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Trockenheit des Klimas. 75
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s t ? r '''' Fuss^ausgebreitete Hochfläche, wo
aus der clampiJeeren Atmosphäre fast niemals Niederschläge fa len
wo d.e Thalschlnchten, die Wadis, trocken liegen nnd nur unt
^ ^ aie Verwitterung des F e l sCt ,
keine Alluyonen erzeugt hat, sondern bald sandige Erdkrumen ohne
H ™ ^ bald nackte Steinwüste, ohne Erdkrume mit einandTw h
sein. Dass aber die Wasserlosigkeit der Oberfläche nicht aus dem
geologischen Bau Nordafrikas, sondern aus den Beweg n g l de"
Atmosphäre zu erklären sei, geht am deutlichsten aus d L Z u Z
J " - e n an der Südgrenze der Wüste gegen Sudan hervor/wo dl
i r i i r V' n Luftströmungen unterbrochen
andeit. In den unermesslichen Ebenen, die vom Nil durchströmt
weMen, verlasst dieser Strom die Zone der tropischen R fn I
1 Thr 7 r f " ^^^^ stromabwärts das
ganze Jahr hindurch herrschenden Nordpassat hier begegnen und
gerade hier geht die Wüste allmälig in Savanen über die in S mmer
mit dichtem Grase bewachsen sind. Ebenso rei ht die üpp"
B ^ ^ j e ^ ^ ü a n Sudans bis zur Gebirgsoase der im Meridian'von
Tunis gdegenen Landschaft Air [ISON. B . ] w o der Boden felsig
i^t, wie in der Sahara, aber südliche Winde Regen bringen
Die wüste Wendekreiszone des nördlichen Afrikas verhält sich
also übereinstimmend mit denjenigen Breiten des Oceans, wo der
Passatwind ununterbrochen weht und der Wasserdampf, von dieser
in ihrer Bewegung sich erwärmenden Luftströmung aufgenommen,
dem heissesten Erdgürtel zugeführt wird, ohne sich zu Wolken zu
verdichten . Allein bei dieser Auffassung begegnet man Schwierigkeiten
, die zu abweichenden Ansichten über den regenlosen Charakter
der Sahara geführt haben. Wie soll, könnte man fragen, die
Luft nach Süden, nach Sudan als Passatwind strömen, da unter dem
heiteren oder nur durch Wüstenstaub getrübten Himmel der nackte
Erdboden der Sahara durch die Sonnengluth stärker erhitzt wird,
als'irgendwo sonst, und der Passat doch nur eine Bewegung von
kälteren zu wärmeren Gegenden ist? Auf diesen Einwurf gründet
sich die Meinung Humboldt's^), der die Regenlosigkeit der Wüste
von dem wärmestrahlenden Sande ableitet, von dem »heisse Luftsäulen
überall aufwärts steigen und das Gewölk auflösen«. Aber
dieselben Ursachen, durch welche die Wärme zum üebermass gesteigert
wird, so lange die Sonne am Himmel steht, bewirken auch
eine nicht minder excessive Abkühlung während der Nacht. Störungen
der Windesrichtung werden durch diese grossen Variationen
hervorgerufen, aber die allgemeinen Bewegungen der Atmosphäre
beruhen in der tropischen Zone auf den Mittelwärmen, die eine Folge
der Solstitialbewegung sind. Diese aber liegen in dem heissen
Wüstengürtel Afrikas in der That tiefer5), als in Sudan, ihre
Zunahme erzeugt auch hier den trockenen Passatwind, dessen
Richtung den äquatorialen Wärmecentren des Kontinents zugewendet
ist.
Ein anderes Bedenken kann man aus den Beobachtungen über
die Winde der Sahara selbst schöpfen. Die bestätigenden Angaben
will ich voranstellen. Im Nilthale herrschen von Kairo bis zum
Südrande der nubischen Wüste die Nordwinde das ganze Jahr ß). Im
Westen, im Meridian von Timbuktu, traf Caillé unablässig wehende
Ostwinde während des Sommers, und im Winter, als Panet') von
Senegambien nach Marokko reiste, herrschten ebenfalls noch näher
der Westküste (20 « N. B.) nordöstliche und östliche Winde. Diese
sind es, die fern in das atlantische Meer den Wüstenstaub tragen
und ihn zuweilen auf die vorübersegelnden Schiffe niederfallen lassen.
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