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336 XV. Mexikanisches Gebiet.
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niclit vom Klima, sondern von Bodeneinflüssen abzuleiten sei, so
hatte dies darin seinen Grund, dass er die Gegensätze in der klimatischen
Sphäre nahe verwandter Arten nicht kannte, die eben hier
aus den Thatsachen sich zu ergeben scheinen.
Die systematischen Arbeiten über die Flora von Mexiko sind in
der Literatur zerstreut: eine händschriftliche Zusammenstellung aus
diesen Quellen, welche Kotschy «) im J. 1852 versuchte, ergab eine
Gesammtzahl von 7300 Arten, die sich auf kaum 30000 g. Quadratmeilen
vertlieilen und nach Massgabe des geringen Umfangs der bisher
gründlicli untersuchten Landschaften neuen Entdeckungen nocli
Raum genug lassen. Bringt man die nicht endemischen Arten in
Abzug, so könnte man doch immer noch Ilie schon jetzt bekannten
eigenthümlichen Pflanzen Mexikos auf mehr als 5000 schätzen, ein
Reichthum, der, sofern nur ein kleiner Theil des Gebiets dieses Ergebniss
geliefert hat, den der westindischen Inseln wahrscheinlich
Aveit übertrifft i-i). Dieses Ergebniss, welches bei der Vergleichung
von Kontinenten und Inseln so häufig wiederkehrt, steht in einem
gewissen Gegensatz zu dem Endemismus der Gattungen. In Westindien
sind beinahe 100 endemische Gattungen nachgewiesen, die
Zahl der mexikanischen schätze ich^war auf 160, aber fast ein
Dritter auf die Synauthereen, bei denen die Systematik sie in höherem
Masse, als in anderen Familien, vervielfältigt hat. Das Uebergewicht
endemischer Arten ist in Mexiko ungleich grösser. Kontinentale
Gattungen haben überhaupt durchschnittlich einen grösseren
Umfang, als insulare, weil die Weite des Areals und die Mannigfaltigkeit
der Standorte nach dem Gesetz der räumlichen Verwandtschaft
der Formen zur Vermehrung der Arten den Anlass bietet. Indessen
sind gerade die endemischen Gattungen Mexikos weniger artenreich,
als die weiter verbreiteten. Dieselben vertheilen sich unter mehr als
40 Familien, unter denen ausser den Synanthereen namentlich die
Gramineen, Scrophularineen, Rutaceen und Onagrarien durch eine
Mehrzahl eigenthümlicher Gattungen vertreten sind^s], in ¿(en
Familien, die auf die Physiognomie der mexikanischen Landschaft
von Einfluss sind, finden sich endemische Gattungen bei den Palmen,
Cycadeen und Cacteen. Unter den den Liliaceen verwandten Gattungen
sind die Agaveen zwar nicht durchaus endemisch, aber doch
hier weit zahlreicher, als anderswo, ebenso unter den Palmen die .
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Systematischer Charakter der Flora. 337
Chamaedoreen. Die Reihe der vorherrschenden Familien der mexikanischen
Flora verhält sich in den drei Hauptregionen sehr ungleich.
Ueber die heisse Region beider Küsten liegen keine genügende
Zusammenstellungen vor, aber von der Hochebene giebt schon
die Humboldt'sche Sammlung 46] die grosse Uebereinstimmung mit
den südlichen Prairieen in der überwiegenden Zahl der Synanthereen,
sodann in den Gramineen, den Leguminosen, den Scrophularineen
und Labiaten zu erkennen. Dasselbe Verhältniss hat sich später bei
den Cacteen gezeigt, und somit gewährt dieses Ergebniss ein ausgezeichnetes
Beispiel von der Verbindung klimatischer und räumlicher
Verwandtschaften.
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Orisebach , Vegetation der Erde. 11 22
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