Zuchtgläschen
läßt man nun kurze Zeit offenstehen und reinigt, nachdem man auch die aus dem Sande
herausragenden Puppenhäute auf einen Objektträger gebracht hat, die Seitenwände des Zuchtgläschens
von dem Niederschlag des Tabakrauchs.
Sta tt Tabakraueh kann man auch Äther, Chloroform u. a. zum Töten der Mücken verwenden,
doch vertragen die im Zuchtglase noch vorhandenen Larven die Einwirkung des Tabakrauches besser
als andere Dünste. Es empfiehlt sich daher, bei Anwendung derartiger Mittel die Mücken nicht im
Zuchtglase zu töten, sondern den Korkpfropfen vorsichtig zu entfernen und über die Öffnung des
Zuchtglases ein anderes, leeres Röhrengläschen zu schieben, dessen Öffnung etwas größer ist als die
des Zuchtgläschens. Sobald die Mücken aus dem Zuchtgläschen in das aufgesetzte Röhrengläschen
gekrochen sind, schiebt man zwischen beide ein Stückchen steifes Papier und nimmt nun in diesem
Röhrchen die Tötung vor.
Natürlich kann inan die Zucht der Mücken auch auf andere Weise bewirken. Man kann die
Larven in Glasschaleh, Töpfe u. a. setzen, die man dann in etwas größere Schachteln, Gläser usw.
stellt, und wird auch so zum Ziele kommen. Die vorher geschilderte Art des Züchtens in Röhrengläschen
hat aber wesentliche Vorteile vor allen anderen Methoden voraus.
Bohrt, man in den Deckel einer flachen Zigarrenkiste Löcher, die etwas weiter sind als der Durchmesser
eines Züchtgläschens, so kann man in einem einzigen dieser Kistchen 20—30 Zuchtgläser
aufstellen auf einem Flächenraume, der höchstens für zwei Zuchtkasten anderer Art genügen würde.
Ferner wird der Sand im Röhrengläschen vor Beendigung der Zucht sehr selten trocken und die
Feuchtigkeit bleibt ziemlich gleichmäßig. Auch auf die Reise kann man diese Zuchtröhrchen mitnehmen,
ohne daß die Larven Schaden nehmen, wenn man während des Transportes zwischen Sand
und Korkpfropfen Watte eindrückt, und endlich kann man in kürzester Zeit feststellen, ob Mücken
ausgeflogen sind oder nicht, ein Umstand, der bei beschränkter Zeit und umfangreichen Züchtungen
sehr ins Gewicht fällt. Zur Unterbringung von 180 Zuchtröhrchen bedarf man 6 Zigarrenkistchen
von 18 cm Breite und 23 cm Länge, und die Kontrolle dieser 180 Zuchtgläschen nimmt höchstens
15—20 Minuten täglich in Anspruch.
Am besten stellt man bei Winterzucht die Gläschen in ein ungeheiztes Zimmer. Zu Beginn des
Frühjahrs kann man sie auch ins geheizte Zimmer nehmen, muß dann aber Sorge tragen, daß die
Glaswand nach innen nicht beschlägt. Da die Entwicklung vieler Arten eine sehr unregelmäßige ist,
manche Tiere schon im Herbst des ersten Jahres, andere derselben Zucht erst im folgenden oder
nach der zweiten Überwinterung ausschlüpfen, so empfiehlt es sich, Gläschen, in welchen sich bis
Sommer des folgenden Jahres keine Mücken entwickelt haben, noch länger, wenigstens bis zum zweitfolgenden
Sommer aufzubewahren und zu kontrollieren, besonders dann, wenn es sich um einen
besonders wertvollen Inhalt handelt.
Frisch g e z ü c h t e t e T i e r e kann man auf verschiedene Weise k o n s e r v i e r e n . Am
einfachsten ist es natürlich, sie in Röhrengläschen in 75—80prozentigen Alkohol zu setzen. Derartige
Präparate sind aber sehr zerbrechlich und unbequem, da man sie für jede Untersuchung aus dem
Röhrchen herausnehmen muß, wobei sie regelmäßig Schaden nehmen.
Nachdem mit Hilfe einer guten Lupe, besser noch eines binokularen Präpariermikroskopes,
Färbung und Behaarung der Mücke festgestellt und in das hierzu bestimmte Tagebuch eingetragen
wurden, feuchtet man die Mücke auf dem Objektträger mit einem Tropfen Alkohol an, so daß das
ganze Tier ohne Bildung von Luftblasen in dieser Flüssigkeit eingebettet liegt, und gibt dann etwas
Glyzerin dazu. Man legt am besten die Mücken auf die Seite, so daß die Flügel keinen Teil des Tieres
bedecken. Ist die Lage der Flügel eine ungünstige, so genügt bei einiger Erfahrung meist ein Druck
auf den Thorax in der Nähe der Flügelwurzel, um sie in die richtige Lage zu bringen. Da die Genitalien
des 'd bei dieser Lage der Mücke meist in Seitenansicht erscheinen, die Untersuchung derselben aber
in Rückenansicht erfolgen muß, so empfiehlt es sich, mit einem viereckigen Deckgläschen die Genitalien
in die gewünschte Lage zu bringen und mit dem Gläschen zu bedecken. Hierzu ist allerdings etwas
Übung nötig und man wird zweckmäßig zunächst wenig wertvolles Material präparieren. Es empfiehlt
sich ferner, vorher den größten Teil des Glyzerin-Alkohols vom Objektträger zu entfernen, weil die
Lage des Präparates auf dem Objektträger dann eine festere wird.
H a t man die Zange des 3 in die richtige Lage gebracht, so bedeckt man das ganze Tier mit einem
etwas größeren Deckgläschen und gibt dann von einer Seite soviel Glyzerin zu, bis der Raum unter
dem Deckgläschen gefüllt ist. Wird zuviel Glyzerin gegeben, so verlieren Objekt und Deckgläschen
auf dem Objektträger den Halt und rutschen nach einer Seite, wobei das Tier leicht beschädigt wird
und das Glyzerin vom Objektträger herunterfließt. Richtig behandelte Objekte kann man so jahrelang
ohne seitlichen Verschluß halten. Es ist sogar zu empfehlen, die Präparate nicht sofort zu Dauerpräparaten
zu verarbeiten, da sonst aus den Objekten leicht Fette usw. austreten, wodurch die Tiere
verschmutzt werden.
Sehr zw eckmäßig ist .es,- wenn man mit der mikroskopischen Untersuchung des Objektes nicht
zu lange wartet, und der Anfänger tu t gut, von allen Arten, die er züchtet,, sich sofort mit Hilfe eines
Zeichenapparates von a,llen wichtigen Teilen der Mücken Skizzen anzufertigen, und zwar womöglich
die gleichen Organe der-verschiedenen Arten in derselben Vergrößerung. Auf diese Weise verschafft
man sich ein hervorragendes Vergleichsmateria!. Man kann für die Zange des <?, die Spitze der
Legeröhre des $, die Taster und Fühlerglieder ein Zeiß-Achromai-Objektiv D bei Huyghenschem
Okular 2 anwenden, für die. Flügel Okular 4, Objektiv a2 4, Fußkrallen Okular 4, Objektiv D. Nur
bei sehr großen Arten muß man . schwächere Vergrößerungen anwenden.
Die so auf Objektträgern in Glyzerin aufbewahrten Mücken kann man, wie bemerkt,
in Präparatenmappen jahrelang ohne seitlichen Verschluß aufbewahren, ohne daß sie Schaden nehmen.
Man hat sie jeden Augenblick für mikroskopische Untersuchungen zur Hand, ohne daß sie im geringsten
leiden,,: und kann sie gelegentlich, wie sich die Zeit hierzu findet, zu Dauerpräparaten umarbeiten.
Als Einbettungsmittel empfiehlt sich in erster Linie wieder Glyzerin.
Als Unterlage verwendet man entweder einen gewöhnlichen Objektträger oder ein größeres
Deckglas von 25 mm. Auf dem sauber geputzten Objektträger umrandet man als Vorarbeit mit
Gold-Size eine Fläche, die etwas kleiner ist als das Deckglas. Erst wenn dieser Rand angetrocknet
ist, kann man zur Anfertigung des Dauerpräpärates schreiten; Da die zu präparierenden Mücken
bereits unter einem Deckgläschen liegen, so muß letzteres zunächst vorsichtig abgehoben werden,
was durch Zusatz von Alkohol erleichtert wird;V Dann schiebt man unter dem Präpariermikroskop
die zu präparierende Mücke mit einer Nadel vorsichtig auf einen, vorher mit Glyzerin benetzten,
nicht zu schmalen Objektheber so, daß die Gliedmaßen der Mücke nicht über den Rand des Objekthebers
hinausragen, und schiebt das Objekt unter denselben Vorsichtsmaßregeln auf den mit Gold