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498 XXIII. Antarktisches Waldgebiet.
ergiebt ge^en 1600 Arten, von denen etwa 1200 endemisch sind;
Hookers Flora der Magellanländer, soweit sie den südlichen Abschnitt
unseres Gebiets umfasst, enthält noch nicht 300 Phanerogamen.
Von endemischen Gattungen hat die antarktische Flora etwa
25 geliefertes)^ die sich unter 13 Familien vertheilen und (mit Ausnahme
von Myzodendron) fast sämmtlich monotypisch sind. Eine
Mehrzahl von Gattungen enthalten die Synanthereen (6), die Coniferen
und Smilaceen (je 3).
Die Reihe der vorherrschenden Familien stellt sich verschieden
heraus, je nachdem man das ganze Gebiet oder den südlichen Abschnitt
der Magellanländer allein zu Grunde legt 26). Demungeachtet
zeigen beide Reihen eine grosse Analogie mit den verwandten Floren
der nördlichen Hemisphäre, wie es in den übrigen südlichen Kontinenten
nirgends und ausserdem nur noch in Neuseeland der Fall ist.
Eine Eigenthümlichkeit besteht darin, dass den Vegetationscentren
der Nachbarfloren gemäss unter den Synanthereen auch hier noch
die Labiatifloren vertreten sind.
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XXIV.
Oceanische Inseln.
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Nach der Darstellung der kontinentalen Florengebiete bleiben
uns noch diejenigen oceanischen Inseln zu erläutern übrig, auf denen
eine selbständige Entstehung von Pflanzen nachgewiesen werden
kann: bei den übrigen ist es ungewiss, ob sie ihre Vegetation
nur von auswärts entlehnt oder durch den Austausch die Spuren
ihrer eigenen ßildungskräfte verloren haben. Eine hohe Wichtigkeit
kommt jenen entlegenen Archipelen und Inseln des Oceans zu, wo
die Bahnen, auf denen die Vermischung der Floren erfolgt ist, sich
leichter erkennen lassen, wo die endemischen Gewächse selbst von
denen aller Festländer oft bedeutend in ihrem Bau abweichen und
wo die ursprüngliche Anordnung der Centren sich reiner, als anderswo
erhalten hat. Von solchen Inselfloren ist eben die Theorie des
Endemismas und der Pflanzenwanderung ausgegangen. Nachdem
jedoch die ihnen gemeinsamen Züge in früheren Abschnitten bereits
grösstentheils erörtert wurden, können wir uns hier auf eine abgekürzte
Darstellung beschränken, welche in ähnlicher Weise geordnet
ist, wie die Reihe der Kontinentalfloren, mit denen die einzelnen
Inselgruppen in näherer Beziehung stehen.
1. Azoren. Zwischen dem 40. Breitengrade und dem nördlichen
Wendekreise liegen im atlantischen Meere drei Archipele, die,
zwar in weiten Abständen von einander getrennt, doch durch ihre
Vegetation in enge Verbindung treten. Man hat ihre Flora, die
einer gebirgigen Oberfläche von 200 g. Q.uadratmeilen selbständig
entsprossen ist und sodann von auswärts bereichert wurde, als die
atlantische bezeichnet, Webb nannte sie die makaronesische. Von
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