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194 X. Kiipflora.
oder Bäume begleiten sie: Proteaceen und Couifereii sind in diesem
Falle verblinden.
So sehr auch die Straucharten nach dem Niveau wechseln, so
lassen sich auf den Bergen der Küstenlandschaft doch keine bestimmte
Kegionen pliysiognomisch unterscheiden. Der Tafelberg,
der bei der Kapstadt abgesondert von den übrigen Höhenzügen (zu
3350 Fuss) sich erhebt, ist auf seinem Gipfel mit Eriken und ähnlichen
Sträuchern bewachsen, wie an seinem Fuss: bei aller Verschiedenheit
im Einzelnen ist die Physiognomie der Vegetation unverändert
geblieben. Aber dies ist auch ein Berg, der bis oben hin
feucht bleibt: anders verhalten sich die Gebirge jenseits der Küstenebene,
die kahl und felsig aus dem Buschlande hervorragen, wenn
sie höher sind als die Wolkenregion oder die Abhänge den Seewiuden
sich abwenden. Dasselbe ist auch bei den Schneebergen der
Fall, den höchsten (8000 Fuss hohen) Gebirgen der Kolonie, die
am Ostrande des Roggefeldes bei Graafreynet gelegen sind, und in
deren Bereich es sogar an Holz zur Feuerung gebricht^). Eine
bestimmte Höhengrenze der Sträucher ist indessen bis jetzt nicht
nachgewiesen.
Wenn man von der Kapstadt aus die Hottentotthollandsberge
überstiegen und nun die mittlere Karrooterrasse erreicht hat, sieht
man diese als eine ebene oder hügelige Fläche unermesslich vor sich
ausgedehnt, wo aber wiederum der Boden überall mit dürrem Gestrüpp
bedeckt und nur wenig Steppengras sichtbar ist *^). Mit den Eriken,
den Proteaceen und Diosmeen der Küste sind hier auch die Restiaceen
verschwunden . Ein ganz neues Bild entsteht dadurch, dass
der herrschende Strauch ein geselliges Gewächs ist und, nur spärlich
von Succulenten und anderen Formen begleitet, die weitesten Strecken
ausschliesslich überkleidet. Dies ist der nur ein bis zwei Fuss hohe
Rhinocerosbusch, eine der Erikenform sich anreihende Synantheree
[Elytropapfiis rhinocerotis). Auf dem ockerhaltigen Erdreich bemerkt
man kaum das mattgefärbte Gestrüpp und unterscheidet schon aus
der Ferne die Furchen der periodisch versiegenden Flussbetten an
dem dunkleren Grün des Mimoseengebüsches 0) , welches sie unv
säumt. Unbewohnt belebt sich die Karrooebene nur im August,
wenn die Heerden hingetrieben werden, sie abzuweiden : dann ist
sie selbst in einen Teppich üppigen Grüns gekleidet und zahllose
Buschland. 195
Blumen entfalten sich (Synanthereen, Liliaceeu, Mesembryanthenmm).
Aber nach wenigen Wochen ist jedes Zeichen des Lebens wieder
verschwunden, und selbst bei den Saftgewächsen erhält die Oberhaut
der Blätter einen grauen Ueberzug, der den in den innern Geweben
bewahrten Farbstoff verhüllt.
Noch nnwirthbarer ist die obere Terrasse des Roggefelds und
ohne allen Graswuchs. Ebenfalls bekleidet mit kleinem, nur fusshohem
Gestrüpp von Synanthereen 1^), geht sie zuweilen, wasserios
wie sie ist, in eine völlig kahle, von Geröllen erfüllte Steinwüste
über, die kaum die dürftigsten Saftgewächse ernährt . Von ihren
südlichen Randgebirgen bis zum Gariep fehlen auch di^ Acacien,
erst an diesem Strome erblickt man wieder die erste Uferwaldung.
An der Algoa-Bai sind die Gesträuche höher und dichter, als
in der Nähe der Kapstadt i^). Die Mündung des Gamtos-Flusses ist
an der Südküste die Naturgrenze von den beiden Hauptgebieten des
Westens und Ostens, in denen die Entwickelungsperiode der Vegetation
in entgegengesetzte Jahrszeiten fällt. Die Proteaceen und
Eriken werden selten oder verschwinden ganz; die Restiaceen sieht
man durch Gramineen ersetzt, und allgemein treten die baumartig
wachsenden Succulenten hervor*^), die nackten Euphorbien in ihrem
steifen Wuchs, die Aloe mit ihren rothen Blüthentrauben und das
bleiche Grün des Speckbaums [Portulacaria afra) : alles Formen,
wodurch neben dem Boer-Strauch, einer Leguminose mit gefiederten
Blättern [Schotia speciosa)y die fremdartige Physiognomie der östlichen
Küstenlandschaft bedingt wird.
Den grossen Fischfluss entlang erstrecken sich in's Innere die
wildesten Gesträuchdickichte, mit so viel Succulenten gemischt, dass
sie selbst bei trockenem Wetter durch Feuer nicht zu zerstören sind.
Hier lässt das gedrängte Wachsthum keine Zwischenräume übrig;
durch Dornen und durch die Festigkeit der Holzzweige ist das Gebüsch
unzugänglicher selbst, als tropischer Urwald; es ist nur der
Wohnsitz grosser Pachydermen, auf deren Pfaden der räuberische
Kaffer sich geschmeidig einschleicht, »ohne dass der weisse Mann
ihm folgen kann«. Das Grundwasser (|es Stroms erhöht die Energie
des Wachsthums; das üppige Scitamineenblatt kann sich entfalten,
aber der trockenen Luft entsprechen die übrigen Vegetationsformen.
die harten Sträucher , dieCycadeen und die Saftstämme der Euphorbien.
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