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52 VL Indisches Monsungebiet. Waldre."1onen. 53
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Schlossenstünne werden zuweilen beobachtet. In diesen Aequatorialgegenden
ist die Vegetation in allen höheren Niveaus von den Jahrszeiten
gleich unabhängig, hier stufen sich die Regionen nach der
Temperatursphäre und dem Wasserbedürfniss der einzelnen Pflanzen
ab, nicht aber nach ihrer Entwickelungsperiode. Hier kann oberhalb
der Wälder eine alpine liegion sich nur da ausbilden, wo es
dem Baumwuchse an der erforderlichen Feuchtigkeit fehlt, oder wo
die vorhandenen Bäume eine höhere Temperatur beanspruchen.
Dem Feuchtigkeitsbedürfniss, welches der Boden zu befriedigen hat,
und das in gleichem Verhältniss mit der Grösse der Gewächse steigt,
wird bei tropischen Bäumen an ihrer Höhengrenze entweder durch
den schmelzenden Schnee entsprochen, dessen Wasser stetig von dem
in beständiger Bildung und Auflösung sich erneuernden Firn herabsickert,
oder, wo dieser fehlt, durch die Erhebung der Wolken zu
einem höheren Niveau.
Beide Quellen der Waldbefeuchtung wirken im indischen Himalaja
zusammen, die Baumgrenze zu erhöhen, und hierin liegt die
Erklärung der merkwürdigen Thatsache, dass ungeachtet ihrer Einschränkung
durch den Winterschnee die Wälder daselbst ein höheres
Niveau erreichen (11300 Fuss), als auf den Sunda-Inseln in der
Nähe des Aequators (9300 Fuss in Java, 9000 Fuss in Sumatra und
Borneo). Die Feuchtigkeit der Wälder des Himalaja wird theils
durch die Anordnung der hochalpinen Ketten, theils durch die
Stellung der Abhänge gegen den Monsun gesteigert. Die südliche
Hauptkette, in welcher die höchsten Erhebungen der Erde
liegen, sendet ihre Querjoche, durch enge Thäler getrennt, in symmetrischer
Anordnung weithin gegen die indische Ebene aus. In
grossartigen, aber einfachen Böschungen abfallend, tragen diese
alpinen Seitenketten die grössten Schneemassen. Auf den noch höheren
Gipfeln im fernen Grunde der Thäler wird schon der Einfluss
des tibetanischen Klimas auf die Erhebung der Schneelinie fühlbar.
Die Ostseite der den Thälern zugewendeten Abhänge, die ihre Brüstung
dem Monsun entgegenstrecken, ist die feuchtere und stärker
bewaldete. In diesen Thälern hinaufwehend, trägt der Monsun
seinen Wasserdampf zu ungewöhnlichen Höhen, indem die Abhänge
sowohl den unteren Regenwind des Sommers als die obere Gegenströmung
im Winter empfangen. Die Wolkenregion Javas, die
Region, Avo die täglichen Niederschläge am regelmässigsten und
reichlichsten stattfinden, umfasst das Niveau von 4 5 0 0—7 500 Fuss ^O),
von hier aus niauut die Menge des atmosphärischen Wasserdampfs
rasch nach aufwärts ab : in Sikkim ist durch alle Niveaus bis
12000 Fuss hinauf die Feuchtigkeit der Luft sehr bedeutend^").
Die kegelförmige Gestalt der Vulkane Javas ist ungeeignet, die Luftströmungen
nach aufwärts abzulenken, auf den meisten Bergen wird
von den Bäumen die klimatische Grenze nicht erreicht, weil der
Boden nicht feucht genug ist, mit der Wolkenregion pflegen die
Wälder aufzuhören. Wo sie aber nicht mehr fortkommen, zeigen
sich stets, wie in Südeuropa, nordische und alpine Gattungen24)
(z. B. Oentiana, Ranunculus, Viola schon bei 7—8000 Fuss). Einen
rechten Boden findet indessen die alpine Vegetation in Java nirgends.
Da die meisten Berge sich wenig über das Niveau erheben, wo Wälder
bestehen können, und da der Lavaboden der beiden höchsten
Gipfel abwärts bis 8500 Fuss von allem Pflanzenwuchse entblösst
ist, so bleibt für eine alpine Region auf diesen Kegelbergen nur ein
äusserst geringer Raum übrig ^6). In der tropischen Zone ist es
möglich, wieAvohl kaum anderswo, wie in Java, beobachtet, dass die
Baumgrenze mit der Grenze des Pflanzenlebens überhaupt beinahe
zusammenfällt, während in der nördhchen gemässigten Zone ein
alpiner Gürtel der allgemeine Ausdruck jener durch den Gang der
Temperatur auf eine kurze Periode eingeschränkten Vegetations--
Zeiten ist, die der Entwickelung zuerst von Sträuchern, dann von
Stauden und Gräsern entsprechen, nicht aber dem Wachsthum grosser
Holzcylinder, für deren Ausbildung die Blätter Monate lang thätig
bleiben müssen. In der südlichen gemässigten Zone, wo durch das
Seeklima eine Beständigkeit der Temperatur eintreten kann, die der
tropischen wenig nachsteht, verhält sich in diesem Falle, wie wir im
südlichen Chile sehen werden, die Baumgrenze ähnlich, wie in Java.
Den Waldgürtel selbst nach seinen klimatischen Bedingungen
in Regionen abzutheilen ist in den tropischen Gebirgen weit schwieriger,
als in den nördlichen Zonen, wo die Abstufung der Laub- und
Nadelhölzer sich hiezu darbietet. So einfach Humboldt's Unterscheidung
einer tropischen und gemässigten Region erscheint, so ist es
doch nicht immer möglich, eine scharfe Grenze derselben von bestimmten
Vegetationsformen abzuleiten. Blume hatte darauf auf-
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