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488 XXIII. Antarktisches Waldgebiet.
matischen Verwandtscliaft zu weit entlegenen Centren Amerikas
selbst in Bezieluing stehen, eine Gattung {Podararpus) zu den tropisclien
Waldgebieten, die übrigen zu gewissen Coniferen der Nordhemispliäre,
insofern hier der Bau der Cypresse und des Taxus durch
besondere cndemische Typen ersetzt wird. Auch in der Form der
Blattorgane gleiclieu sie in zwei Gattungen [Lihocedrm und Fí¿zr<ri/a.)
der Cypresse, indem die Zweige schuppeniormig von ihnen bekleidet
werden, bei der dritten (der Taxinee fSaxot/othea und ebenso bei Po~
docarpus) sind sie den Blattnadehi der Tanne ähnlich gebildet. Diese
Nadelhölzer beginnen auf dem Küstengebirge da, wo die Araucarien
aufiiören (39 ^^ S. B.) : auf dem Westabhang der inneren Kordillere
sind sie von dieser Breite an südwärts zum Theil bis zur Magellanstrasse
nacligewiesen. Die Alerze^') [Fitzroya] ist der grösste der
hiesigen Bäume und als Nutzholz einer der wichtigsten, aber an sumpfigen,
mit Torfmoos bewachsenen Boden gebunden, kann er in den
Wäldern von Valdivia nur vereinzelt vorkommen. Die andere Gattung
von Cupressineen [TJhocedriis) enthält zwei Arten, von denen
die eine [L. ¿ctrafjona) in Chile selbst Cypresse genannt wird. Die geographische
Verbreitung verhält sich bei dieser Gattung, wie bei den
Buchen : von den beiden nicht cliilenischen Arten ist die eine in Neuseeland,
die andere in Kalifornien einheimisch.
Wo der Baumwuchs aufhört oder unterdrückt wird, erscheint
eine andere, den Cypressen in ihrer Schuppenbekleidung ähnliche
Gattung als Krummliolz (die Taxinee Lejyid(dhamnus). Dieselbe
niedergestreckte Form dos Waclisthums nimmt unter solchen Bedingungen
auch die vorhin erwähnte Buche [F. puniiHo) ^ die in
Fuegia nicht selten einen nur Fuss hohen Laubteppich aus ihren verwobenen
Zweigen herstellt
Die Bambusenform bildet ein Unterholz in den Wäldern von
Valdivia und Chiloe, durch das gedrängte Wachsthum von holzigen
Gramineen werden sie eben ganz unzugänglich. Von derselben Gattung
[Chusquea], die auch die Anden von Neu-Granada bewohnt, ist
hier eine Reihe von Arten einheimisch (bis 44'» S. B.), auf dem
Chonos-Archiper findet sie sich nicht mehr. Die Hauptarten sind
der Quila [Ch, Quila), in Gebüschen von ti bis 10 Fuss Höhe auftretend,
aber auch an den Bäumen emporrankend und der Colihuo
[C/i. Colue) ^ der mit härtern Blättern versehen und von höhcrem
Krummholz. — Bambusen. — Lianen u. Epiphyten. — Sträucher. 489
Wüchse ist [bis 18 Fuss •'>]]. Die Stengelglieder des Quila sind nicht
holrl, wie bei den ächten Bambusen, und durcli die Neigung zu ranken
ist derselbe mit andern Lianen verknüpft, an denen diese Wälder
reich sind.
Der Findruck tropischer Waldnatur, den die Bericlite der Reisenden
schildern, beruht nämlich weniger auf den tropischen Vegetationsformen,„
die in das antarktische Gebiet eintreten, als darauf,
dass die Bäume mit Schlinggewächsen und Fpiphytcn beladen sind.
Hier sielit man weder Palmen noch andere monokotyledonische Bäume
dem Laubwalde beigemischt. Auch eigentliche Farnbäume, die doch
Neuseeland erreichen, gicbt es nicht: diese P'orm wird indessen durch
grosse, auf einem niedrigen Ilolzstamm eingefügte Wedel von Farnkraut
angedeutet (z. B. Lomarm niagellanira). Neben den Bambusen
kann man sodann nocli die Bromelien als eine tropische Vegetationsform
anführen (die Gattung Bromelia). Die Lianen bestehen grossentheils
aus besondern Familien und Gattungen, unter denen mehrere
endemische Smilaceen die bemerkcnswertliesten sind [Larjiriaga) ,
namentlich audi eine besonders scliöne Art mit grossen, rothen Lilienblumen
[Lajutgeria). Die stärkste holzige Liane ist eine Saxifragee
[Comidia) mit armdickem Stamm i'^), die hoch in die Bäume
hinaufsteigt und deren Laub von iliren Kronen herabhängt. Die
Gruppe der Lardizabaleen verbindet die Flora von Chile mit Japan
und dem Himalaja. Die Epiphyten sind nicht entfernt so mannigfaltig,
wie in den Tropen Wäldern, die atmosphärischen Orcliideen
fehlen ganz; was aber aus dieser Formenreihe vorkommt, ist von
ähnlicher Bildung, wie dort, unter den Parasiten die Loranthusform,
sodann ein Paar anmutliige Gesneriaccen mit scharlachrothen Blumen
und unter den Farnen jene zierliche Gruppe, die in ihrer Bclaubung
den Moosen gleicht [Hymmophi/llimi).
In den südlichen Gegenden, wo die Bambusen nicht mehr fortkommen,
wird das Unterholz der Wälder aus immergrünen Sträuchern
gebildet, aus den Formen des Oleander, der Myrte und der
Eriken. Mehr als zwölf verschiedenen Familien angehörig, unter
denen die Ericcen und Myrtaceen, sowie die Gattungen Berberis und
Escallonia die meisten Arten enthalten, sind auch diese Gewächse
in vielen Fällen durch lebhafte Blüthenfärbung geziert. An den stürmischen,
ungastlichen Küsten von Fuegia verleiht es dem Buchen