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240 XII. W;ildf?obiot, (lof, wcstliehon Kontinents.
und mit diosem Verliültniss stellt der abweicliende Verl.-inf der lianmgrenzo
in Bezielnin^-. Von der Boiliring'striiasc bis /um liürensee ist
die Lage derselben :Llinlicli, wie dort, bis zu einer miissig-pii Entiernuno
sind die Wäldei- von der durch die Eismassen des Polarmeers
abgekühlten Nordküste.zurückf,^edrängt. Dann aber senkt sich die
IJauiiigrenzo Amerikas slklostwärts zur Iludsonsbai und erreicht in
Labrador die niedrigste Breite auf der ganzen nördlichen ITemisphäre
(5!)"). Die Zone der weissen Tanne ist hier um mehr als
das Doppelte schmaler, als im Inneren des Kontinents. Diesen
(Jiigiiusatz zwischen dem Westen und Osten Nordamerikas hatt(!
schon l^'orster, a,ul' Mackenzie's Reisen i'iissend, erkannt. Dove wies,
um ihn zu erklären, auf die arktischen Meeresströmungen hin, welche
die Eisberge bis in die Iludsonsbai treiben. Diese Küsten, erkältet
durch deren Schmelziingsprocess, nannte er die Länder des kalten
Frühlings. Aber auch andere Momente bieten sich dar, zu diesem
Ergebniss mitzuwirken. Der Nordwestwind weht hier über die
grossen, von Eis umgürteten Inseln des Polarmeers, die ebenso sehr,
wie die Kontinente in der Iieisson Zone Centren der Hitze, mit dem
oirenen Tolarmeere verglichen, Mittelpunkte der Kälte im Winter
und Frühling sind. Das Kap Patluirst, in dessen Meridian dieser
dicht gedrängte Archipel endigt, ist nach Richardson eine wahre
Wetterscheide oder ein klimatischer Grenzpunkt, westwärts dem frei
giiöirncten Golf der Mackcnzie-Mihidung gegenüber liegend, nach
Oat(in hingegen auch im Sommer fast vollständig durch Kisbänke mit
den Inseln an der IJarrowstrasse verbunden. Endlich ist, wie bereits
bemerkt wurde, auf die geographische Lage der Iludsonsbai
ein besonderes Gewicht zu legen. Die niedersinkenden, auf ihre
höchste Dichtigkeit abgekühlten Schichten ihrer Gewässer können
hier nicht, wie im offenen Ocean, nach Süden, nach der heissen Zone
abilieasen, uiul am Grunde der Bai ist daher stets eine auf das angren -
zende I'\istland wirkende Kältequelle vorhanden, welche die Wärme
des Sommers nicht auszugleichen vermag. l<]in solcher nach Süden
vei-schlossener.Meerbusen verhält sich ähnlich, wie ein tiefer Landsee,
an desser Ufer die geringere Erwärmung des Wassei's fühlbar
wird, aber die Iludsonsbai ist grösser als alle nordamerikanischen
Seen zusammengenommen, und deshalb ist auch die (irkältende Wirkung
ihrer (Jewässer die grösste.
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Zone der Oregon-Tannen. 241
Die Polargrenze des Getraidebaiis reicht im Inneren der nordamerikanisclien
Tannenzone weiter nach Norden, als in Sibirien.
Fast nnbewohnt, nnr zu Jagdgründen für den Pelzhandel dienend,
ist Hiidsonien freilich weit entfernt, ein Korn prodncirendes Land
zu werden, aber es hat doch vielleicht eine reichere Zuknnft, als
Sibirien. Zu Fort Simpson (62 N. B.), in der Breite von Jakuzk,
wo in Sibirien der Ackerban aufhört, wird die Gerste in der zweiten
Hälfte des Mai gesäet und reift nach drei Monaten, aber auch nocli
bei Fort Norman (05*^) giebt sie in günstigen Jaliren eine gute Ernte:
auch Kartoffeln und verschiedene Küchengewächse werden daselbst
gezogen'i). .Da die Versuche, bei Fort Good Hope (67 Getraide
zu banen, fehlgeschlagen sind, so ist im Meridian des Mackenzie der
65. Parallelkreis als Polargrenze der Ackerkultnr zu betrachten.
Jüchardson meinte, dass der Getraidebau im hohen Norden nnr eine
bestimmte Sommerwärme in Anspruch nähme nnd die Strenge des
Winters ihn nicht beeinträchtige: aber an der Ijena ist der Sommei*
viel wärmer, als am Mackenzie, nnd doch ist die Getraidegrcnze dort
um drei Breitengrade zurückgetreten^ statt dass sie nach Massgabe
der Juliwärme um sechs lireitengrade weiter nach Norden rücken
s o l l t e M a s s g e b e n d sind hier die Einwirkungen der gefrorenen
Erdschicliten, die in dem lockeren Boden Sibh-iens zu viel grosseren
Tiefen reichen, als am Mackenzie, wo die anstellenden granitischen
Gesteine die Ansammlung des unterirdischen Eises bescliränken,
Weil die Masse desselben in Sibirien so viel grösser und weit unter
den Gefrierpunkt abgekülüt ist, tliaut es minder tief auf, als in
Anuu'ika. Nach Ei'man waren die Ackerfelder bei Jakuzk im Sommei'
nur bis zu einer Tiefe von 3 Fuss vom Eise befreit, unter derselben
Polliölie am Mackenzie hat die au^etliaute Scliicht eine Stärke
von beuialie 11 Fuss. Eine dem Gefrierpunkte nahe liegende Bodenwärme
wirkt, soweit die Wurzehi des Getraides ihr ausgesetzt sind,
noch unmittelbarer auf die Dauer der vegetativen Entwickelung, als
die Werthe der Sommer- oder Juliwärme.
Am Saskatchawan berühren sicli die Prairieen unmittelbar mit
der Waldzone der weissen Tanne. Jenseits der .Rocky Mountains
senkt sich die Prairieengrenze bis zum Cascadengebirge (49^*—48*'
N. B. der nördlichen Fortsetzung der Sierra Nevada, und so
sind die Wuldzonen des Westens und Ostens in diesen Breiten dureli
(iriiiol)acli, Vofieiaii(tn (Inr Mnlp. II. |
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