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258 XII. Waldgebiet des westlichen Koiltiiients.
(I', filamentom), bei welcher die Rosette scliilfähnlicher Blätter liöchstens
einen Fuss vom Boden entfernt auf einem verkürzten Stamme
ruht, der aber von einer vier- bis achtfach höheren Bhimenrispe weit
überragt wird. Aelinliche Verkürzungen der liolzigen Stammorgane
an der Polargrenze monokotyledonischer Bäume wiederholen sich im
Landschaftsbilde der südlichen Staaten auch bei den Palmen und bei
den Bambnsen. Sie scheinen als ein Massstab für die allmälig abnehmende
Dauer der ihrer Vegetation entsprechenden Abschnitte der
Temperaturkurve betrachtet werden zu können. Indessen darf dabei
die Verschiedenheit in den Wachsthumsnormen der einzelnen Arten
nicht unberücksichtigt bleiben. Gewisse Zwergformen gehen am weitesten
nach Norden, aber es giebt auch ähnliche Arten, deren Temperatursphäre
der der grösseren gleiclisteht. In Südkarolina wachsen
stammlose Zwergpalmen [Sabal Adamonii) zusammen mit der ansehnlichen
(30—40 Fuss hohen) Palmetto-Palme [S. Palmetto). Die
hochwüchsigen Bambusen, die im östlichen Asien so weit nach Norden
reichten, scheinen in Nordamerika den Wendekreis nirgends zu
überschreiten. Aber die Arundinarien, die im Waldgebiete an deren
Stelle treten und bis Virginien, selbst bis Illinois fortkommen, sind
in Louisiana von höherem Wuchs (10—20 Fuss), als am Ohio [8 bis
10 Fuss 23)]. In ihrer geographischen Anordnung verhalten sich
diese Rohrgräser ähnlich wie die Arundinarien der kurilischen Inseln,
die dort ebenfalls über die Polargrenze der japanischen Bambusen
hinausreichen. Die nordamerikanischen Arten wachsen nicht bloss
an Flussufern, deren Alluvionen sie mit einem undurchdi'inglichen
Dickicht zu bedecken pflegen (den sogenannten Cane-Breaks), sondern
bilden auch in den Wäldern dichte Gebüsche [A. macrosperma),
die im Winter grün bleiben, und zwar noch in Gegenden, wo immergrüne
Laubhölzer nicht mehr vorhanden sind.
Im ursprünglichen Zustande scheinen die Wälder Nordamerikas,
ausser in Newfoundland, nirgends auf weiten Räumen unterbrochen *
gewesen zu sein. Nicht selbständig daher, wie in den Maquis Südeuropas,
sondern als Unterholz im Schatten des Waldes haben die
Sträucher und namentlich die immergrünen hier ihre Bedeutung.
Während die Oleanderform in Europa in dem grössten Theile des
Waldgebiets fehlte, treffen wir sie hier von der südlichen Laubholzzone
bis Kanada und bis zur Oregonküste allgemein und besonders
Schattensrewächse. 259
durch schönbelaubte Ericeen, durch eine Reihe von Rhodoreen vertreten
(z.B. Rhododendron maximum). Die südlicheren Rhododendren
stehen mit den arktischen und alpinen Arten in unmittelbarer "geographischer
Verbindung. Aus anderen Familien gehören zur Oleander
und Myrtenform mehrere Ilicineen [Hex), einzelne Sapoteen in
der südlichen Waldzone [Bumelia], am Oregon eine Berberidee
{Mahonia). Aber die Rhodoreen und die der Myrtenform entsprechenden
Vaccinien sind bei Weitem am häufigsten, und die ersteren
zählen mehrere besondere Gattungen. Es ist eben eine Eigenheit
der nordamerikanischen Vegetationscentren, dass von solchen Ericeen,
sowohl den immergrünen als den periodisch belaubten (z. B.
Azalea) so zahlreiche Arten vorhanden sind, dass sie sich dort weiter
ausgebreitet haben und einen grösseren Raum einnehmen, als in
Europa. Das nadeiförmige Blatt der Erikenform hingegen ist dem
Laube der Rhodoreen ganz untergeordnet [Empetrum, Menziesia),
die Eriken fehlen ganz : nur in Newfoundland wurde die europäische
Calluna, offenbar als ein eingewandertes Gewächs angetroffen iind
hat sich neuerlich auch in Massachusets und Maine auf kleinen
Flecken Landes gezeigt. Dies ist eins der seltenen Beispiele von
einem Austausch zwischen beiden Hemisphären über das atlantische
Meer, indem, was wir sonst an europäischen Gewächsen in Nordamerika
finden, sich fast immer in ein einziges, über den Westen
und Sibirien zusammenhängendes Wohngebiet zusammenfassen lässt.
Unter den periodisch belaubten Sträuchern der Rhamnus- und
Weidenform sind einige durch ihren Bau von den europäischen abweichend
oder wegen ihrer geselligen Verbreitung bemerkenswerth.
In der südlichen Waldzone nehmen die aromatischen Calycantheen
[Calycanthus), wie früher bemerkt, eine Mittelstellung zwischen den
Magnoliaceen und Myrtaceen ein; der Papaw, eine Anonacee [Asimina
triloba) bildet oft ausschliesslich das Unterholz. In den nördlichen
Laubwäldern ist eine Myricee {Comptonia asjdenifolia) häufig
und dadurch merkwürdig, dass die Gestalt der kleinen, gelappten
Blätter und nicht minder deren Nervatur gewissen Proteaceen Neuhollands
höchst ähnlich ist, so dass Buch, als er diese üebereinstimmung
bemerkte, die Warnung aussprach, in den Blattabdrücken
fossiler Tertiärpflanzen nicht sofort australische Formen erblicken zu
wollen, weil dasselbe Adernetz auch hier in einer nordischen Gruppe
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