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530 XXIV. Oceanische Inseln.
gelegenen Standorten die Bedingungen ihres Bestehens finden, beweist
der noch etwas höhere Vulkan Maunakea, der nicht aus Laven,
sondern aus losen Eruptivstoffen aufgebaut ist. Diese tragen einen
zerstreuten Grasrasen und, wiewohl die Sträucher über dem geschlossönen
Waldgürtel fast ganz verschwinden, reicht in vereinzeltem
Wachsthum der Manati-Baum (die 20 bis 30 Fuss hohe Leguminose
Ed'wardsia grandiflora) bis zum Niveau von 10,300 Fuss, über welches
hier einige andere Pflanzen noch eine Strecke weit hinaufgehen
(bis 11,300 Fuss) Der Manati gehört zu einer Gattung, die über
entlegene Länder und Inseln zerstreut ist: die nächst verwandten
Arten wachsen wiederum auf Bourbon, andere auf Neuseeland und
eine derselben zugleich an der Magellanstrasse. Auch in Hawaii, wie
auf den übrigen Sandwich-Inseln, hat übrigens die offene Gebirgsregion
nur äusserst wenige und fast keine alpine Pflanzen geliefert:
auf Maui sind gewisse Sträucher für die waldlosen Höhen charakteristisch
(z. B. ein Vaaciiimm, die Synanthereen Raillardia und
Argyroxiphium n. a).
Die Gesammtzahl der auf den Sandwich-Inseln beobachteten
Phanerogamen beträgt weniger als 600 A r t e n v o n denen mehr
als 60 Procent (gegen 370 Arten) endemisch sind : von Farnen und
andern Gefässkryptogamen wurden etwa 130 Arten nachgewiesen.
Unter den eingewanderten Pflanzen ist ungefähr die Hälfte allgemein
tropisch oder ubiqfuitär, ein Viertel stammt aus der indischen Monsunflora,
das siebente Achtel ist dem Archipel mit andern Südseeinseln,
das letzte mit Amerika gemeinsam. Die endemischen Pflanzen
bilden eine charakteristische Reihe von Familien , in welcher die
Synanthereen den ersten^ die Lobeliaceen bereits den zweiten Platz
einnehmen. Von endemischen Gattungen wurden 24 aufgestellt, wovon
nur etwa die Hälfte aus Monotypen besteht. Die übrigen und
auch einige nicht endemische Gattungen enthalten eine grössere
Reihe von Arten (wenigstens von zehn wurden mehr als zehn Arten
aufgefunden). Die meisten endemischen Gattungen lassen sich leicht
in das System einordnen : merkwürdig durch ihren weniger typischen
Bau ist eine Begoniacee {Hillebrandia), die sich den Datisceen nähert,
sodann eine Loganiacee [Lahordea], welche mit den Rubiaceen verwandt
zu sein scheint.
11. Fidschi-Inseln. Die meisten Koralleninseln der Süd-
,
Fidschi-Inseln. 531
see schliessen sich so nahe an die indische Monsunflora, dass
sie von ihnen nicht mit grösserem Rechte abgesondert werden
konnten,, als der indische Archipel vom Festlande. Denn auch
da, wo die Zahl der endemischen Arten grösser wird, ist die
Flora sowohl nach der systematischen Stellung der Pflanzen, als
nach dem Charakter der Vegetation der indischen gleichartig. ^ In
denThälern von Taiti54') herrscht die Pisangform (600—1500 Fuss),
an den steilen Bergabhängen sind die Farnbäume von kletternden
Farnen [Mertensia] umwoben, die weiter aufwärts ein unzugängliches
Dickicht bilden. Dichtere Tropenwaldung, von Lianen und
Epiphyten erfüllt, bedeckt die Samoa-Gruppe : auch hier werden die
Banyanen {Ficm), die Pandaneen und Palmen von Farnbäumen begleitet.
Auch in den Kulturgewächsen stimmen die Südsee-Inseln
überein: die wichtigsten Nahrungspflanzen sind ausser der Cocospalme
der ßrodbaum [Artocarjms incisa), der Pisang, auf den Ackerfeldern
Taro [Cohcxisia], Yams {Bioscorea alata), Pia [Tacc.a) und
Bataten [Ipomoea Batatas).
Auch von der grössten der tropischen Gruppen, den Fidschi-
Inseln (16" bis 20 <> S. B.), die bei Weitem am meisten Eigenthümliches
geliefert liaben, gilt eigentlich des Nämliche, wie von den
übrigen: ihr Endemismus zeigt keineswegs das selbständige und
dem Festlande fremdartige Gepräge der Sandwich-Inseln, die sie
dem Umfange nach (380 Q.-M.) noch etwas übertreffen, während
sie freilich geographisch weniger entlegen und nicht entfernt so hoch
gehoben sind (weniger als 5000 Fuss). Bis zu ihren basaltischen
Gipfeln sind sie mit üppiger Tropenvegetation bekleidet 54). Der
Wald mit seinen laubreichen Baumkronen lässt wenig Unterholz aufkommen
: in der obern Kegion (über 2000 Fuss), wo derselbe lichter
wird, sind die Farne häufiger, und die Stämme bekleiden sich
dichter mit Epiphyten und Lianen (z. B. Freyeinetia). Noch grösser
ist der Gegensatz der dem Passatwinde zu- und abgewendeten Abliänge
55). Die nasse und trockene Jahrszeit ist an den ersteren wenig
geschieden: sie sind daher reich bewaldet, hier gedeihen die Palmen,
Farnbäume, Bambusen, die Formen der Scitaniineen, der atmosphärischen
Orchideen. Auf dem Savanenboden der Leeseite, der von
Niederschlägen weniger benetzt wird, erheben sich aus der Grasnarbe
und dem Farngestrüpp zerstreute Pandanus - Stämme und
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