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456 XXL Pampasgebiet.
wie in der nordamerikanischen Salzwüste. In die höher gelegenen
Gegenden^ die von der Sierra Acouqiiija und dem Andenplateau umschlossen
werden, können nur solche Luftströmungen gelangen,
welche am Gebirge ihren Wasserdampf verloren haben. Wüst, wie
die jenseitige Wüste Atacama, ist daher der Campo del Arenal in
Catamarca, eine grosse, mit Gerollen bedeckte Ebene, die für die
Steppengewächse zu kalt und dürr ist^^).
Als reine Grasebene erstrecken sich die Pampas von Cordova
und vom Rio Salado bis zu den Grenzen Patagoniens am Rio Negro
(29 0—40 0 S r B . ) . Hier ist der Boden durchaus frei von Geröllen,
da diese, ein herabgeführtes Trümmergestein der Anden, mit dem
erweiterten Abstände von denselben um so höher von Alluvionen
überdeckt worden sind. In diesen Ebenen ist bis zum Parana nicht
ein Stein von der Grösse einer Haselnuss zu finden O)^ aber, obgleich
das jenseitige Uruguay aus granitischem Hügelland besteht, ist die
Grassteppe doch auf beiden Seiten des Stroms in derselben Weise
gebildet ^ . Dies ist indessen dadurch zu erklären, dass der Granit
von denselben kalkhaltigen Thonschichten bedeckt wird in denen
der Grasrasen der Pampas wurzelt. Also auch der Boden bestimmt
den Charakter dieser Vegetation, wenn auch das feuchtere Klima
der Küstenlandschafteu, wie wir sahen, dem Graswuchs besser zusagt,
als den Holzgewächsen.
Von andern Grassteppen unterscheidet sich dieses Weideland
dadurch, dass die einheimischen Stauden viel spärlicher auftreten
und nur auf einzelnen Strecken ein Blumenschmuck von Verbenen
und sonstigen Kräutern den Rasen zurückdrängt. Kein einheimischer
Baum, nicht das kleinste Gebüsch erhebt sich aus. der Grasnarbe.
Nur die Flüsse werden von Uferwald umsäumt, und auch
hier sind die Bäume von geringer Grösse [am Uruguay nicht über
30 Fuss hoch 5)]. Im Winter verlieren sie ihr Laub wie dies auch
mit den angepflanzten Bäumen und den meisten Holzgewächsen der
Chanarsteppe der Fall ist. Ungeachtet des Seeklimas hat hier die
Temperaturkurve einen allgemeineren Einfluss auf die Periodicität
des Pflanzenlebens, als die Dürre gewisser Jahrszeiten. Unter den
Ländern der südlichen gemässigten Zone scheint das Pampasgebiet
das einzige zu sein, dem die immergrüne Belaubung der Holzgewächse
grösstentheils versagt ist.
Grasebene. — Patagonische Steppe. 457
Während die beiden nördliclien Gliederungen der argentinischen
Flora von den Nachbarländern und auch unter sich durch das Klima
abgesondert werden, ist der schroffe Uebergang zur patagonischen
Steppe am Rio Negro durch eine geänderte Beschaffenheit des Bodens
bedingt n). Es ist eine Folge der Verschmälening des Kontinents
und eines terrassenförmig abgestuften Reliefs, dass von hier aus die
Kiesgerölle der Anden bis zum Meere reichen, ohne von angeschwemmtem
Erdreich bedeckt zu sein. Ob die Gesträuche Patagoniens,
die dem steinigen Boden vom Rio Negro bis zur Magellanstrasse
entspriessen (400-^55o S. B.) und in deren Bereich immer noch
einige Mimoseen eintreten 13) ^ mit der Chanarsteppe am Fusse der
Anden in geographischer Verbindung stehen, ist noch nicht aufgeklärt.
Aber dass der Kiesboden, der in der südlichen Steppe nur
spärlichen Graswuchs zwischen Dorngestrüpp aufkommen lässt, im
Norden keine wesentliche Bedingung für das Vorkommen der Sträucher
sei, geht daraus hervor, dass die Chanargebüsche weit über die
Schuttflächen von Mendoza hinübergreifen.
Wo am patagonischen Colorado und Rio Negro die Grassteppe
der Pampas aufhört, beginnt sofort auf den Trümmergesteinen der
Anden, unter-denen der Porphyr am häufigsten ist, das zerstreute,
niedrige Dorngebüsch sich zu zeigen, wie Darwin sich ausdrückt^), für
den Fremdling zur Warnung, ein so ungastliches Land zu betreten.
Von den Westwinden, die über die Kordillere kommen, beherrscht,
ist die Luft in Patagonien ebenso trocken wie der Boden, der das
Wasser nicht zurückhält. Zu Port Désire 6) (4 7« S. B.) wird die
Oede zur Wüste, wo selbst das Dorngestrüpp selten ist und das Gerölle
nur einzelne Büschel eines harten, braunen Grases ernährt.
Welch' ein Unterschied, den die Anden bewirken, indem sie die
Regenwinde auffangen, besteht zwischen den immergrünen Wäldern
ihrer pacifischen Abdachung und einer Vegetation, die keinen Humus
bilden konnte. Baumwuchs scheint in Patagonien nirgends möglich
zu sein : am Nordrande, in der Nähe des Rio Negro, ist auf der unbegrenzten
Ebene ein einziger, einsamer, kleiner Baum, eine Acacie,
vorhanden, für die Eingebornen eine so merkwürdige Erscheinung,
dass sie ihn als ein Heiligthum verehren . Hier haben wenigstens
die Flussufer noch besseren Graswuchs und höheres Weidengebüsch.
Am Santa Cruz (50 o S. B.) sah Darwin auch den Rand des fliessenden