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146 VIII. Sudanarabischen
Insel Socotora benannt wurde^ und durch eine Euphorbie
vom Ansehen eines Salsoleenstrauchs vertreten {E. Sckmperi). An
der Küste von Hadramaut^^) wächst häufig ein Liliaceenbaum von
20 Fuss Höhe aus derselben Gattung {Di-acaena), wie in Guinea.
Auf den Gebirgen von Yemen finden sich Gehölze von einem baumartigen
Wachholder [Jimiperus] , gerade wie in Abessinien. In
Kotschy^s nubischer Sammlung sind nach Schnizlein^^®) mehr als zehn
Procent enthalten, die auch in Arabien wachsen. Nach diesen Thatsaclien
halte ich es nicht für naturgemäss-^ die Flora Yemens A^'on der
von Sudan zu trennen, wie auch, die arabische Wüste nur ein Glied
der Sahara ist. Aber die tropische Vegetation erstreckt sich nicht
in das Innere der Halbinsel, sie bezeichnet nur längs der Küste den
Gebirgsrand der Wüste Dahna, weil die Luftströmungen, die vom
indischen und rothen Meere kommen, an den äusseren Bergketten
die Feuchtigkeit verlieren und der Boden des inneren Tafellandes
zu trocken ist und zu hoch liegt, um Zenithregen zu erzeugen. Nur
die Flora der Südwestküste (Yemen) ist einigermassen bekannt, das
östliche Gebiet von Maskate (Oman) ist bereits Indien sehr genähert
und bietet dadurch eine leichte Vermittelung für die Mischung der
ostindischen und afrikanischen Centren. So ist die Vegetation des
tropischen Arabiens als eine Uebergangsflora aufzufassen, welche
aus drei Klimaten, denen Sudans, der Sahara und der indischen
Monsunländer, Gewächse aufgenommen hat, ohne selbst an endemischen
Erzeugnissen reich zu sein. Will man hier bestimmte Grenzen
festhalten, so scheint es am passendsten zu sein, den grössten Theil
Arabiens zu der Sahara, den tropischen Küstensaum zu Sudan zu
rechnen und, da das Gebiet von Sind durch Regenlosigkeit und Vegetation
sich ebenfalls an die Sahara anschliesst, das Reich der indischen
Flora erst jenseits der Indusmündung beginnen zu lassen.
Von der Vermischung der Floren in Südarabien giebt Anderson's
Schrift über Aden eine deutliche Vorstellung, und dies ist
die einzige genau ausgearbeitete Darstellung, die man bis jetzt von
der tropischen A^egetation in diesen Gegenden besitzt. Allein wegen
des dürren, vulkanischen Felsbodens und der geringfügigen Niederschläge,
die in manchen Jahren ganz ausbleiben, ist die Halbinsel
von Aden so pflanzenarm, dass nur 95 Arten nachgewiesen werden
konnten. Von diesen ist weniger als ein Drittheil (30) auf Arabien
Verbindung mit Arabien. 147
beschränkt, mehr als ein Viertel (26) wächst auch in Sudan, fast
ebenso viel (21) auch in der Sahara und etwa 10 Procent verbreiten
sich nach Sind und Ostindien, ohne in Afrika vorzukommen. Eine
der merkwürdigsten Pflanzen des tropischen Arabiens ist ein Apocyneenstrauch
{Adenium obesum), dessen fleischiger Stamm kugelförmig
angeschwollen ist, und auf dessen nackten mit einer Blattrosette
endenden Zweigen eine Dolde von Oleanderblumen prangt.
Da aber ausser dieser noch viele andere der auf Arabien eingeschränkten
Arten Adens Wüstenpflanzen sind, so ist die Verwandtschaft
der Flora mit der der Sahara weit grösser, als mit der von
Sudan. Um nun dies mit dem scheinbar widersprechenden Ergebniss
der botanischen Forschungen in Yemen (der Südwestküste) in
das richtige Verhältniss zu setzen, ist die klimatische Eigenthümlichkeit
des tropischen Arabiens hier noch etwas eingehender zu
berühren.
Das innere Tafelland Arabiens bildet südlich vom Wendekreise
die Wüste Dahna oder Akkaf [24—15<> N. B^^^)], welche längs
der Küste von einem breiten Eandgebirge umgürtet wird und wenigstens
in dessen unmittelbarer Nähe in hohem Niveau liegt Das
Kandgebirge mit seinen Tliälern, deren Flüsse in der nassen Jahrszeit
anschwellen und dann allein das Meer erreichen können, ist der
fruchtbare, bevölkerte Theil des tropischen Arabiens, auf welchen
die Schilderung Botta's sich bezieht. Yemen im Südwesten, Hadramaut
längs der Süd- und Oman an der Ostküste sind die Landschaften,
die diesen Gebirgsketten ihre Bedeutung verdanken. An
ihrem Fusse aber erstreckt sicli rings um die Halbinsel die dürre
Küstenebene Tehama in wechselnder Breite von 4 bis 20 g. M e i l e n
wo die Bergströme versiegen, wo die Sonnengluth, durch den sandigen
Boden oder auf nackten Felsen zur höchsten Intensität gesteigert,
nur Pflanzen der Wüste aufkommen lässt. Aden mit seinen
schroffen Gipfeln und steilen Klippen ist ein Vorgebirge der Tehama
von 1665 Fuss Höhe. So begreiflich es hiernach ist, dass die Vegetation
der arabischen Sahara sich hier vorzugSAveise angesiedelt
hat und die Pflanzenformen Yemens zurücktreten, so lässt sich docli
die Flora von Aden unter dem klimatischen Gesichtspunkte nicht
als ein Glied der regenlosen Wüste betrachten. Denn die Niederschläge,
die hier vom Oktober bis Ende April eintreten und also in