
538 XXIV. Oceanisclie Inseln.
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Arten zu der der Gattungen stellt sich etwa wie 3 : 1. Nur wenige
Gattungen enthalten eine grössere Anzahl von Arten, mehr als 20
nur drei [Verofiica 38, Celmisia 23, Coprosma 22).
Aus der Aehnlichkeit des Klimas und aus der Bedeutung der
Wälder sind die in dem Abschnitt über das antarktische Gebiet erwähnten
Analogieen mit diesem leicht erklärlich. Sie bestehen in
der erheblichen Anzahl von vikariirenden Arten ^i) und in der
grösstentheils übereinstimmenden Reihenfolge der vorherrschenden
F a m i l i e n ' ^ 2 ) . ¿o^h sind die Leguminosen vermindert und unter den
Synanthereen fehlen die Labiatifloren. Auf der andern Seite zeigen
die Formationen wenig Aehnlichkeit, weil, al)gesehen von den Buchen,
die Formen des Waldes andere sind, weil die Geselligkeit der Farne
in den Vordergrund der Landschaft tritt und durch die Aufnahme
der Palmen, der Liliaceen- und Farnbäume die Physiognomie der
Natur sich dem Tropenwalde in weit höherm Masse nähert, als
durch die Bambusen in Valdivia.
Der Austausch mit dem nächsten, dem australischen Kontinent,
mit Avelchem Neuseeland auch durch die Meeresströmungen in keiner
Verbindung steht, ist ebenso unerheblich, wie die systematische Verwandtschaft
beider Floren nur einzelne Analogieen erkennen lässt.
Von den grossen australischen Baumgattungen, den Acacien und
Eukalypten, findet sich in Neuseeland keine Spur, von den Proteaceen
nicht mehr, als die antarktische Flora Amerikas auch besitzt.
Nur die Epacrideen (23 Arten) und einige Gattungen von Myrtaceen
[Metrosideros] sind hier als Zeichen räumlicher Analogieen anzuführen.
Ein eignes Problem eröffnet die Vergleichung Neuseelands mit
drei kleinen Archipelen, deren Flora grösstentheils von dort entlehnt
ist, obgleich sie zum Theil ebenso fern liegen, wie die Norfolkinseln,
mit denen ein weit geringfügigerer Austausch stattgefunden hat. Am
merkwürdigsten erscheint dieser Gegensatz bei den Kermadec-Inseln
(30 0 s. Bj^ ¿ie^ gerade so weit nordöstlich, wie Norfolk nordwestlich
entfernt (mehr als 100 g. Meilen), doch an dem Charakter der
neuseeländischen Flora Theil nehmen und auch in ihrer Farnvegetation
übereinstimmen^^). Aus den beiden entgegengesetzten Meeresströmungen,
die südwestwärts von den Fidschi-Inseln über Neu-
K aledonien nach Neusüdwales und andererseits an Neuseeland vor-
Neuseeland. Benachbarte Archipele. — Galapagos. Vegetation. 539
über nach Nordosten fliessen, lässt sich die Erscheiniing bis jetzt
nicht genügend erklären, da dieselben weder bei Norfolk noch bei
den Kermadec-Inseln nachgewiesen sind^^). Es ist wahrscheinlicher,
dass Norfolk als eine Gruppe von reichern, selbständigen Vegetationscentren
die Einwanderung zurückwies, welche auf den Kermadec-
Inseln leicht von Statten ging, weil sie an eignen Erzeugnissen sehr
arm zu sein scheinen.
Die Chatham-Inseln liegen in einem etwas geringeren Abstände
(80 g. Meilen) südöstlich von der neuseeländischen Küste (44 ^ S. B.)
und sind dadurch merkwürdig, dass die Formen der Palmen und
Farnbäiime, beide durch die neuseeländischen Arten -vertreten, hier
ihre Polargrenze auf der Südhemisphäre erreichen: auf der neuseeländischen
Südinsel mögen sie vielleicht ebenso weit nach Süden
gehen. Auch dieser kleine Archipel hat nur wenig endemische
Arten [9] , aber darunter doch 2 Synanthereenbäume [Senecio
Huntii u. Euryhia Traversii) und eine endemische Boragineengattung
[Myosotidium], Grösser ist die Anzahl eigenthümlicher Arten (26)
auf denLordAucklandsundder Campbell-InsePö) (51^—52^8.B.
aber dieselben bedürfen einer Vergleichung mit dem noch nicht näher
bekannten südlichsten Theile von Neuseeland, von dem sie nur etwa
40 g. Meilen entfernt liegen. Unter den Farnen wird auch hier noch
eine Tendenz ziir Stammbildung bemerkt (bei Aspidium venustum,
wo dieselbe sich zuweilen 2 bis 4 Fuss über den Boden erhebt) :
aber eigentliche Farnbäume giebt es doch nicht mehr. Befriedigender,
als auf den ^Kermadec-Inseln ist die Verbindung dieser
südlicher gelegenen Archipele aus der antarktischen Meeresströmung
abzuleiten.
15. Oalapagos-Inseln. Etwa 120 g. Meilen von der Westküste
Amerikas erhebt sich der vulkanische Galapagos-Archipel
unter dem Aequator zu Krateren von 4400 Fuss Höhe: derselbe
besteht aus 6 grössern und einer Gruppe kleinerer Inseln (139 g.
Q.-M.). Bei der Entdeckung fand man sie unbewohnt und nur die
Charles-Insel, eine der kleinsten, hat man zu kolonisiren versucht:
als Darwin hinkam, Hessen endemische Vögel sich mit der Hand
ergreifen, von grossen Schildkröten waren die Pfade gebahnt, welche
durch das Gestrüpp von Holzgewächsen von der Küste die Vulkankegel
hinauf führten. Kein besserer Standpunkt konnte gefunden