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406 XIX. Brasilien.
sind^'^). Ihr harzreicher, gabelförmig getheilter, oft gauz uiedriger
oder zu doppelter Mannshöhe sich erhebender und zuweilen fiissdicker
Stamm trägt auf seinen Gipfeln straffe Schilfrosetten. So wachsen,
durch weite Zwischenräume getrennt, diese auffallenden Zwergbäume
über das nackte, aber blumenreiche Érdreich zerstreuti^) :
im nördlichen Flachlande fehlen sie ganz, aber hier entspricht am
unteren Francisko der Pandanusform doch auch der mannshohe,
einfache Holzstamm einer Bromeliacee [Ft^ya saxatilts^'^)'.
Die Araucarien, von denen die Catingas auf den südlichen
Hocliflächen von S. Paulo verdrängt werden , sind die einzigen
Conlferen Brasiliens, die geschlossene Wälder bilden. In ihrer Blattform
der Olivenform ähnlicher, als den Nadelhölzern, an die sie doch
durch die dunkle Färbung ihres Laubes erinnern, sind sie auch nach
ihrem Wuchs und nach ihrer aufwärts strebenden Verzweigung mit
der Pinie verglichen worden. Noch bemerkenswerther ist die Verbreitung
derCycadeen in Brasilien, die, durch eine den Zwergpalmen
gleichende Form in den Pantanals von Mattogrosso nur ganz sporadisch
vertreten (durch Zamia Brongniartii) , hier den siebzehnten
Breitengrad nicht überschreiten ^ jj^ Mexiko und Westindien
reichen Oycadeen bis zum nördlichen Wendekreis und gehen in
Afrika bis zur Südküste des Kaplandes weit über die Tropen hinaus.
So scheint diese Familie nur in gewissen Floren wärmerer Klimate
als das Ueberbleibsel einer Vegetation der Vorwelt fortzubestehen
in deren älteren Perioden sie eine viel grössere Bedeutung hatte.
Ein Theil der Campos ist mit Gesträuchformationen bekleidet,
die, wo sie den Boden ausschliesslich bedecken, Carrascos genannt
werden. In gewissen Gegenden bestehen sie aus Mimoseen [Acacia
dumetorum), oder sie sind, aus den Oleander-, Myrten- undRhamnusformen
gebildet, auch durch Mannigfaltigkeit des Blüthenbaus ausgezeichnet
: von Melastomaceen, Myrtaceen, Malpighiaceen und einer
Reihe anderer Familien findet sich hier eine reiche Auswahl. Grosse
Gattungen, deren Artenmenge unerschöpft ist, bald mit grösseren,
bald mit kleinen und gedrängten Blättern treten hier auf (z. B. von
Melastomaceen Lasiandm, Microlicia, von Myrtaceen Eugenia) : die
kleinblättrigen Formen vereinigen sich zu einem niedrigen und ästigen
Gesträuch, ähnlich wie im Kaplande. Auch die Erikenform,
der sie sich annähern, entwickelt die reine Nadelgestalt ihrer Be-
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Strauchformen.—Bromelienforiii. — Succulenten.—Gräser u. Stauden. 407
laubung in einer Gattung von Synanthereen [Ujchnophora), deren
Wollbekleidung gegen das dürre Klima der Campos sie zu schützen
bestimmt scheint. Eigenthümlicher ist die Erscheinung, dass auch
unter den zur Form der Savanengräser gehörigen Restiaceen Sträucher
vorkommen {Eriocaul(m), die durch ihre weisslichen Blüthenköpfchen
an die holzigen Synanthereen erinnern.
Die Bromelienform Brasiliens ist, wie in Mexiko, den feuchten
Wäldern und den trockenen Savanen gemeinsam. Hier bedecken
die Schilfrasen der Ananas nicht selten den Boden der Campos, dort
wachsen sie häufiger epiphytisch auf den Baumstämmen. Ein merkwürdiges
Beispiel höchster Raumbenutzung und der Anpassung an
eigenste Lebensbedingungen beobachtete Gardner an den Orgelbergen
bei Rio. Hier haftet an den Felsen, 5000 Fuss über dem
Meere, eine grosse Tillandsia, die nach der Weise dieser Bromeliaceen
im Grunde ihrer Blattrosette eine Menge Wasser ansammelt.
In diesen Behältern und nur hier allein schwimmt eine ansehnliche
Wasserpflanze mit purpurfarbenen Blumen, deren kreisrundes Blatt
mit dem der Seerose verglichen wird (Utricularia nekmibifolia). Sie
pflanzt sich dadurch fort, dass sie Ausläufer, wie durch einen Instinkt
getrieben, von einer Tillandsia zur anderen entsendet, die,
ihren zufälligen Standorten folgend, sobald sie einen neuen Wasserbehälter
erreiclit haben, darin eintauchen und zu neuen Schösslingen
sich entwickeln.
Von succulenten Gewächsen i^) ist die Agavenform Mexikos
längs der Küste bis Rio ibrtgewandert [Fourcraea]; die Cacteen sind,
wie schon erwähnt 'wurde, in den Campos in der Weise, vertheilt,
dass auf dem offenen Tafellande die kleineren Formen, in den tiefer
gelegenen Ebenen von Ceara und Pernambuco bis 20 Fuss hohe
Cereen und verzweigte Opuntien vorzugsweise auftreten; doch fehlen
die grösseren Stämme auch den Catingas nicht, wo sie während der
trockenen Jahrszeit sich zwischen den entlaubten Bäumen grün erhalten.
Die Savanengräser, die in den brasilianischen Campos vorzüglich
aus Paniceen und Stipaceen bestehen und oft mit Restiaceen
[Eriocaulon] gemischt sind, erreichen hier selten eine so bedeutende
Grösse, wie in vielen Landschaften Afrikas. Sie sind gewöhnlich
nur wenige Fuss hoch, und gerade hiedurch scheint das Gedeihen der