
An der Spitze ist das Klauenglied meist mit einer Klaue bewehrt, die in der Regel nagelförmig
flach und kammartig gerieft, selten dolchförmig oder, wie bei Asphondylia und Antichiridium, zweizähnig
oder zweiteilig ist.
Das Basalglied der Zange und die Lamellen sind stets pubescent, d. h. mit mikroskopisch feinen,
dem Integument fest verbundenen Härchen (Microtrichen) bedeckt. Ähnliche Härchen finden sich
fast auf allen Körperteilen der Mücken und, wie bereits erwähnt, auch auf den Flügeln. Bald bilden
diese Härchen kleine, rundliche Gruppen oder sie sind streifenförmig angeordnet oder bedecken
den Körperteil gleichmäßig. Letzteres ist die Regel bei den stärker chitinisierten Teilen, während
sie an dünnhäutigen Stellen meist Gruppen bilden oder fehlen.
Das Klauenglied ist entweder nur an der Basis pubescent oder die Microtrichen bedecken das
Glied auf eine größere Strecke, zuweilen sogar bis zur Spitze, und bilden dann bei gewissen Gattungen
Gruppen, bei anderen nicht.
Ähnliche Verhältnisse finden sich bei den Lamellen der männlichen und weiblichen Genitalien.
Beim cf fehlen die Microtrichen nie auf der oberen Lamelle und sind bald in Gruppen angeordnet,
bald nicht. Dieselben Verhältnisse finden sich beim $, doch fehlen sie hier zuweilen vollständig, alsdann
ist die obere Lamelle mit kurzen Längsbörstchen besetzt, besonders an der Spitze.
B. Das Ei.
Die Eier der Cecidomyiden sind rot oder weiß, seltener gelb, und stets länger als dick, wenn auch
bei einigen Arten der Unterschied zwischen Länge und Dicke nicht bedeutend ist. Je nach der Art
beträgt die Länge das 1%—9fache der Dicke.' Auch das Verhältnis des Eies zur Körperlänge der
weiblichen Mücke ist je nach der Art sehr verschieden. Wie sich aus Spalte 6 der nachfolgenden
Zusammenstellung ergibt, sind die beobachteten Grenzzahlen 4 und 23. Im Durchschnitt ist das
Verhältnis bei den daraufhin untersuchten Arten 1:10. Es sei hierzu bemerkt, daß es sich bei allen
angegebenen Fällen um Eier handelt, die gewaltsam aus den Abdomen des vollentwickelten Weibchens
herausgenommen wurden.
Länge des $ Länge Dicke Verhältnis Verhältnis
M ü c k e n a r t
vom Fühlerdes
des der Dicke der Länge des
grunde bis zum Eies in Eies in zur Länge Eies zur Länge
Anfang der Lg. P P (annähernd) des Tieres
a) C e c i d o m y i d i
1. Contarinia j a a p i .................................... 2,0 538 80 1 : 6,7 1 : 4
2. Thurauia a q u a ti c a ................................ 3,25 480 56 1 : 8—9 1 : 7
3. Dichrona g a lla r u m ................................ 7,0 408 104 1 : 3 - 4 1 : 17
4. Plemeliella b e tu lic o la ........................... 3,0 360 72 1 :5 1 : 8
5. Macrodiplosis v o lv e n s ........................... 3,5 260—320 112—120 1 : 2 - 3 1 :1 1—13
6. Massalongia rubra . ............................ 3,0 2 4 0 -2 5 6 96—112 1 : 2 ,3—2,5 1 :1 1—12
7. Monarthropalpus b u x i ........................... 3,0 200—216 80—120 1 :1 ,8 - 2 ,5 1 :1 4—15
8. Mycodiplosis p o r ia e ....................... 1,5 152 48 1 :3 ,2 1 : 9 —10
M ü c k e n a r t
Länge des $
vom Fühlergrunde
bis zum
Anfang der Lg
Länge
des
Eies in
fi
Dicke
des
Eies in
P
Verhältnis
der Dicke
zur Länge
(annähernd)
Verhältnis
der Länge des
Eies zur Länge
des Tieres
b) A s p h o n d y l i d i
9. Ischnonyx scrophulariae....................... 4,5 192 40—45 1 : 4 ,2 - 4 ,8 1 :23
c) O l i g o t r o p h i d i
10. Oligotrophus schmidti . . . . . . . 5,0 360 120 1:3 1 :1 4
11. Rhdbdophaga r o s a r ia ........................... 4,0 400 104 1 :3 ,8 1 :1 0
12. Macrolabis p ilo s e lla e ........................... 2,0 320—344 7 2 - 8 8 1 :3 ,9—4,4 1 : 6—7
13. Cystiphora ta ra xa c i................................ 1,5 128—136 64—88 1 : 1 ,5 - 2 1 : 11—12
d) L a s i o p t er i d i
14. Hybolasioptera cerealis........................... 3,5 3 5 0 -3 6 0 88 1 : 4 1 :1 0
Wie sich aus der Zusammenstellung ferner ergibt, ist auch das Verhältnis der Dicke zur Länge
des Eies sehr verschieden. Die kürzesten bisher beobachteten Gallmückeneier kommen bei Cysti-
phora vor. Das kleinste von K i e f f er bei Cystiphora taraxaci gefundene Ei war 170 fi lang und
90 p dick; das größte fand er bei Dishormomyia, einer allerdings sehr großen Gailmücke. Es war
600 p lang und 200 dick; die Länge verhält sich hier also zur Dicke wie 3 : 1, ein Verhältnis, das bei
so großen Eiern offenbar sehr selten ist. Im Durchschnitt verhält sich die Länge des Eies zur Dicke
wie 4 : 1 , doch schwanken diese Verhältnisse nicht nur innerhalb der Art, sondern auch bei den
Eiern eines und desselben Individuums. So sind bei Cystiphora taraxaci bisher nur Eier von 128—136 p
Länge beobachtet und auch die in der Zusammenstellung in Spalte 3 und 4 angegebenen Grenzzahlen
beziehen sich auf Eier desselben Individuums. Auch die Form ist bei Art und Individuum nicht
immer dieselbe, sondern leichten Schwankungen unterworfen. Bald sind die Eier bei demselben
Tiere oval oder mehr zylindrisch, gerade oder leicht gekrümmt.
Bei manchen Arten sind die Eier langgestielt oder geschwänzt, indem sie sich an dem einen
Ende mehr oder weniger plötzlich verjüngen und in eine scharfe Spitze auslaufen. Bald übertrifft
die Länge dieses Stieles den eigentlichen Eikörper an Länge, bald ist er um ein Vielfaches kürzer.
Derartige Eier scheinen regelmäßig bei den Arten der Gattung Contarinia vorzukommen, finden sich
aber auch zuweilen, wenn auch nicht regelmäßig, bei anderen Gattungen, so z. B. bei gewissen Clino-
diplosis-Arten und nach K i e f f e r bei der italienischen Lasiopteridi-G&ttxmg Aplonyx.
Bei den reifen ?? der Cecidomyiden ist das Abdomen meist prall mit Eiern gefüllt, die in der
Regel die in Fig. 26 dargestellte Lage haben. Die Zahl der Eier, die ein $ abzusetzen vermag, schwankt
ebenfalls bei den verschiedenen Arten. K i e f f e r nennt als Durchschnittszahl 80—100 und gibt
als Grenzzahlen 20 und 400 an.
Den Zeitraum, der zwischen Befruchtung und Eiablage liegt, kennen wir nicht. Auch über die
Zeit, die zwischen der Eiablage und dem Ausschlüpfen der Larven liegt, sind die Mitteilungen dürftig.
Nach W i n n e r t z schlüpft bei Arten mit mehr als einer Jahresgeneration die Larve schon nach
einigen Tagen. Ohne Zweifel hängt die Zeit, die zur Entwicklung der Larve nötig ist, sehr von der
Witterung, besonders der Temperatur ab.
Zoologica. Heft 77. 6