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des Erdreichs bestimmt. In den wasserlosen ümgebniigeii des Torrensbeckens
in Südaustralien,, wie in den öden Gegenden des Nordwestens
wechseln sandige, thonige und salzhaltige Erdkrumen, und
hievon ist es abhängig, ob Stauden und Gräser {Spi72i/ex), oder ob
niedrigere Sträucher und an diesen die fleischigen Blätter der Chenopodeen
und Zygophylleen, oder die harten Lauborgane der Proteaceenform
auftreten. Die Proteaceen, von denen doch auch eine
Art vorkommt {Ilakea slricki), werden allgemeiner durch eine Myoporinee
[Ere^nopMa) ersetzt, die blattlose Spartiumform durch eine
Santalacee {Exocarjjus aphyllus). /
In Australien wiederholen sich demnach dieselben Erscheinungen,
wie im asiatischen Steppengebiet. Auch hier lassen sich die
Grassteppen von den Sandsteppen, diese wieder von der Halophytenformation
der Salzsteppe unterscheiden, bis zuletzt die regenlose
Wüste dem Pflanzenleben ein Ziel setzt. Auch sind die charakteristischen
Familien der australischen Flora in den Steppen so spärlich
vertreten, dass hier die eigenthümliche Physiognomie des Kontinents
oft fast ganz verloren geht. Die Aehnlichkeit der einförmigsten
Lebensbedingungen lässt leichter, als anderswo, eine Einwanderung
aus der Ferne zu, und, so entschieden auch in diesen dürftigsten
Landschaften Australiens die Masse der Pflanzenarten noch immer
endemisch bleibt, so wird doch in gewissen Grassteppen eine Verbena
Südamerikas (F. honariemis) so sehr vorherrschend, dass Leichhardt
solche Gegenden als Verbena-Ebenen [Venain-plmm] bezeichnete.
Die räumliche Anordnung der anstralischen Steppen und Wüsten
erheischt eine besondere Erläuterung. Die Entdeckungsreisen
lassen zwar noch immer einen sehr grossen Theil des Innern unaufgeschlossen,
aber sie gestatten doch gegenwärtig bis zu einem gewissen
Grade den Umfang des bewohnbaren Landes zu erkennen,
Anfangs glaubte man, dass nur die Küstenlandschaften kolonisirbar
seien, und dass tiefer landeinwärts wasserlose Wüste, gleich der
Sahara, über den ganzen Kontinent sich ausdehne. Die verschiedensten
Unternehmungen, in das Innere einzudringen, im Süden,
wie im Norden und Westen, wurden durch völligen Wassermangel
zurückgewiesen. Seitdem man die verschiedene Periode der Regenzeiten
in den gemässigten \md tropischen Breiten benutzen lernte,
Steppen und Wüsten. 225
sind die Erfolge der Entdeckungsreisen so grossartig gewesen, dass
Manche geneigt sind, den ganzen Kontinent für zugänglich und bewohnbar
zu halten. Man muss sich indessen hüten, hierin zu weit
zu gehen. Ein grosser Theil der östlichen Hälfte Australiens hat in
der That weit günstigere Verhältnisse gezeigt, als man früher erwartete
: allein man darf nicht vergessen, dass es im Südwesten,
weder vom Swan River noch von King George's Sound aus gelungen
ist erheblich vorzudringen, dass im Nordwesten wasserlose Ebenen
auftreten, die nicht zu überschreiten Avaren^ und dass zwischen Südaustralien
und den Quellgebieten und Oasen im Mittelpunkte des Kontitinents
sich die fast unzugänglichen Landschaften des Torrensbeckens
einschalten. Durch solche Betrachtungen wird man zu der Auffassung
geführt, dass die westliche Hälfte des Kontinents abgesehen
von den feuchteren Küstenlandschaften regenärmer und also wüster
ist als die östliche. Die wesentliche Uebereinstimmung aber, die sich
in der Vegetation der tropischen und ektropischen Steppen bis zur
Südküste hin gezeigt hat, deutet in dieser Beziehung auf übereinstimmende
Verhältnisse zu beiden Seiten des Wendekreises. Es ist
einleuchtend, dass die Anordnung der Steppen zum Theil auf der
geognostischen Bildung des Kontinents beruht. Ehemalige Seebecken,
wie in Südaustralien, die den Salzgehalt im Boden zurückliessen,
rufen die Halophyten ins Dasein. Die Beschaffenheit der
Erdkrumen, welche die verschiedenen Steppen van einander absondert,
ist von den Gesteinen abhängig, aus deren Zersetzung sie entstanden
sind. Allein auch klimatische Einflüsse lassen sich in der
Vertheilung der Steppen nicht verkennen. Diese sind es, wodurch
die Westhälfte des Kontinents gegen den Osten zurücksteht, nicht
bloss weil sie gebirgslos ist und aus tiefen Ebenen oder doch nur
niedrigen liochflächen zu bestehen scheint, sondern auch wegen
iln-er Lage gegen den Passat, den sie als trockenen Landwind
empfängt, nachdem er den Wasserdampf des stillen Meers längst
verloren hat. In der Richtung dieser herrschenden Luftströmungen
also, wo von Südosten nach Nordwesten der Kontinent die grösste
Ausdehnung hat, sind unter übrigens gleichen Verhältnissen die
wenigsten Niederschläge, die grössten Steppen und Wüsten zu erwarten.
Dieser klimatische Zusammenhang lässt sich schon jetzt
ziemlich deutlich erkennen. Noch ehe der Passat eine dauernde
G r i s e b a c h , Vegetation der Erde. II. 15
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