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XV.
Mexikanisches Gebiet.
Klima. Ilmuboldt vergleicht das nioxiknuLsche Klinui mit dem
peniniiischon, in beiden Ländern beruhe die Dürre des hochg-elegenen
Hiuuenhvndes niif der Annälierung der Gebirge an die Küste'),
lliemit sind, wenn wir diesen Gesichtspunkt erweitern, die klimatischen
Gegensätze des tropischen Amerikas in ihrer Abhängigkeit
von der Erhebung der Anden schon in sofern anerkannt, als der
KontintMit, ebenso Avie Afrika, innerhalb der Wendekreise unter der
Herrschaft der Passate steht und aus diesen atlantischen Seewinden
an den Meridiaugebirgen Elevationsniederschläge entstehen, die der
westlichen Abdachung derselben entzogen bleiben. Indessen ist nur
in Mexiko die dem Passatwinde ausgesetzte Kordillerc ein Küstengebirge,
in Peru erhebt sie sicli aus dem weiten Tieflande Brasiliens.
Aber, auch abgesehen von der verschiedenen Lage der Gebirgslinien,
erhält Mexiko durc/h die Unterbrechung der Anden im Isthmus
von Panama und durcli die abweichende Bildung des Reliefs eine
abgesonderte Stellung, welche der Flora dieses Landes einen hohen
Grad von Selbständigkeit bew^alu't hat. Iiier gehören die Wälder
von Eichen und von Nadelhölzern aus dem Geschlechte der Fichten
(Piuffrs) ZU den herrsclionden Vegetationsformen, beide überschreiten
den Aequator nicht, die letzteren nicht einmal den Isthmus, sie
keliren in Südamerika nirgends wieder, nur einen Tlieil des westindischen
Archipels erreichen sie noch.
Nach dem Küstenumriss und auch in ehugen anderen Beziehungen
könnte mau Mexiko mit Ostindien und d;(S tropische Südamerika
mit Sudan vergleiclien. Mexiko zeigt namentlich eine ähn-
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KiuHus^ des lieliels iuif das Klima
li(die, von dem Niveau und der Exposition abhängige JMischung der
Klimate, wie Hindostán ; in beiden Ländern giebt es weite Eäume,
von denen die Fülle der Tropentlora ausgeschlossen ist. Da aber
die zusammenhängende Hochebene Mexikos bei Weitem höher liegt,
als Dekkau [6 — 8000 Fuss'-^j] so trägt die Vegetation iti einem
grossen Thcile des Landes das Gepräge der gemässigten Zone.
Nur wenige Formen, einzelne epiphytisclie Orchideen und Bromeliaceen,
welche auf den Nadelhölzern wachsen'^), erinnern hier von eine
l\)llu)he, unter der man doch, in die eingeschnittenen Thäler oder
zu den Küsten hinabsteigend, binnen wenigen Stunden sich von der
tropischen Uei)pigkeit des Pflanzenlebens umgeben sieht. Die Unterscheidung
der mexikanisclien Vegetati(m nach den Kegionen ist d(unnacli
das wichtigste Moment, um ihren Charakter naturgemäss darzustellen,
und so sehr in die Augen fallend, dass sie bei den Bewolinern
einen landesüblichen Ausdj'uck erhalten hat. Die Einthcilunir
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Mexikos in lieisse, gemässigte und kalte Landschairen (7;V.'/vy/.s' c a M -
templadas \\. frias) weist darauf hin, dass sie tliese lîegionen,
von denen die Erzengnisse des Bodens bedingt sind, mit der Abnahme
der Temperatur nach dem Niveau in Verbindung setzen.
Neben der Wärme muss aber auch die ungleiche Dauer imd
Intensität der Regenzeit in Betraclit gezogen werden, um die Abstu -
fungen der Vegetation nach ihrer Exposition gegen die herrscheiulen
Winde würdigen zu können. Nur an der östlichen Abdachung
Mexikos, welche aus dem Passat die Wasserdämpfe des Golfs niederschlägt,
kann die Feuchtigkeit einen Grad erreichen, welcher der
Entwickelung alle)* Vegetationsgebilde der Tropenzone entspricht
und selbst in der Nähe des Wendekreises an die äquatorialen Landschaften
Südamerikas erinnert. Aber auch hier finden sidi da, wo
das Relief eben oder wenig geneigt ist, und nocli allgemeiner unter
dem austrocknenden Einflüsse der weiten Hoclifläche dürre Klimate,
deren Vegetation nur von vorübergehenden Zenithregenzeiten benetzt
wird. Auf der paciiischen Seite des Kontinents ist vom Wendekreise
bis zum Isthmus dasZeitmass der Niederschläge überall verkürzt, weil
dieselben nur während der Dauer südwestlicher Seewinde fallen, eines
Monsuns, der unter ähnlichen Bedingungen^, wie in Hindostán, entsteht
und von dem trockenen Passat der übrigen Monate verdrängt Avird :
auch hier folgen daher die Regenzeiten dem Zenithstande der Sonne.
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