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298 Xni. Pr;iiric(-!Ti^'ol)i(ii
den Mit(Ji(^Jluiii>'eu und Siinimlungeu dos llemmden Xiuitowverliiilt
Hie sieh o-anz iilndieh, wio die gegenilberliegende Küste Mexikos und
geht wie dort hi der NäJie des Wendekreises (21<»N. B.) , wo
südlich von der Magdalenenbai mdi die Pahnen iind an» Gestade
die MangTovewäldcr zuerst auftreten, in eine dürftige Tropendora
über.
AVir Juiben gesehen, wie die Absonderung und selbständige
Stellung der Prairieenllora, gerade wie in den Steppen, eine Folge
ihrer kurzen Vegetationsperiod(^ ist, und wio daher da, wo dureh die
natürliche Bewässerung des Bodens, im Gebirge und an den Flussufern,
diese Seliranke gehoben wird, auch eine Vernuselmng mit der.
Vegetation des Waidgiibiets eintrat. Aus dem wenig unterbrochenen
Zusammenhange der llebungslinien ist es nun erklärlicli, dass die
Waldregionen der Rocky Mountains, dcj' Sierra Nevada und der
Bergzüge, die diese beiden l:lauptk(^tten verbinden, bis hinab zu den
niederen Breittm von Neu-Mexiko in so lioliem Grade mit dem Gascadengebirgo
des Oregon übereinstinnuen. Uurcl» die nordwestliche
Biegung dei- Uocky Mountains im Norden der Parks treten sie mit
diesem in nähere Beziehung und durcli die mannigfochen Hebungen
im Stromgebiet des Oregon wird die Waiuierung der Waldbäume erleiclitert,
wenn auch die klimatischen Aenderungen in der Meridianrichtung
gross geinig siml, um einen allmäligen Wiichsel und einen
wachsenden Keichthum der Flora im Süden hervorzurufen. Immerlün
bleibt die Aehnlichkeit der neuniexikanischen Gebirgsregionen
mit denen des Nordwestens grösser, als mit der mexikanischen Sierra
Madre, die ihnen zwar klimatisch und der Lage nach näher stellt,
aber durch die liocliebene der südlichen Prairieen von ilinen getrennt
ist: Im Allgemeinen sind übrigens, wie in den Steppen Asiens, auch
in Nordamerika die Gebirgsiloren weniger eigenthfimlich, als die
dürren Ebenen selbst.
Innerhalb der Prairie-Ebenen erliält sich die Absonderung der
Vegetationscentren theils durcli die klimatischen Linien, durch welche
mit der zunehmenden Wäi'me die Mannigfaltigkeit der Arten in den
südlichen Landscluiften sieli erhöht, während sie in westlicher Kichtung
mit der wachsenden Trockenheit abnimmt, theils durch die
Unterschiede des Substrats umi de]' Keliefbildang. Der Gegensatz
zwischen der Salzwüste und den östlichen Prairieen beruht sowohl
Systeuia,(isch(ir Cliai-iikter der Floi'a. 299
auf der Abliängigkeit der llalophyten von dorn Natriumgehalt des
Bodens, wie auf dem verschiedenen Niveau der westlichen lloche
beiien. Ebenso sehr ist aber aucli die Flora der nordwestlichen
Prairieen am Oregon von denen des Missouri abgesondert, wo der
Austansch dadurch geliemmt wird, dass diese beiden Abdachungen
durch die Kette der Rocky Mountains getrennt sind.
Untersucht man die Bestandtheile der Prairieenflora nacli ihrer
systematischen Stellung, so stimmt dieselbe in der Mannigfaltigkeit
der Erzeugnisse mit den Steppen überein und, wie dort, wächst mit
den südliclien Gebirgsgliederungen die Absonderung der Vegetationscentren.
So schwer es fällt, ans den zerstrenten Bearbeitungen einzelner
Sammlungen einen Ueberblick über die ganze Flora zu gewinnen,
so glaube ich doch die Anzahl der bisher bekannt gewordenen
endemisclten Arten auf 3000s chä t z e n zu dürfen, was, da
der Umfang des Gebiets nur etwa ein D r i t t e l v o n dem der Ste})pen
beträgt, mit dem Kcichthum der letzteren ziemlich übereinkommen
dürfte.
In systematischer Bezielning unterscheidet sich die Prairieendora
von der der Steppen durch die bedeutende Abnahme äev (h'uciferen,
Chenopodeen, Caryophylleen und Labiaten. Nur die
Synanthereen nnd Leguminosen sind unter den vorheri'sehenden
F a m i l i e n a u c h liier die artenreichsten. Dem allgemeinen, von
den physischen Bedingungen unabhängigen Charakter des nordamerikanischen
Kontinents entspricht die hohe Ziffer dei* Synanthereen
und in dieser Familie die überwiegende Vertretung der Asteroideen
und lleliantheen. Denn diese Gruppen sind auch in der Flora
des westlichen Waldgebiets und in Mexiko unter ganz abweichenden
Vegetationseinilüssen überwiegend. Hier erkennen wir die Bedeutung
der geographischen Lage für die Organisation der Blüthen und
Früchte, das heisst für die besondere systematische Stellung der
Erzeugnisse eines Landes. Dasselbe Verhältniss amerikanisclier
Eigenthümlichkeiten ist aucli in den Cacteen, in der beträchtlichen
Anzahl von Euphorbiacecn, Malvaceen und Solaneen, fcj'ner in den
Onagrarien, Loaseen, Hydrophylleen, Polemoniaeecn und Nyetagineen
ausgedrückt. Einige Gattungen sind sowohl im Waldgebiete
als in den PrairieeUj also unter ganz ungleichen klimatischen Bedingungen
durch besondere Arten vortreten (z. B. Aster, Yitcca, die so
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