
mau auch beim Sternum von Perla eine ähnliche Einteilung erblicken kann, zeigt die Text-Abb. 9 a
(gestrichelte Grenzlinien). Jedenfalls besteht hier, wie im Mesothorax der ungeflügelten Aphiden,
kein Zweifel darüber, daß die Äste der Furca sieh auf der Grenze zwischen Basi- und Eurcastemit
erheben, und daß die Verbindung mit der Pleura nicht bloß vom Basi-, sondern auch vom Furca-
sternit aufgenommen wird
Text-Abb. 11 f zeigt, daß dasselbe Verhalten des Subcoxalrings, wie wir es beim ungeflügelten Tier
annehmen m u ß t e n und bei Peda vermuteten, auch im Mesothorax des geflügelten Tiers a n genommen
werden k a n n , ohne daß allerdings der Bau des Sternums selbst einen sicheren Anhaltspunkt
liefert. Hier gilt das, was oben schon von den Sterna vieler geflügelten Insekten gesagt
wurde, die ursprünglichen Merkmale sind durch die mit der Bevorzugung der indirekten Flugmuskeln
Hand in Hand gehenden Umgestaltung der innen- und außenskelettalen sternalen Teile so verwischt
worden, daß man ohne vergleichende Untersuchungen nicht weiter kommen kann. Wie man sich,
die ursprüngliche Teilung des Mesosternums vorstellen kann, das zeigt das Schema Text-Abb. 11 f, und
es ist von Wert, festzustellen, daß das Metasternum, dessen Innenskelett die primitive Form hat,
ebenso wie das Mesosternum der ungeflügelten Tiere diese Einteilung fast schematisch zeigt (Abb. 3 c).
Darin kann man meines Erachtens einen Hinweis auf die Richtigkeit des obigen zweiten Schemas
und auf die Berechtigung seiner Ausdehnung auf das geflügelte Segment erblicken.
Doch wie dem auch sei, im ausgebildeten Mesosternum finden wir nichts mehr, was auf dies
Schema und eine Teilung hinwiese; die einzige Naht Le, der innen die Leiste Le entspricht, ist sehr
wahrscheinlich der Naht Le von Perla homolog (Text-Abb. 9) und bezeichnet also die. Grenze von Latero-
sternit und Lateropleurit im alten Sinn. Tatsächlich ist diese Leiste keine Trennungsleiste, funktionell
so wenig wie morphologisch; sie dient zur Versteifung des pleural-stemalén Komplexes und zur Ableitung
des auf der Pleurafleiste liegenden Drucks nach vom auf die Sternopleüralwölbung.
Die Ausbildung des sternalen Innenskeletts, mit der die Verwischung der Grenzen der ursprünglichen
Sklerite fraglos zusammenhängt, beruht wohl in der Hauptsache auf der Wirkung der Dorso-
ventral- und sternalen Intersegmentalmuskeln. Die ersteren bewirken eine Wölbung des Sternums
und so (im Sinne meiner Ausführungen von 1924) die Bildung der Grate. Durch die Entstehung der
Grate aber wird die Furca, wie ich das eingehend bei meinen Untersuchungen über die Sternalregion
des Tenthredinidenthorax darlegte (1927), gehoben, die ursprünglich getrennten Furcaäste kommen
auf die durch die Grate gebildete gemeinsame Basis zu stehen. Wie dabei die Grenze zwischen Furca-
stemit und Basisternit zu liegen kommt, läßt sich nicht feststellen, jedenfalls wird sie aber nicht
durch den lateralen Gra,t Gr 1 gebildet.
Charakteristisch ist für die Aphiden der völlige Mangel eines sternalen Hüftgelenks. Auch
in diesem Punkt haben die Aphiden (wie Perla) ein ursprüngliches Merkmal beibehalten.
x) S. auch S n o d g r a s s 1927 b und H e y m o n s. Der letztere glaubt auf Grund embryologischer Untersuchungen an Rhyn-
choten schon feststellen zu können, daß laterale Teile des Sternums von der Subcoxa geliefert werden.
V. Das Abdomen.
Während der Thorax als Träger des Kopfes, der Beine und der Flügel eine reiche Gliederung
des Skeletts und eine hohe Spezialisation der Muskulatur aufweist, ist das Abdomen relativ einfach
gebaut. Das ist um so verständlicher, als den Blattläusen besondere Lege Vorrichtungen und ausgeprägte
Gonapophysen abgehen, und als das Abdomen weder die bei anderen Insekten übliche
teleskopartige Ineinanderschiebung der Segmente zeigt, noch die z. B.' den Hymenopteren eigentümliche
seitliche Uberwölbung der Sterna durch die Terga. Das Abdomen ist vielmehr ein einfacher
Text-Abb. 12: Schematische Lateralansicht des Abdomens, a) des geflügelten, b) des
ungeflügelten Weibchens von Aphis. In a Sklerite senkrecht schraffiert, in b
wagrecht. In b sind außerdem die in a vorhandenen Sklerite senkrecht schraffiert
eingetragen. Stigmen schwarz. Siphunculi und Hinterhüften abgetrennt.
häutiger Sack, dem in der Sternalregion Sklerite völlig fehlen, mit Ausnahme der Genital- und Analplatte.
Bewegungen sind dem Abdomen zwar möglich, insbesondere die Flankenmuskulatur ist ziemlich
kräftig, doch beschränken sich diese Bewegungen fast nur auf Dehnungen und Kontraktionen
des Abdomens, eine Bewegung der einzelnen Segmente gegeneinander ist nur in sehr beschränktem
Maße möglich. Eine Ausnahme macht die Cauda, die gehoben und gesenkt werden kann. Dazu
kommen noch die Bewegungen, deren die Siphunculi fähig sind.
Zoologica. Heft 76. jg