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24() XII. Waldj>-übiot des wcstliehon Kontinents.
Ernten imd iu dem Umfang der Bewässerung durch fliessendes Wasser,
durch befruchtende Gebirgszuilüsse, stehen sie China nicht gleicli.
Auf das Klima liaben die Alleghanys hier ebenso wenig Einfiuss,
wie in den nördlichen Staaten, weil diese Bergkette in der Kichtung
der herrschenden Winde streicht. Zu beiden Seiten, an der Küste
wie an den östlichen Zuflüssen des Missisippi, empfongen die südlichen
Staaten ihre Niederschläge vom mexikanischen Meerbusen,
dessen Wasserdampf durch die Aequatorialwinde über den ganzen
Osten Nordamerikas bis Kanada verbreitet wird und, ungehemmt
durch Gebirge, dieses grosse Tiefland stärker befeuchtet 27), als dies
iu Europa der Fall ist. Die Nähe des atlantischen Meers hat auf
die Kegenmenge weniger Einfluss, weil die von daher kommenden
Polarströmungeu der Küste entlang wehen. Durch die wegen des
steten Wechsels der beiden herrschenden Winde das ganze Jahr hindurch
wirkende und intensivere Feuchtigkeitsquelle des mexikanischen
Golfs hat der Osten Nordamerikas schon einen erheblichen
Vorzug, den nur die Westküste Europas theilt. Aber von grösserer
Bedeutung ist, dass auch die südlichen, wärmeren Gegenden, deren
Vegetationszeit in Europa durch die Sommerdürre verkürzt wird,
dort in fast beständiger Kultur stehen. Während am Mittelmeer die
Sahara im Sommer die Luft austrocknet, aspirirt in den östlichen
Staaten Nordamerikas das Festland den Wasserdampf einer Meeresfläche.
Gleich starke Niederschläge empfängt unter diesen Isothermen
in Südeuropa nur Portugal, und selbst hier hören sie in der
wärmsten Jahrszeit auf.
Die Waldzone der südlichen Staaten wird, wie in Südeuropa,
am passendsten durch die immergrünen Laubholzbäume und durch
die Zunahme von Vertretern tropischer Familien bezeichnet. Von
den ersteren entsprechen genau 2') ihrer Nordgrenze eine Eiche, die
der Steineiche ähnlich ist (Q. virens), der amerikanische Oelbaum
[Olea americana) und eine Ternstroemiacee [Oordonia), von tropischen
Formen die Liliaceenbäume {Yucca), eine epiphytische Bromeliacee
[Tillandsia usneoides) und ein den Bambusen sich anschliessendes
Rohrgras {Arundinaria macrosperma). Erst in Südkarolina (3472'^
N. B.) beginnen die Palmetto-Palmen {Sabal) und die immergrüne
Magnolie {M. grandrßora), zuletzt erscheint an den Küsten von Florida
[28 0 N. B. 28)] und in Louisiana29) auch die Mangroveform
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Kliimitiöclic Jiediiig'uugcu der Boileukultur. 247
[Rhizophora Mangle). Aber unter allen diesen der Kürze und Milde
des Winters, sowie der langen Vegetationszeit des Südens entsprechenden
Gewächsen sind nicht die herrschenden Waldbäume enthalten,
sie stehen an Häufigkeit weit zurück gegen die langnadelige Kiefer
[Pinus auslraiis), durch welche ein grosser Theil der südlichen Staaten
bewaldet wird. Diese bedeckt eine unermessliche Strecke sandigen
oder sumpfigen Eodens (die Fine harrens) von Louisiana bis Virginien
i^^), bis zu der fast unzugänglichen, morastigen Niederung an
der atlantischen Küste (den dismal swrwi])). Durch die öde Beschaftenheit
dieser weiten Alluvialebenen geht zum grossen Theil
wieder verloren^ was das Klima den südlichen Staaten an Vorzügen
eingeräumt hat. Dieses Tiefland ist eben ein ehemaliger Meeresgrund,
dessen ebene Oberfläche durch Gebirge und anstehende Gesteine
nicht hinlänglich befruchtet worden ist.
Noch immer ist der grösste Theil des Waldgebiets, welches die
Kultur zu lichten begonnen hat, der aus Europa zuströmenden Einwanderung
einer Ackerbau treibenden Bevölkerung dargeboten, aber
die Schwierigkeiten des Erfolgs sind gewachsen, nachdem die durch
Klima und Boden am meisten bevorzugten Gegenden eingenommen
waren. Da man die in dem Waldboden abgelagerten Nahrungsstoife
für unerschöpflich hielt, verödeten bald die Tabaksfelder Virginiens.
Als der Wanderungstrieb nach Westen die Prairieen erreicht hatte,
begann, ungeschreckt durch die Weite des unbebaubaren Raums,
die Kolonisation am Oregon und in Kalifornien. Der Süden schien
wegen seiner Wärme, die doch nicht höher ist, als in Italien, nur
der Negerarbeit zugänglich zu sein; hier werden künftig vielleicht
Entwässerungen und Bodenverbesserungen neue llülfsquellen eröffnen.
Im Norden aber ist selbst noch jenseits der Süsswasserseen
eine Entwickelung, ähnlich der russischen, zu beiden Seiten der
Rocky Mountains möglich und hat hier und da schon angefangen
sich anzubahnen.
Gestützt auf die Grösse der noch unberührten Räume und auf
die bisherigen, in der Geschichte beispiellosen Erfolge, ist man indessen
doch geneigt, die Zukunft des nordamerikanischen Waldgebiets
zu überschätzen. In solcher Ausdehnung gebirgslose Tiefebenen,
wo das Innere der Erdrinde, die unerschöpfliche Quelle der
Nahrungsstoffe für die Vegetation, durch vulkanische Kräfte nicht
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