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460 XXI. Panipasgebiet.
doch sein Pferd verbirgt. Es ist dies eine dem Pfeilgrase des tropischen
Amerika nahe verwandte, aber kleinere und auch in Chile
vorkommende Art [Arundo Quila) , deren silberglänzende Rispen
sich ebenso, wie bei jenem, garbenförmig ausbreiten und »im Winde
sanft bewegt werden«. Dies ist das erste Beispiel van brasilianischen
Pflanzenformen, die in den Pampas noch einzelne Vertreter und erst
in einem gewissen Abstände vom Wendekreise ihre südliche Grenze
finden. So kommen auch noch Bambusen in Corrientes und am Parana
vor , ebenso Agaven, diese vielleicht nur eingeführt, Bromelien,
und auf den Inseln und in den Uferwäldern des Stroms holzige
Lianen aus tropischen Familien , eine Scitaminee und einzelne
atmosphärische Orchideen.
Von Bäumen aus brasilianischen Gattungen sind nur wenige in
den bewaldeten Gegenden des Pampasgebiets bekannt geworden, im
Uferwalde des Uruguay eine Dalbergiee {Machaerium), eine Bombacee
mit angeschwollenem Stamm in den Sierren von Catamarca .
Aus tropischen Formen bestehen aber auch die weit ausgedehnten,
lichten Waldungen im nördlichen Theil der Chanarsteppe: es sind
dies reine Bestände entweder von Algaroben (der Mimosee Prosopis)
oder von Bäumen, denen die Belaubung der Olive und Sykomore
zukommt, und die, noch nicht näher untersucht, unter dem Namen
Quebracho zusammengefasst werden. Weniger unvermischt ist der
Baumschlag in den Waldgürteln am Fuss der kahlen Gebirge von
Tucuman und Cordova, dort hauptsächlich aus Laurineen, hier aus
einer Rutacee der Tamarindenform {Zanthoxijlum) gebildet 5). Die
durchbrochenen Laubkronen der Algaroben lassen dem Lichte freien
Zugang; einzelnen Lianen (Asclepiadeen) und Epiphyten [Loranthus
und Tillandsia) wird dadurch freie Entwickelung zu Theil, und auch
die Sträucher am Boden erreicht die helle Beleuchtung. Die Kronen
der Algaroben mögen, sich berühren, ohne dass der Wachsthum dieser
Gewächse behindert ist; weitläuftiger sind die Quebracho-Stämme
mit ihrem ungetheilten Laube angeordnet. •
Aus manchen einzelnen Zügen kann man ersehen, unter welchen
Bedingungen der Baumwuchs steht und sich dem Regenmangel der
Pampas gegenüber behaupten kann. Die Waldungen finden sich
entweder erst in den feuchteren Grenzbezirken oder an den von dem
Seewinde getroffenen Ostabhängen der Gebirgszüge, in den Anden
Vertreter tropischeriFormen. 461
aber nicht mehr, wo die Luft bereits zu trocken ist. Die Bäume sind
von geringer Grösse und erheben sich aus dem Gesträuch in offenen
Beständen mit schwacher Belaubung: nur der Lorbeerwald von Tucuman,
wo der Regen reichlicher fällt, spendet, nachdem die
sonnigen Ebenen durchwandert sind, erfrischenden Schatten. Die
beschränkte Stammhöhe der Ufer- und Inselwälder, die vom Grundwasser
des Piatastroms getränkt werden, möchte eine Folge der
Weiche des sumpfigen Erdreichs sein: doch ist ihr Anblick anziehend
durch üppiges Wachsthum und Mischung der Formen. Auch hier
herrscht die durchbrochene Belaubung der Leguminosenbäume 20) ^
aber gemischt mit dem Weidengehölz, mit immergrünen Laurineen
und verwilderten Orangen und Pfirsich, umwunden von Lianen und
geschmückt mit ihren Blumen und denen der Schattenpflanzen. Unter
den einheimischen Bäumen ist der Ombu (die Phytolaccee Pircunia
dioeca] dadurch bemerkenswerth, dass er in der Grassteppe wegen
seines raschen Wachsthums und seiner schattenden Krone häufig angepflanzt
wird: in Spanien hat man ihm den ansprechenden Namen
Belombra beigelegt. Für das Klima der Pampas scheint sich derselbe
dadurch besonders zu eignen, dass sein Holz 5) vielleicht das lockerste
ist, das man kennt, die Jahresringe zerbrechlich und lose, wie Pappbogen,
an einander gelegt, der Stamm von der Stärke einer Eiche
und über dem Boden von hohen Holztafeln gestützt, wodurch seine
Haltbarkeit in den Pamperos, den Südweststürmen dieser Steppen,
einigermassen gesichert ist.
Die Palmen endlich finden wir zwar weit über den Wendekreis
bis zur Mündung des Piatastroms (bis 35 0S. B.) hinausreichend,
aber nur in wenigen (4) Arten, auf bestimmte Standorte eingeschränkt,
und, wie es in ihren klimatischen Grenzbezirken gewöhnlich
ist, mit der Tendenz, ihren Stamm zu verkürzen. Die am weitesten
nach Süden gehende ist die Pindó-Palme [Cocos ausiraUa'^^)],
sie wird selten über 30 Fuss hoch. Sie übertrifft noch an Grösse die
reinen Bestände der Yatay-Palme von Entrerios und Corrientes {Cocos
Yatay), welche hier die Wachspalmen des Gross-Chaco ersetzt, die
Corrientes kaum erreichen und als tropische Palmen von der argentinischen
Flora auszuschliessen sind. Von Fächerpalmen wurden
zwei Arten unterschieden, eine kleinere [Trithrinax hrasiliensis), die
in Gesellschaft von Cacteen namentlich in den Buschwäldern am Paó
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