
kleine Warzen, besonders solche nabe am Segmenthinterrande, verwachsen miteinander und bilden
Querleisten.
Nicht selten gruppieren sich einige dieser Warzen um eine warzenfreie Stelle der Haut rosettenartig.
Bei einigen besonders stark abgeflachten Larven nehmen sie an der zuweilen scharfen Seitenlinie
die Form ziemlich großer, einfacher oder an der Spitze
geteilter, flacher Dornen an, für welche K i e f f e r den Terminus
V e r r u c a e l a m i n o s a e geschaffen h a t (Fig. 3 4 ).
3. P a p i l l e n .
Außer den Bauch- und Gürtelwarzen finden sich am
Larvenkörper in regelmäßiger Anordnung Bo r s t e n h a a r e ,
die gelegentlich recht ansehnlich, manchmal aber auch so
kurz und dünn sind, daß sie selbst bei starker Vergrößerung
schwer erkennbar sind. Gewöhnlich laufen sie spitz zu, doch
kommen auch abgestumpfte oder selbst knopfartig verdickte
oder noch andere Formen vor (Fig. 35). An der Insertionsstelle
der Borstenhaare (Bsth.) ist die Haut mehr oder weniger
stark verdickt und auf dieser warzenförmigen Erhebung ist
die Borste meist beweglich eingelenkt. Mitunter fehlt die
Borste ganz, doch ist dann die gewöhnlich kreisförmige Einlenkungsstelle
stets gut sichtbar. Ursprünglich wurden diese
nur dann Papillen genannt, wenn die Borstenhaare selbst
fehlten. Später aber h a t man den Namen P a p i l l e n auch
auf die beborsteten Warzen übertragen, nachdem man erkannt
hatte, daß sie bei der einen Art eine Borste tragen, bei der
anderen nicht, daß also das Fehlen oder Vorhandensein einer
Borste kein unterscheidendes Merkmal ist.
■ ■ I Solche Papillen finden sich an allen Körperabschnitten
Fig. o4. Rückenansicht der Larve von Gocco- , ., „ . , , . , ^
morpha jaapi Rübs. 1111(1 llLre ¿ a h l und Anordnung und ihr Bau ist für manche
Gattung oder Gruppe charakteristisch. Am zahlreichsten sind
sie an den Brustsegmenten, wo einige derselben in ganz bestimmter Weise gruppiert sind. Letztere
scheinen bei keiner Cecidomyidenlarve zu fehlen, während bei anderen Insekten derartige Papillen
bisher nicht beobachtet worden sind.
Man unterscheidet Rücken-, Pleural-, Lateral- und Bauchpapillen (Papillae dorsales, pleurales,
laterales und ventrales) und nimmt nach K i e f f e r als Grenze zwischen den Rücken- und Pleural-
bezw. Ventralpapillen die Stigmen an. Gewöhnlich finden sich auf einem Segment 6 R ü c k e n p
a p i l l e n , die nur ausnahmsweise keine Borsten tragen. Zuweilen finden sich 8 (Rhopalomyia)
oder nach K i e f f e r sogar 10 Dorsalpapillen. Das vorletzte Abdominalsegment trägt dagegen bei
den Cecidomyinen nur 2 Dorsalpapillen mit Ausnahme der Porricondylidi, die an diesem Segment
4 Dorsalpapillen besitzen. Das Genus Rhizomyia wiederum besitzt nach K i e f f e r auf dem vorletzten
Segment zwischen den beiden Stigmen 4 Papillen und am Analsegment, das bei-dieser Gattung
ausnahmsweise ebenfalls Stigmen trägt, deren zwei. Es sind auch Larven bekannt geworden, die
auf jedem Segment nur 4 Dorsalpapillen tragen, welche dann meist eine ungemein lange Borste auf-
weisen. Die Form der Rückenpapillen ist gleichfalls nicht nur bei den verschiedenen Arten und
Gattungen, sondern zuweilen auch bei ein und demselben Individuum je nach der Stellung verschieden.
So sind z. B. bei gewissen Mycodiplosis-Ij&Tven bestimmte Rückenpapillen mit sehr kurzen
Börstchen besetzt, während die Borsten der übrigen Papillen ziemlich lang und derb sind, oder die
Borsten bestimmter Papillen sind an der Spitze knopfförmig verdickt, die der anderen zugespitzt.
Bei einigen Clinodiplosis-Arten trägt nur die 1., 3., 4. und 6 . Dorsalpapille eine lange Borste, während
die 2 . und 5. borstenlos sind. Gewisse Papillen, wie bei Cecidomyia pini, sind blasenförmig aufgetrieben,
bei Antichiridium nehmen sie die Form eines Tannenzapfens an.
Am A n a l s e g m e n t haben die Dorsalpapillen, hier T e r m i n a l p a p i l l e n genannt,
eine für Art und Gattung charakteristische Form, so daß sie zum Bestimmen der Art- und Gattungszugehörigkeit
wohl geeignet erscheinen. In der Regel sind 8 Terminalpapillen vorhanden, die offenbar
nur als ungebildete Rückenpapillen anzusehen sind; vielleicht sind die beiden äußersten Terminalpapillen
aus den den Stigmen am nächsten stehenden Pleuralpapillen hervorgegangen. Gewöhnlich
bilden sie am Ende des Analsegments zwei Querreihen, die aber nicht selten verschoben und daher
nicht mehr deutlich zu erkennen sind. Am klarsten liegen diese Verhältnisse bei Mycodiplosis und
Isodiplosis (Fig. 35). Hier sind die vorderen, eine Querreihe bildenden Terminalpapillen mit langer
Borste bewehrt, die hinteren, ebenfalls in deutlicher Querreihe, haben die Form eines Zapfens, an
dessen Spitze die ursprüngliche Borste zu einem kurzen, meist abgerundeten, Unscheinbaren Dorn
umgebildet ist. Ebenso wie die Bauch- und Rückenwarzen dienen auch die Terminalpapillen,
wenigstens einige der hinteren Reihe, der Fortbewegung.
In jeder Reihe kann man jederseits eine ä u ß e r e und eine i n n e r e T e r m i n a l p a p i l l e
unterscheiden (Papillae anteriores externae, Pap. ant. internae, Pap. posteriores externae und Pap.
post, internae). Bei vielen Arten verschiebt sich die äußere Papille der vorderen Reihe nach hinten,
so daß sie bald wenig vor der hinteren Reihe steht, bald in derselben oder gar dahinter, manchmal
selbst auf der Bauchseite.
Nicht selten werden die beiden Querreihen auch dadurch undeutlich, daß die Papillen zwei weit
getrennte Gruppen an jeder Seite des Hinterrandes des Analsegments bilden, das an dieser Stelle
zapfenartig nach hinten verlängert sein kann. Die Papillen stehen in diesem Falle am Ende des
Zapfens, und zwar in der Regel zu vieren. In seltenen Fällen bildet auch das vorletzte Segment jederseits
einen langen Fortsatz aus, der die Zapfen des Analsegments weit überragt, an seiner Spitze das
Stigma des Segments trägt und den Eindruck erweckt, als handle es sich bei ihm um das Analsegment.
Zuweilen sind die Terminalpapillen oder doch einige derselben stark vergrößert, mit einem zahnartigen,
manchmal nach oben und vorn gerichteten Dorn bewehrt, oder sie tragen eine deutliche,
mehr oder weniger spitze oder knopfförmig verdickte Borste. Es finden sich auch beide Papillenformen
bei demselben Individuum, dann trägt die äußere Papille der vorderen Reihe eine deutliche
Borste, die übrigen einen Dorn, oder die äußere Papille der hinteren Reihe trägt einen Dorn, die
übrigen kurze, unscheinbare Börstchen. Noch seltener ist die innere Papille der hinteren Reihe horn-
artig verlängert und stark chitinisiert usw. Bei den Larven der Cecidomyidi stehen sich die beiden
inneren Papillen der hinteren Reihe meist deutlich näher als die der vorderen Reihe, doch finden sich
auch hier Ausnahmen.
Bei manchen Gattungen, wie z. B. Lestodipbsis und Arthrocnodax lassen sich nur 6 Terminalpapillen
feststellen. Da das Analsegment bei der letzteren Gattung mit stark vorgezogenen, dorn