
wenn auch z. B. Versuch Z I I (Kugelgröße 620 ¿t), wo bei einer Gesamt jungenzahl von nur 36 Tieren
die Geburtsperiode 31 Tage betrug, ebenso XXI25 und VIII25 ganz aus dem Rahmen fallen.
Nach W i l d e r m o u t h beträgt die Geburtsperiode 20—28 Tage (ohne Angabe von Temperatur
und Kugelgröße).
Die Abhängigkeit der Jungenzahl von der Kugelgröße tritt, wie auch Tabelle 4 und 5 zeigen,
weniger klar hervor. Trotzdem besteht auch eine solche Abhängigkeit. Sie wird aber erst deutlich,
wenn man die großen Kugeln mit den kleinen vergleicht.
Die Unstimmigkeiten, die in Tabelle 4 für die Abhängigkeit der Jungenzahl von der Kugelgröße
liegen, ließen sich erklären, wenn die Kugeln auch noch im ausgebildeten Zustande Nahrung zu sich
nähmen. E. R e u t e r glaubt zwar, daß bei Pediculopsis graminum das ausgebildete, trächtige $
keine Nahrung mehr aufnimmt. Ich konnte mir über diese Frage bisher keine völlige Klarheit verschaffen.
Angewiesen sind die fertigen Kugeln auf eine Nahrungsaufnahme sicher nicht. Selbst wenn
man sie von der Wirtslarve herabnimmt und isoliert, sind sie in der Lage, tagelang eine Reihe von
Jungmilben zur Welt zu bringen. Nun besteht zweifellos die Möglichkeit, daß je nach Art und Lage
der Einstichstelle der Nahrungsstrom für die Kugelmilbe bald reichlicher und länger fließt, bald aber
an ungünstigen Stellen schon früh versiegt und die Kugel auf eine weitere Nahrungsaufnahme verzichten
muß. So könnten also Kugelmilben (an günstigen Einstichstellen), die noch Nahrung aufzunehmen
in der Lage wären, mehr Jungmilben hervorbringen als solche, die an ungünstigen Stellen
sitzen (wo der Nahrungsstrom schnell versiegt), obwohl letztere von gleicher Größe oder gar noch
größer sind als die begünstigten Kugeln.
Meist werden zwar die trächtigen Kugeln vom ersten Tag der Geburtsperiode an — also, sobald
Junge zur Welt kommen — kleiner. In einigen Fällen aber (vergl. in Tabelle 1 Versuch VII25, XIII25,
XVI25) hat die Kugel beim Beginn der Geburtsperiode ihre Maximalgröße noch nicht erreicht. Sie
nimmt, obwohl sie eine Reihe von Jungen zur Welt bringt, noch weiter an Umfang zu. Vergl. auch
Tabelle 1, Versuch I I25, I II25, V25, VIII^, XIV25, XX25, XXI25. Hier ist zwar die Maximalgröße spätestens
bis zum Tag der Geburt der ersten Jungmilben erreicht; trotzdem aber schwankt die Kugelgröße
während der Geburtsperiode, d. h. sie sinkt, um manchmal wieder anzusteigen, wieder zu
sinken usw.
Dieses Wachstum der Kugel während der Geburtsperiode könnte man vielleicht dadurch erklären,
daß die trächtige Kugel auch noch nach der Geburt von Jungmilben Nahrung aufnimmt.
Auch die Fälle, wo die Kugel während der Geburtsperiode ihre Maximalgröße einige Tage unverändert
beibehält, obwohl sie täglich Jungmilben zur Welt bringt, könnten in diesem Sinne gedeutet werden
(vergl. in Tabelle I Versuch II25, IX25, X25, XIX25, XXIV25, besonders aber XVIII25). Doch
wegen der Schwierigkeiten, die die Messungen der Kugel verursachen, und wegen der dadurch bedingten
und nicht zu vermeidenden Ungenauigkeiten möchte ich keine weitgehenden Schlüsse ziehen
und lasse die Frage, ob die Kugeln im ausgebildeten Zustand noch Nahrung aufnehmen, lieber vorderhand
unbeantwortet. Hier möchte ich nur in diesem Zusammenhang auf das Problem hin weisen.
Als Ergänzung zu der Frage nach der Abhängigkeit der Jungenzahl von der Kugelgröße drängt
sich die andere Frage auf: Muß die Kugel überhaupt eine bestimmte Minimalgröße erreicht haben,
um, Jungtiere gebären zu können?
Die Beantwortung dieser Frage gibt Tabelle 6. Sie zeigt, daß auch winzig kleine Kugeln die
Fähigkeit besitzen, Jungtiere zur Welt zu bringen, und daß diese Fähigkeit keine bestimmte Kugel-
Kugelgröße
in ¡j.
Zahl der $ geboren Zahl der $ Gesamtzahl
Prozentzah
der $
J 1 ....................... 213 0 0 0
J 2 ....................... 213 1 1. Tg. 0 1 100
J 3 ....................... 234 1 1. 1 2 50
J 4 ....................... 234 0 0 |
J 5 .................... 234 1 1. Tg. 1 2 50
J 6 ....................... 234 1 1. „ 1 2 50
J 7 ....................... 256 0 H H U E 0 0 i - S É g l
J 8 ....................... 256 1 1 2 50
277 1 1 2 50
J 1 0 ....................... 277 1 1 2 50
J 11 . . . . . 320 1 14 15 6,7
J 1 2 ....................... 320 . 1 3 4 25
J 1 3 ....................... 320 1 7 8 12,5
J 1 4 ....................... 320 i. .. u l t . . 4 6 33,3
J 15 . . . . . . . 320 1 4 5 20
J 1 6 ....................... 320 3' 4 25
J 17 . . 320 4 5 ■ 20
J 1 8 ........................ 330 5 6 16,7
J 1 9 ....................... 330 . 1- 5 6 16,7
J 20 . . . . . . . 351 5 6 16,7
J 21 . . . . . . . 351 5 6 1^,7
J 221 1 -. ........ . 362 6 7 14,3
J 23........................ 383 9 10 10
J 2 4 ....................... 383 7 8 12,5
J 2 5 ....................... 405 1 8 9 11,1
J 26 . . . . . . . 426 1 24 25 4
J 27 . . . . . . . 458 1 3 4 25
J 2 8 ........................ 458 l Ä i p i 1. 16 • 17 5,9
J 2 9 ....................... 511 2 i. „ 21 23 8,7 •
554 3 1. „ Uc?) 27 30 10
J 3 1 ....................... 575 1 16 . 17 5,9
607 2 1 2.3 25 8
J 33 ........................ 618 1 1. „ 0 1 100
J 3 4 ....................... 820 4 l. H B 80 84 4,8
J 3 5 ................... . 831 3 i- „ ü ! 92 95 3,2
J 3 6 ....................... 831 2 1- „ .( ! (? ) 79 81 2,5
J 37 . . . . . . . 841 I I 6 Hl „ i ü 152 158 3,8
J 3 8 ....................... 852 4 i- (i (?) 151 155 2,6
927 K 5 i. „ (i(J) 106 111 4,5
J 4 0 ........................ 937 6 i. „ (1<D 81 87 6,9
In Tabelle 6 wurde die Jungenzahl einer Reihe größerer isolierter Kugeln angeführt, die im Vergleich mit den kleinen
isolierten Kugeln zeigen, daß das Herabnehmen der Kugel von der Wirtslarve, d. h. die Isolation als solche die äußerst
geringe Jungenzahl der kleinen isolierten Kugeln nicht bedingen kann. Weiter zeigt ein Vergleich der großen isolierten
Kugeln in Tabelle 6 mit den auf den Wirtslarven verbliebenen in Tabelle 4, daß die Jungenzahl der isolierten Kugeln’zwar
meist etwas kleiner ist als die von gleich großen Kugeln aus Tabelle 4. Doch scheint mir der Unterschied nicht so bedeutend,
daß man weitergehende Schlüsse — z. B. für die Nahrungsaufnahme erwachsener Kugeln — aus diesem Vergleich ziehen
könnte.
Die in Tabelle 6 aufgeführten Kugeln mit dem Durchmesser von 213—511 ft (J 1—J 29) werden im Textals kleine
Kugeln, Kugeln von 554—937 fi (J 30—J 40) als große Kugeln bezeichnet.