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536 XXIV. Oceanische Inseln.
Forstbeständen auf: die meisten Bäume verbinden sich zu gemischten
Wäldern, in welchen die Myrtaceen (z. B. Metrosideros), Laurineen
und Coniferen eine Mehrzahl von Arten enthalten.
In geselligem Wachsthum sind die einförmigeren, bräunlich oder
matt gefärbten Gesträuche und die Farne verbunden, welche die offenen
Berggehänge und dürreren Flächen bekleiden. Hier herrschen
die mannshohen Manuka-Gebüsche [Leptospermum) und eine Rhamneengattung
[Pomaderris], oder in gleicher Grösse das undurchdringliche
Farnkraut [Pteris esculenfa), welches man nur als eine klimatische
Varietät des ubiquitären Adlerfarns zu betrachten pflegt, das
aber wegen seines Gehalts an Nahrungsstoffen hier werthvoll, in
seiner europäischen Form hingegen nutzlos ist. Dies sind auch die
Standorte der Veronika-Sträucher, einer der wenigen Gattungen,
von der die neuseeländische Flora eine grosse Reihe von Arten zählt.
Ueberau schwach vertreten sind die Gräser und Leguminosen, auch
fehlen die einjährigen Kräuter. Nur die vulkanischen Gerölle der
Nordinsel 65) erzeugen ein mageres Weideland, wo dürftiges Gras mit
stechenden Blättern von einem Dornstrauch (der Rhamnee Discaria)
und ebenfalls dornigen Stauden (der Umbelliferengattung Aciphylla)
begleitet wird."
Die Gebirge Neuseelands, auf denen auf der Südinsel die Gletscher
bis in die Waldregion hinabreichen 66), sind wegen der Aehnlichkeit
des Klimas und ihrer geographischen Lage mit den südlichsten
Anden zu vergleichen. Auch hier finden wir, dass die Baumgrenze
gegen die Schneelinie ziemlich hoch hinaufrückt, doch mit
dem Unterschiede, dass die letztere bei Weitem nicht so tief liegt,
wie unter gleicher Breite in Valdivia, und dass der geschlossene
Wald der alpinen Region freien Raum übrig lässt, wobei aber doch
einzelne- Baumgruppen noch im Bereiche derselben übrig bleiben.
Immergrüne, den antarktischen verwandte Buchen {Fagus fusca und
Menziesii], die auch hier die eigentliche Waldregion im Gebirge bilden,
hören schon bei 4200 Fuss aufes), aber eine andere, ebenfalls
hochstämmige Art {F. Solandri) und zwei Coniferen [Lihocedrm
Bidimllii u. Phylloeladus alpinus) verlieren sich erst bei 5600 Fuss 67]*;
eine kleinere Buche [F. cliffortioides) ist den alpinen Höhen eigenthümlich
(4700—6600 Fuss). Die Messungen der Schneelinie ergaben
ein mittleres Niveau von 7 2 0 0 Fuss 68). Durch die Forschungen
Neuseeland. Endemismus. 537
in der alpinen Region der Südinsel ist die Kenntniss der endemischen
Flora nicht unerheblich erweitert worden, aber die Analogieen mit
der Vegetation der • Polarländer beschränken sich auf wenige Gattungen
[Gentiana, Ranunculus, Veronica). Unter den alpinen Sträuchern
finden sich zwei Ericeen [Gauitheria) : zahlreicher sind die
Rubiaceen [Coprosma] und die holzigen Synanthereen; unter den
weniger mannigfaltigen Stauden sind die Umbelliferen [Pozoa, Ligusticum)
und einige Monotypen wohl die merkwürdigsten.
Nach seinem Umfange mit Italien vergleichbar (5000 g. Quadratmeilen)
, hat Neuseeland, so eingehend auch die Flora erforscht
worden ist, doch wenig über 1000 Gefässpflanzen geliefert 69), wird
also wohl nicht mehr als ein Viertel von den in einem gleich grossen
Gebiete Südeuropas einheimischen Arten enthalten. So massenhaft
auch die Farne auftreten, so ist doch die Zahl der Arten (115) kaum
so gross, wie auf den Sandwich-Inseln. Zunächst ist die Armuth
der Flora unstreitig der in so hohem Grade abgeschiedenen, oceanischen
Lage beizumessen, da das nächste Land, wo ein ähnliches
Klima herrscht, das antarktische Amerika, über 1300 g. Meilen entfernt
liegt. Das Verhältniss der endemischen Phanerogamen in Neuseeland
beträgt in Folge dessen nicht weniger, als 72 Procent69).
Sodann ist aber auch die Einförmigkeit der von Bäumen beschatteten
Standorte für die geringe Ergiebigkeit der Vegetationscentren von
Bedeutung, obgleich der Boden auf der Nordinsel reich an fruchtbaren,
vulkanischen Gesteinen, auf den südlichen Alpen aus granitischen
Felsen und Schiefern bestehend, wie in Südafrika, genug
Verschiedenheiten bietet, um einen Wechsel in der Vegetation hervorzurufen.
Aber beide Inseln scheinen ursprünglich durchaus bewaldet
gewesen zu sein, da man das Harz der Kaurifichte auch im
Farngestrüpp ausgräbt und hieraus geschlossen hat, dass die offnen
Landschaften das Werk des Menschen sind, indem die Eingebornen
in früherer Zeit den Wald durch Feuer zerstörten, um der Ausbreitung
der Farne, von denen sie lebten, Raum zu s c h a f f e n
Die neuseeländische Flora zählt 24 endemische Gattungen,
welche zu 19 verschiedenen Familien gehören und fast sämmtlich
monotypisch sind: bei mehreren ist die systematische Stellung ziemlich
unbestimmt (z. B. bei Carpodetus und Ixerha, die jetzt zu den
Saxifrageen gestellt werden)'. Das Verhältniss der Gesammtzahl der