
hintereinander liegenden Reihen angeordnet sind. Gewöhnlich sind die Reihen in der Segmentmitte
am zahlreichsten, während ihre Zahl nach den Seiten zu allmählich abnimmt. Nicht selten finden
sich innerhalb der Reihen Stellen, die vollkommen frei von Stachelchen und glatt sind. Meist stehen
die Stacheln wie Zähne eines Kammes dicht • nebeneinander, sie treten aber auch mehr vereinzelt
auf. Die Entfernung zwischen den Zähnen einer Reihe ist meist geringer als die Entfernung der
Reihen voneinander. Nahe der Segmentbasis sind sie nicht selten plumper und weniger spitz und
bilden hier auch meist keine so ausgesprochenen Kammreihen als nach dem Caudalende der Segmente
zu. Mit Ausnahme der drei ersten Körperabschnitte finden sie sich in der Regel am Grunde aller
Segmente, am Analsegment auch in der Umgebung des Afters, selten auch am Hinterrand. Wegen
ihrer Stellung auf der Ventralseite der Larve schlug R ü b s a a m e n (10) 1891 für diese Warzen
die Bezeichnung V e r r u c a e v e n t r a l e s , B a u c h w a r z e n , vor, welche Bezeichnung von
K i e f f e r später in Verrucae spiniformes umgeändert wurde. Die letztere Bezeichnung charakterisiert
die Bauchwarzen aber nicht in allen Fällen, da sie zuweilen als ziemlich breite, an der Spitze
abgerundete Höcker erscheinen, die nichts Dornenähnliches mehr haben. K i e f f e r s Einwand,
daß so gestaltete Warzen auch auf der Rückenseite auftreten, spricht nicht gegen die größere Zweckmäßigkeit
der Terminologie nach topographischen Gesichtspunkten gegenüber einer solchen, die auf
der Form der Warzen basiert, weshalb hier R ü b s a a m e n s Terminologie verwandt werden soll.
In Ausnahmefällen kommen die Bauchwarzen nur an einigen wenigen Segmenten vor, so bei
Coccomorpha nur an den Thorakalsegmenten und am Analsegment. Während die Bauchwarzen in
einigen Fällen, wie bemerkt, stumpfhöckerig werden, ähneln sie in anderen feinen Borsten und nehmen
im Extrem sogar die Form großer, zweizähniger Krallen an, die dann immer in der Nähe der Segmentbasis
vor den normalen Bauchwarzen stehen. K i e f f e r hat für diese Krallen den Terminus U n c i -
n u l i v e n t r a l e s geschaffen. Bei Coccomorpha circurrispinosa R ü b s. sitzen sie nahe den Seiten.
Die beiden Krallen sind hier nicht ganz gleich, sondern bilden zusammen annähernd einen Halbmond
und entspringen einem gemeinsamen, häutigen und beweglichen, dünnen Stiel (Fig. 32).
Zuweilen stehen die spitzen, kleinen Bauchwaizen, besonders bei sehr dünnhäutigen Larven,
am hinteren Ende einer schmalen Längsleiste, die nach hinten zu an Dicke und Breite meist etwas
z u n im m t . : Sie: sind also ähnlich ^ b ild e t wie die Brustgräte. Diese leistenförmigen Hautverdickungen
haben offenbar den Zweck, den Widerstand der Warzen beim Kriechen zu erhöhen, denn die spitzen
Bauchwarzen sind, ebenso wie die Uncinuli, Fortbewegungsorgane.
Demselben Zweck dienen auch die R ü c k e n w a r z e n , die daher nur bei solchen Arten
verkommen, die unter fauler Rinde, hinter Blättscheiden usw. leben. Sie sind im wesentlichen von
gleichem Bau wie die Bauchwarzen; Umbildungen zu Uncinuli sind bei ihnen bisher nicht bekannt
geworden.
2. G ü r t e l w a r z e n ( V e r r u c a e c i n g e n t e s ) .
Der von Bauch- und Rückenwarzen freie Teil der Segmente ist selten ganz glatt. Bei gewissen
Porricondyla-Arten zeigt sich eine deutliche Längsstreifung der Segmente, meist aber finden sich an
diesen Stellen anders geformte Warzen, die in der
Regel gürtelförmig um das Segment herumlaufen, zuweilen
aber auch nur auf dem Rücken und an den
Seiten Vorkommen. Für diese Bildungen brachte
R ü b s a a m e n (10) die Bezeichnung V e r r u c a e
c i n g e n t e s , G ü r t e l w a r z e n , in Vorschlag,
obgleich sie zuweilen kaum noch Ähnlichkeit mit
Warzen, sondern mehr die Gestalt unregelmäßig geformter
Platten haben (Fig. 33). Zwischen beiden
Formen gibt es aber Übergänge, so daß es zuweilen
unmöglich ist, zu entscheiden, ob diese Gebilde als
Warzen oder als Platten zu bezeichnen sind. Es
möchte sich daher empfehlen, für alle diese Formen
den Namen Gürtelwarzen beizubehalten. Zuweilen
sind sie sehr klein und unterscheiden sich kaum von
den Bauchwarzen, und sie sind nicht nur bei verschiedenen
Gattungen und Arten oft recht ungleich
geformt, sondern auch bei ein und demselben Individuum
je nach der Stelle, an der sie sich am Larvenkörper
befinden. Mitunter sind sie an den vorderen
Segmenten anders geformt als an den hinteren, auf
dem Rücken anders als an den Seiten oder dem Bauch,
in der Segmentmitte anders als am Vorder- oder
Hinterrand. Meist sind sie in der Mitte leicht gewölbt,
bald mit einer aufgesetzten Spitze ausgestattet, bald
wulstig verdickt und dann zuweilen sogar mit kraterartiger
Vertiefung, glatt oder gekörnelt. Ihre Form
Fig. 33. Gürtelwarzen der Larven,
a. Rückenansicht des 1. und 2. Thorakalsegmentes von
Clinodiplom rhynchitou Rübs., b—f. Gürtelwarzen der
oberen Seite von b. Parallelodiplosis galliperda F. Lw.,
c. Ischnonyx echii H. Lw., d. Isbhnonyx pilosa Kffr.,
e. Dasyneura, f. Phegömyia fagicola Kffr.
ist entweder vieleckig oder im Grundriß spindelförmig mit zwei scharfen Ecken an den Seiten, und
ihre Ränder liegen dann unmittelbar aneinander, oder sie sind unregelmäßig gerundet und lassen
zwischen sich kleine Zwischenräume frei. Es kommen auch Rosettenformen vor, oder mehrere
Zoologica. Heft 77. 6