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66 VI. Indisches Monsungebiet.
Schäften keine Gegend von 4 g. Meilen Durchmesser im kontinentalen
Indien vorhanden sei, wo 2000 verschiedene Phanerogamen vorkämen,
was nach Massgabe von S uma t r a a u c h für den bewaldeten
Archipel zutreffen dürfte. Für die reichste Gegend Indiens hält er
Assam, insofern hier die Vegetation des Himalaja,, des Khasia und
Bengalens zusammentrifft. Die dürren Landschaften sind natürlich
noch viel ärmer, als die feuchten Klimate: Thomson nimmt an, dass
auf einem gleich grossen Areal von 4 g. Meilen Durchmesser im
Pimjab nicht 800 Arten vorhanden sind, und unter diesen bestehe
die Mehrzahl aus einjährigen Kräutern, die nur in der Regenzeit erscheinen.
Ueberau sind die Ebenen Hindostans und auch die Hügellandschaften
pflanzenarm und würden es noch mehr sein, wenn nicht
eben während der Regenperiode die Kräuter und Stauden sich so
massenhaft entwickelten, die indessen über ganz Indien und bis hinauf
in die Gebirgsregionen nur wenig Verschiedenheit zeigen (z. B.
kleine Formen von Leguminosen, Scropluüarineen, Acanthaceen).
Ebenso ist aus höheren Breiten in diese Ebenen eine beträchtliche
Anzahl von Pflanzen eingewandert, welche die Wintercerealien begleiten
und in den kälteren Monaten mit diesen zur Blüthe kommen.
Alle diese Gewächse können zum Schmuck der Landschaft nicht
dienen, und Hooker ist der Meinung, dass «überhaupt in wenigen
Ländern der Erde die Vegetation so wenig schön sei und so kurze
Zeit in Blüthe stehe«, wie in den Ebenen Hindostans.
Da nun aber nicht bloss das Tiefland über einen grossen Raum
sich gleichmässig ausdehnt, sondern auch die Gebirge einförmig gebaut
sind, so fehlt es in Ostindien durchaus an Pflanzen von engen
Verbreitungsbezirken. Hier lassen sich die Vegetationscentren fast
nirgends mehr nachweisen: denn auch solche Gegenden, wie der
Khasia und einzelne Theile des Himalaja, verdanken ihren Pflanzenreichthum
grossentheils der Verschiedenheit der Standorte, die auf
engem Räume zusammengedrängt sind, während die meisten Arten
sich zugleich in weite Fernen verbreiten konnten, wo sie ähnliche
Bedingungen des Vorkommens wiederfanden. Einige Beispiele werden
angeführlf, dass selbst Bäume entfernten Gebirgslandschaften
gemeinsam sind: so soll der Rasamala Javas [AUingia) auch in Assam
vorkommen, mehrere Eichen jener Insel aucli am Khasia. Indessen
scheinen kleinere Gebirge von besonderem Bau, wie eben der Khasia
Absoiulerung der Vegetationscentren. 67
•und die Nielgherries, manches Eigenthümliche zu besitzen. Wenn
aber im Allgemeinen auch die Gebirgslandschaften in den weiten
Verbreitlingsbezirken ihrer Pflanzen dem Tieflande ähnlich sind, so
leisten doch die Niveaugrenzen, die jede Art einschliessen, der Absonderung
der Centren einen grösseren Vorschub. Dies ist eine einfache
Folge davon, dass in Indien die Verbreitung der Pflanzen auf
dem Festlande fast nur klimatischen Bedingungen unterworfen ist
und erst auf dem Archipel den mechanischen Einflüssen eine grössere
Bedeutung zukommt. Indessen wird bemerkt, dass die Absonderung
der Gebirgsfloren von denen der Ebene nicht immer klimatisch zu
erklären sei. Gewisse Familien und Pflanzenformen sind auf den
' geneigten Boden eingeschränkt und finden sich tief abwärts in der
tropischen Region des Himalaja und der Ghauts (von 2000 bis
3000 Fuss), ohne das Tiefland selbst zu berühren, was doch wohl
von der Art der Bewässerung oder der verschiedenen Bildung der
Erdkrume abhängt. Unter den Beispielen wird namentlich auf die
Nadelhölzer [Finus longifolia) und auf die Lorbeerform hingewiesen,
auf die Magnoliaceen, Ternstroemiaceen, Laurineen und Rhododendren.
Der bedeudendste Unterschied zwischen dem Festlande und dem
Archipel besteht darin, dass hier die einzelnen Inseln und besonders
die grösseren ihre abgesonderten Vegetationscentren behauptet haben.
Dies lässt sich schon in Ceylon erkennen und in weit umfassenderer
' Weise auf den grossen Sunda-Inseln, von denen freilich Borneo und
Celebes noch wenig bekannt sind, sodann auch auf den Molukken
und Philippinen, deren Vergleichung indessen ebenfalls umfassenderer
Forschungen bedürftig ist. Alle diese durch Centreu eigenthümlicher
organischer Bildungen ausgezeichneten Inseln sind vulkanischen
Ursprungs oder haben doch erst in der gegenwärtigen
Erdperiode ihren Küstenumriss durch fortdauernde Hebungen ausgebildet.
Borneo und Neu-Guinea, die beiden grössten Inseln der
Erde, werden von Halbkreisen thätiger Vulkanreihen umgeben, an
welche sich dann die Senkungsgebiete der Koralleninseln in der
Südsee anschliessen. So weit die vulkanische Thätigkeit reicht oder
an den Küsten sich gehobene Korallenbänke zeigen, finden wir Vegetationscentren,
die zwar sämmtlich mit dem Charakter der indischen
Flora übereinstimmen, aber doch au den endemischen Pflanzen der
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