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480 XXII. Chilenisches Uebergangsgebiet.
in Amerika finden wir einen solchen Zusammenhang der den Kontinent
gestaltenden Gebirgsketten und auch nur hier in den gemässigten
Zonen beider Hemisphären eine gewisse Uebereinstimmung ihrer
Floren, die aus den ^gegenwärtig wirksamen Naturkräften nicht zu
erklären ist.
Der Umfang der zur üebergangsflora von Chile gehörenden
Provinzen von Atacama bis Valparaiso beträgt nur etwa 3000 g.
Quadratmeilen. Die Zahl der daselbst bis jetzt beobachteten Pflanzen
schätze ich auf 2500 phanerogamische Arten, von denen wohl'l800
als endemisch betrachtet werden dürfen. Von den Gattungen linde
ich, abgesehen von manchen noch nicht sicher gestellten, der Flora
etwa 35 eigenthümlicli und beinahe ebenso viele dieser und der südchilenischen
gemeinsam angehörend : die ersteren vertheilen sich unter
22 Familien >7), und eine grössere Anzahl enthalten nur die Synanthereen
und die Liliaceen. Die meisten dieser endemischen Gattungen
sind monotypisch. Wie in den peruanischen Anden giebt es übrigens
auch in Chile eine Reihe von Gattungen mit einer ungewöhnlich grossen
Anzahl von Arten .
Die Reihe der vorherrschenden Familien i-') ist der der tropischen
Anden in sofern ähnlich, dass auch hier die Synanthereen ungewöhnlich
zahlreich sind und dass unter ihnen die Labiatifloren
einen grossen Bestandtheil bilden. Hierauf folgen, nach der Zahl
der einheimischen Arten geordnet, die Leguminosen, Gramineen,
Caryophylleen (besonders durch Portulaceen vertreten), die Liliaceen
•(mit Einschluss der Amaryllideen), die Cruciferen, Umbelliferen,
Scrophularineen und Solaneen, demnach grösstentheils Familien, die
in ähnlichen Klimaten der nördlichen Hemisphäre ebenfalls einen
überwiegenden Bestandtheil. der Vegetation ausmachen.
XXIIL
Antarktisches Waldgebiet.
Klima. Antarktiscli sind die Landscliaften genannt worden,
die dem Kap Horn zunäclist liegen, weil von den drei Kontinenten
der Südheniisphäre Amerika hier die höchste südliche Breite erreicht.
Dieselbe Bezeichnnng hat sich anch, seitdem Forster die dortigen
Bänine antarktische nannte, in Bezug auf die Vegetation eingebürgert,
aber, so wenig die Breitengrade der Polarzone entsprechen, so
darf man auch keineswegs sich vorstellen, dass die arktische Flora
am Gestade von Fnegia ihr Gegenbild erhielte. Diese Insel , die
durch ihre Gebirgsbildung an das norwegische Hochland und dessen
Fjorde erinnert, ist von Wäldern umgürtet und erst über diesen,
freilich schon in geringer Meereshölie, erzeugt sie eine Vegetation,
die der arktischen ähnlich ist. Es ei'giebt sich also liieraus, dass die
antarktische Flora nicht mit den jenseits der Baumgrenze gelegenen
Polarländern, sondern mit dem Norden Europas und dessen alpinen
Regionen verglichen werden kann.
Die Wälder des Fenerlands mit ihren antarktische]! Buchen
reichen längs der pacifischen Abdachung der Anden bis zum südlichen
Chile (34'^—56^ S. B.). Mit der nordwärts zunehmenden
Wärme mehren sich zwar die Bestpdtheile ihrer Vegetation, bis sie
an der chilenischen Waldgrenze die grösste Mannigfaltigkeit erreichen,
aber nur eine Abstufung, keine bestimmte Naturgrenze tritt
uns hier entgegen, weder in der Vegetation selbst, noch im Klima.
Das Gemeinsame besteht in der Masse von Feuchtigkeit, welche das
stille Meer diesen Küsten zuführt und die Kette der Anden , vom
liegenwinde getroffen, niederschlägt. Wie in den nördlicheren
Gr i s e 1) ac Ii, Vegetation der Erde. IL 3{
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