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228 XL Australien. Ergiebigkeit der Centren. 229
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abgeschlossen und vor dem Anstausch mit fremdartigen Erzeugnissen
bewahrt. Anf engem Räume längs der Küste zusammengedrängt,
grenzen sie ostwärts an wasserlose Ebenen, von denen ihre Vegetation
nicht leicht überschritten werden kann. An der Nordwestktiste
wechseln trockenere und feuchtere Landschaften, wo die tropischen
Jahrszeiten mit denen am Swan River nicht mehr übereinstimmen,
und schon ehe man diese Gegenden erreicht, hat in der
trockenen Wendekreiszone der Reichthum der südlicheren Breiten
sich längst verloren. Der Scrub, der die meisten Bestandtheile der
Flora enthält, ist eine Formation, die wegen der Dichtigkeit ihres
Wuchses, wo ein Strauch von dem anderen Schutz, Schatten und
Stütze empfängt, zu abgesonderter Verbreitung des Einzelnen sich
wenig eignet, während die Gewächse der offnen Landschaft wiederum
nicht leicht die Schranke überwinden, welche so ausgedehnte Dickichte
von Holzgewächsen ihrer Wanderung entgegenstellen. Endlich sind
es auch die vom Inneren des Kontinents abweichenden geognostischen
Verhältnisse der Küstenlandschaften, welche den Boden und die
Vegetation des Südwestens beeinflussen und zu dessen abgesonderter
Stellung beitragen.
R. Brown war auch hier der Erste, der die Selbständigkeit der
Vegetationscentren von Swan River und King George's Sound erkannte").
Er bemerkt, freilich nach unzureichenden Sammlungen,
dass dieser Theil der Westküste wahrscheinlich nur wenige Arten
mit derselben Parallele der Ostküste gemein habe. Auch Avar ihm
bereits bekannt, dass an der Südwestküste die grösste Zahl von
Gattungen vorkommt, die das eigenthümliche Gepräge der australischen
Organisation an sich tragen. Noch weiter in der Auffassung
gesonderter Vegetationscentren ist Drummond^) gegangen, der, von
einer Reise nach King George's Sound zurückkelirend, behauptete,
dass daselbst eine sehr grosse Anzahl von Pflanzen auftrete, die, in
der Entfernung von nur drei Breitengraden, am Swan River nicht
bekannt seien. Alle diese Thatsaclien sind von Hooker9), der über
das umfassendste Material gebot, vollständig bestätigt und bedeutend
erweitert worden. Nur die Anzahl der dem Südwesten und Südosten
gemeinsamen Arten war von R. Brown zu gering angeschlagen :
sie beläuft sich nach Hooker auf zehn Procent der Gesammtzahl,
aber die grossen endemischen Gattungen sind sein- späriich dabei
vertreten, keine Acacie und kein Eukalyptus wurden von einer Küste
zur andern verbreitet gefunden. Wenn Hooker ferner, die Angaben
Drummond's bestätigend, anführt, dass die üebereinstimmung zwischen
Victoria und Tasmanien bei Weitem grösser sei, als zwischen
King George's Sound und Swan River, so muss man freilich die
Vorstellung aufgeben, dass in allen Fällen das Meer die Vegetationscentren
entschiedener trenne als das Festland: ein schmaler
Meeresarm kann auch zu Verbindungen dienen und ist für die Ansiedelung
dev Gewächse an seinen Küsten kein solches Hinderniss,
wie ein Scrub, dessen Bestandtheile sich nicht von einander lösen,
oder eine ungleiche Beschaffenheit des Bodens, wie sie Drummond
im Auge zu haben scheint, indem er sagt, dass eine morastige Fläche
ihm die grosse Ausbeute endemischer Arten am King George's Sound
geliefert habe.
Es kann also als ausgemacht gelten, dass nirgends in Australien
in gleichem Grade, wie im südwestlichsten Winkel dieses Kontinents,
die Vegetationscentren ihren ursprünglichen Zustand bewahrt
haben. Sie blieben hier gesondert, wie die Liseln eines Archipels
und von dem Festlande abgeschlossen, als lägen sie mitten
in einem grossen Ocean. Hiedurch erhalten diese Landschaften ein
besonderes Interesse für die Begründung unserer Vorstellungen über
den Ursprung der organischen Natur, indem sie auf's Neue zeigen,
dass dieselben. Gesetze, welche in Bezug auf die geographische Sonderung
der Arten von den endemischen Archipeln abgeleitet wurden,
auch für die kontinentalen Vegetationscentren gültig sind.
Hier ist nun zuerst näher auf den Reichthum der südwestlichen
Flora einzugehen, der mit der Kleinheit der Wohnbezirke der einzelnen
Arten in so naher Beziehung steht. Die Küstenlandschaft
von Swan River und King George's Sound hat dem Hooker sehen
Gesammtkatalog der australischen Flora 3600 Arten geliefert^), der
Südosten 3000, das tropische Gebiet 2200 : hiezu kommen noch die
in Südaustralien beobachteten Pflanzen, welche so gering an Zahl und
so wenig eigenthümlich sind, dass sie als von anderen Vegetationscentren
eingewandert gelten können. Von den 8000 Phanerogamen,
die Hooker damals bekannt geworden wai^en, gehören weniger als
1000 Arten zwei oder mehreren Abschnitten des Kontinents zugleich
an, über 7000 sind in einem der drei Hauptgebiete endemisch
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