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526 XXIV. Oceanische Inseln.
Insel besitzt einige eigenthümliche Bäume, so dass die endemischen
Arten, die beiden Maskarenen gemeinsam sind, die Ziffer von 300
nicht erreichten.
Der durch den Anbau gelichtete Hochwald, der ursprünglich
Mauritius völlig bedeckte und der in Bourbon noch höher in das Gebirge
hinaufreicht [bis 3600 Fuss46)],_ist zugänglicher, als anderswo,
weil die tiefe Beschattung das Unterholz nicht aufkommen lässt. An
Madagaskar erinnert hier die Pandanusform und die geringe Mannigfaltigkeit
der Palmen (6), die aber sämmtlich endemisch sind: unter
den Holzgewächsen sind die ßubiaceen besonders reich vertreten,
unter den monokotyledonischen Bäumen findet sich eine Dracaena.
Ueber dem gemischten Tropenwalde folgt 46) auf Bourbon zunächst
ein zusammenhängender Vegetationsgürtel von 50 Fuss hohen Bambusen
[Nasäis borbo7iicus), und dann (bei 4800 Fuss) beginnt die
Region der Maquis oder, wie sie hier genannt werden, der Ambavilles.
Dies sind Gesträuche, unter denen jedoch noch kleinere
Bäume fortkommen und wo das Gebüsch zum Theil die Form des
Krummholzes annimmt. Mannshoch bekleiden sie den Boden; ein
niedriger Pandanus (P. montafius), der sie begleitet, ragt nicht über
sie hervor; zahlreiche Farne wachsen mit ihnen zusammen, und ihre
Zweige sind (noch bei 6600 Fuss) mit tropischen Epiphyten, Orchideen,
Loranthaceen und Piperaceen, geziert.
Die Holzgewächse dieser Bergregion sind, endemisch und für
die Beziehungen der Vegetationscentren theils zu Afrika, theils zu
andern oceanischen Inseln von Bedeutung. Hier wächst eine Reihe
von Eriken [PMUppia), Arten, die denen Madagaskars nahe verwandt,
jedoch verschieden sind, und mit ihnen sind auch noch andere
Formen des Kaplandes hier vertreten, Gnaphalien und sogar
eine dem Rhinocerosbusch der Karroofelder ähnliche und nahe stehende
Synantheree {Seriphnem passerinoides). Andere Sträucher aus
derselben Familie {Se7iecto) entsprechen dagegen fernen Inselfloren
und ebenso die Farne. Die merkwürdigste Erscheinung aber ist
eine Acacie {A, heterophylla), der grösste Baum dieser Region: indem
dieselbe die Fiederblätter leicht abwirft und zum Theil durch die
Blattstiele ersetzt, verbindet sie dadurch den Typus der afrikanischen
und australischen Arten und stimmt mit der Koa-Acacie des
Sandwich-Archipels so nahe überein, dass man diese für die näm-
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Seychellen. — Sandwich-Inseln. 527
liehe Art gehalten und bis jetzt noch nicht sicher unterschieden hat.
Beide stehen unter dem Einflüsse eines oceanischen Klimas, aber die
Orte, wo sie entstanden, sind beinahe um den halben Umfang des
Erdkreises von einander entfernt.
Mit Sudan verglichen, erscheint der afrikanische Charakter der
Maskarenenflora auch durch die vorherrschenden Familien in
mehreren Beziehungen ausgedrückt, in andern wiederum, wie in der
Abnahme der Gräser, sowie in der erhöhten Bedeutung der Farne,
ist die klimatische Selbständigkeit der Inseln massgebend. Von endemischen
Gattungen wurden mehr als 40 unterschieden, die sich
unter 22 Familien vertheilen: eine Mehrzahl enthalten die Rubiaceen
(7), die Synanthereen (6), die Sapindaceen, Sterculiaceen und
die Saxifrageen (je 3).
9. Seychellen. Die nordwärts von Madagaskar gelegenen
Seychellen (5 0S. B.) bilden einen kleinen Archipel (4 Q.-M.) von
granitischeu Inseln, der nur durch die endemische See-Cocospalme
merkwürdig ist [Lodoicea 8eychellarum). Die sonderbar gestalteten
Früchte, aus denen man Oel gewinnt, werden durch die Strömungen
weit über das indische Meer getrieben, ohne das Gewächs doch je
an einer andern Küste angesiedelt zu haben. Vielmehr geht diese
Palnie auch auf den Seychellen ihrem Untergänge entgegen 48). Nur
noch ein Wald von einigen i^undert Bäumen ist auf Praslie und eine
Anzahl von jüngern Individuen auf île Curieuse übrig : indessen hat
man Fürsorge getroffen, diese Bestände zu schonen.
10. Saiidwleh-Inseln. Die tropischen Archipele des stillen
Meers bestehen entweder nur aus Korallenkalk, der in diesem Falle
nur wenig über den Wasserspiegel hervorragt, oder sie sind vulkanische
Hebungen und auch dann meistens gleichfalls von Korallenriffen
umgürtet. Die Vegetation der niedrigen Inseln stammt grösstentheils
aus Asien, die selbständigen Vegetationscentren sind hierüberall
an den Ileerd einer vulkanischen Thätigkeit gebunden und ihre Bedeutung
wächst mit dem Umfang und der Höhe der Kratere. Der
Sandwich-Archipel (19 O— 22 o N. B.), nach seinem Areal (von
360 g. Q.-M.) einer der grössten und im Vulkan Maunakea auf
Hawaii bis 12800 Fuss gehoben, besitzt unter den tropischen Inselgruppen
die grösste Verhältnisszahl von endemischen Pflanzen.
Die meisten gebirgigen Inseln, welche innerhalb der Passatzone