
ii^v' ...
448
: ..A "
XX. Flora der tropischen Anden Südamerikas.
I ^i: --i^; :
"3
i í;
i
J ;
'i i'-'í
i
Vi
•I
floren (Mntisiaceen und Nassauviaceen) besteht: in Humboldt's Sammlung
aus Ecuador^') beträgt die Anzahl der Synanthereen 22 Procent
der Gesammtsumme. Hierauf folgen nach Massgabe von Weddell's
Uebersicht der alpinen Andengewächse und Jameson's Angaben
über Quito die Scrophularineen, Gentianeen und Gramineen, sodann
die Rosaceen, Leguminosen und Valerianeen. In der übrigens beschränkten
Sammhing Humboldt's aus der Cinchonenregion von Neu-
Granada^^) sind bereits tropische Familien, wie die Melastomaceen,
von grösserem Umfang enthalten, i])re Artenzahl übertriift die der
kältern Klimate.
XXL
Pampasgebiet.
Klima. Pampas werden die baumlosen Ebenen genannt,
welche sich von den chilenischen Anden bis zum atlantischen Meere
erstrecken. Im Lande selbst versteht man unter dieser Bezeichnung
ein mit Gräsern bewachsenes Weideland, von dem alle Holzgewächse
ausgeschlossen sind. Für das Verständniss seines Naturcharakters
ist es jedoch passend, den Begriff der Pampas zu erweitern und das
ganze Steppengebiet zusammenzufassen, welches von den Grenzen
Brasiliens, wo die regelmässigen Regenzeiten der tropischen Zone
aufhören, über die Flatastaaten und Patagonien bis zur Magellanstrasse
sich ausdehnt. Wie das Klima von Chile mit dem von Kalifornien
verglichen werden kann, so sehen wir auch die Bildungen
der nordamerikanischen Prairieen unter entsprechenden Breiten im
südUchen Kontinent wiederholt, aber mit dem Unterschiede,., dass
hier der Steppenboden überall bis zum Meere reicht und die Waldgebiete
fehlen, durch welche die so viel reichere Entwickelung Amerikas
in der nördlichen Hemisphäre begründet wird. Den Grasebenen
am Missouri entsprechen die eigentlichen Pampas, den Chaparals
oder Mezquite-Gebüschen von Texas und Neu-Mexiko die Gesträuche
und lichten Gehölze, welche in den dem Wendekreis näher gelegenen
Provinzen der Plata-Länder auftreten. Und auch in Idimatischer
Beziehung ist die Lage der östlichen Prairieen und der Pampas in
sofern übereinstimmend, dass sie beide als ein Tiefland westwärts
in ihrer ganzen Ausdehnung von hohen Gebirgsketten begrenzt werden,
durch welche den in diesen Breiten herrschenden Aequatorialwinden
der Wasserdampf entzogen wird. Eine genauere Vergleichung
G r r i s e b a c h , Vegetation der Erde. II. 29