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522 XXIV. Oceauisclie Inseln.
Hooker äusserte die Vermuthungj dass die Vegetation von S. Helena
in näherer Beziehung zum Kaplande stehe, und führte 5 Gattungen ^S)
an, die beiden Floren gemeinsam wären. Allein mehrere derselben
sind nach Roxburgh's Zeugniss vom Kap erst eingeführt worden:
nur durch die Rhamneen [Phylica] und die Campanulaceen ( Wahlenbergia)
kann jene Meinung unterstützt werden. In den übrigen
Fällen finden wir Verwandtschaften zu den verschiedensten und entlegensten
Vegetationscentren, und besonders zu ändern oceanischen
Inseln. Vor Allem erinnern die • Synanthereen an die ähnlichen
Strauch er auf den atlantischen und an Bäume auf gewissen pacifischen
Archipelen, die in einem weiten Umkreise Südamerika umgeben,
wo dieselbe Familie an kontinentalen Holzgewächsen reicher
ist, als anderswo. Von den vier helenischen Gattungen selbst aber
ist nur Petrobium von bestimmt südamerikanischem Typus ; die drei
anderen sind mit grössern Gattungen verwandt 37) ^ die man wegen
ihrer weiten Verbreitung als polycentrisch bezeichnen kann. Diese
Synanthereen nannte man theilsGummi-, thdls Kohlbäume, und neben
ihnen nahm das helenische Ebenholz und das Rothholz an der Bewaldung
den grössten Antheil : diese beiden letztern Bäume nun gehören
zu einer Gattung von Sterculiaceen [Trochetia] , weiche ausserdem
nur auf den Maskarenen einheimisch ist, und dort wächst auch eine
Euphorbiacee, die man, jedoch vielleicht durch die nahe Verwandtschaft
irregeführt, sogar nur für eine Varietät eines der helenischen
Bäume erklärt hat [Acalypha rubra). Sodann erinnert eine holzige
Lobelie (i. scaemlifoUa), die eine eigene Abtheilung in dieser Gattung
bildet, an die Holzgewächse aus der Familie der Lobeliaceen,
die für die Sandwich-Inseln charakteristisch sind, und zuletzt bleiben
noch drei andere Sträucher aus Gattungen übrig, die auf Europa
und die atlantischen Archipele hinweisen, aber auch zugleich polycentrisch
sind [Frankenia, Physalis, Plantago), Nach diesen Thatsachen
kann von einem Stammkontinent weder in dem Sinne die Rede
sein, dass die Flora von daher durch natürliche Einwanderungen
wesentlich bereichert wurde, noch als ob die endemischen Arten aus
Umbildungen von Pflanzen hervorgegangen wären, die in einer früheren
Periode von auswärts dahin gelangten. Nur von gewissen
klimatischen Analogieen ist ihre Organisation der Ausdruck. S. Helena
verhält sich demnach ganz verschieden von den Kap-Verden
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Madagaskar. 523
und liefert den vollgültigen Beweis, dass die Entstehung der Pflanzen
auf Inseln ebenso wohl, wie auf Kontinenten , unabhängig von
andern Vegetationscentren möglich war. Warum sollte auch der
geographische Umfang eines Gebiets auf die Kräfte, welche die Organisationen
erzeugt haben, von Einfluss sein? In dem kleinsten
Räume, wie im grössten, konnten sie in besonderer Weise sich entfalten:
nur werden sie im ersteren Falle weniger zahlreich sein
müssen.
7. Madagaskar. Der Küste von Mozambique bis auf etwa
60 g. Meilen genähert, an Umfang (10900 Q.-M.) grösser als
Frankreich und in der Zone des südlichen Passats noch über den
Wendekreis des Steinbocks hinausreichend (12 0—25o S. B.) liegt
im indischen Meere Madagaskar, die bedeutendste unter allen Inseln
mit überwiegend endemischer Vegetation. Der Länge nach wird sie
von hohen, granitischen Gebirgsketten durchzogen, deren höchste
Erhebung man auf 11000 Fuss schätzt und die nach beiden Seiten
zu einer sumpfigen oder mit Lagunen erfüllten, ungesunden Küstenniederung
sich abflachen. Auf die Regenzeit werden 7 Monate gerechnet
[Oktober bis April 39)]: da aber die Gebirge vom Südostpassat
getroffen werden, so ist der grösste Theil der Insel mit feuchten
Tropenwäldern bedeckt, welche im Innern mit hochgelegenen
Grassavanen abwechseln, wo die trockene Jahrszeit schroffer abgesondert
ist 39). Nur im Süden (210_25 0 S. B.) hören die Wälder
auf: hier findet man sandige Tiefebenen mit einer dürftigen Vegetation
von dornigen Gewächsen 40).
Der Vegetationscharakter von Madagaskar ist übrigens bis jetzt
noch nicht anschaulich dargestellt: nur Einzelnheiten wurden ausführlicher
besprochen und ansehnliche Sammlungen nach Europa
gebracht, durch deren Bearbeitung für die Systematik Manches geleistet,
jedoch keine zusammenhängende Uebersicht gewonnen ist.
Unter den Vegetationsformen der Wälder ist der Baum der Reisenden
{Ravenala) wohl die merkwürdigste Erscheinung, ein hoher Pisang,
in gewissen Gegenden unter allen Gewächsen vorherrschend
dessen Laubrosette, zweizeilig geordnet und in senkrechter Fläche
ausgespannt, einem grossen Fächer zu vergleichen ist: die Blattstiele
nun sind an ihrem Ansatzpunkte zu einer geräumigen Höhlung vertieft,
womit sie das Wasser auffangen und zurückhalten, so dass sie,