
T
50 VI. Indisches Mousung-obiet. Haump-enzeii in der tropischen Zone. 51.
! .1
i i I I
(
iiachtheilig, in den M^estlicheu Tliälern, wo liäiifiger Sonnenschein
die Niederscliläge des Sommers unterbricht, wird zwar europäisches
Obst von einiger Güte erzeugt , aber erst jenseits der klimatischen
Grenze des Monsunregens begegnen wir dem Weinbau im Satlejthale
von Kunawur.
In ganz Indien ist der Reis die wichtigste Nahrungspflanze.
Die durch den wecliselnden Wasserstand beförderten Irrigationen
und die Benutzung der ßegenperiode für die früheren Vegetationsphasen
dieses Gewächses sind die natürlichen Grundlagen seines allgemeinen
Anbaus. Auf die Herbsternte folgt in den meisten Gegenden
Hindostans die Kultur von Winterfrüchten, die im Frühling vor
der grössten Hitze geschnitten werden. Im Punjab und ostwärts bis
über Benares hinaus ist der Weizenbau bedeutend, auf dem Tafellande
und an der Westküste von Gujerat breiten sich die Baumwollenfelder
aus, der untere Ganges bespült das Gebiet des Mohns
und des Indigo 26).
In den feuchteren Klimaten bestimmen neben den Reisfeldern
die Baumkulturen die Physiognomie der belaubten Landschaften.
Die Erzeugung des Kaffees auf Java, des Zimmt [Cinnamomum zeylanicum)
in Ceylon, der Muskatnuss [Myristica moschata) und der
Gewürznelken [CaryopIajUus aroniaticus) auf den Molukken, der
Brodbaum und die Cocospalme auf den Südseeinseln treten an die
Stelle der in ihren Laubformen ähnlichen Wälder, der Anbau des
Pfeifers [Piper nigrum) in Malabar und Siam erinnert an deren
Lianenbildungen. Hier sind auch die Fruchtbäume von Bedeutung,
einige der edelsten Früchte der tropischen Zone sind natürliche Erzeugnisse
dieser Klimate. Die Agrumen [Citnis) stammen wahrscheinlich
von der malayischen Halbinsel, die Mangostana des Archipels
[Garcinia Mangostana) wird von Einigen für die schmackhafteste
Frucht aller Zonen gehalten, sie soll das Aroma der Ananas
und des Pfirsich verbinden. Die Ausbildung süsser Früchte wird in
den bewaldeten Aequatoriallandschaften unter denselben Umständen
gefördert, wie die Savanenbildung, ihre Veredlung, die in der Vermehrung
des Zuckergehalts sich äussert, ist eine Folge ihrer Kultur
an offener gelegenen Standorten. Der Lichtung des Waldes folgt
eine intensivere Insolation, und der Savane entspricht die Anpflanzung
des Zuckerrohrs oder der Feldbau überhaupt, indem mit der Entfernung
der Bäume die Umwölkung und der Niederschlag sich vermindern.
Mit den von der Pflanze ausgesonderten Stoffen verhält
es sich indessen anders, wie mit dem Zucker und Stärkemehl, die
ilirer Ernährung oder doch der von thierischen Organismen dienen.
Die gewürzhaften, das Nervensystem stärker reizenden ätherischen
Oele der Myrtaceen, Laurineen und Scitamineen, wodurch Indien
sich vor denen der gemässigten Zone auszeichnet, deuten auf besondere
klimatische Bedingungen, da diese Gewächse auch im tief beschatteten
Jungle an ihrenBestandtheilen nichts einzubüssen scheinen.
Von Gelen solcher Art, die auch stets von anderweitigen Stoffen begleitet
sind, ist schwerlich anzunehmen, dass sie, wie bei den Labiaten
der Mediterran- und Steppenflora, bestimmt wären, die Verdunstung
der Blätter zu mässigen.
Regionen. Die Unterscheidung klimatischer Regionen in den
tropischen Gebirgen ist auf die Abnahme der Wärme und in geringerem
Masse auch auf die Anordnung des Wasserdampfs in der
Atmosphäre zu begründen, nicht aber, wie in den nördlichen Zonen,
auf die Dauer der Vegetationsperiode, weil die Temperatur das ganze
Jahr hindurch nahezu dieselbe bleibt und die Niederschläge des Elevationsregens
weniger periodisch sind, als im Tief lande. Allein der
Himalaja hat in dieser Beziehung, seiner geographischen Lage
ausserhalb des Wendekreises gemäss, eine besondere Stellung : hier
ist die Schneegrenze noch dem Wechsel der Jahrszeiten unterworfen,
und so vereinigen sich, indem nach abwärts die Verhältnisse der
Wärme und Feuchtigkeit in so hohem Grade tropisch sind, an seinem
indischen Abhänge die Vegetationsbedingungen der gemässigten und
heissen Zone. Im östlichen Nepal 4i) bedeckt Schnee den Boden
oberhalb der Baumgrenze vom December bis April; die Lager sind
zuweilen 12 Fuss tief; im Sommer schmelzend, ziehen sie sich aufwärts
bis zur Firnlinie zurück und lassen einen Raum von beinahe /
4000 Fuss für die alpinen Gewächse übrig (11300—15100')- Der
Himalaja ist das einzige bekannte Gebirge des Monsungebiets, welches
ewigen Schnee trägt, nur in Neu-Guinea will man aus der
Ferne schneebedeckte Gipfel gesehen haben. Die höchsten gemessenen
B e r g e d e s Archipels sind der Semeru auf Java (11480')
und der Kina Balu im nördlichsten Theil von Borneo (12850 '). Auf
diesen Hochgipfeln aber schneit es niemals, nur vorübergehende
4* I