
310 XIV. Kaliforiiisclioii Kiisteiiiiubiet. Absonderung' der Vegetationscentrcn. 311
III!
ÜB
a
verkümmertem Wuchs, wo bei einigen Sträueliern das glänzende
Grün des Laubes die Fähigkeit, der Sommerdürre zu widerstehen,
anzeigt, bei einem grossen Theile derselben aber die bleiche Färbung
auffällt^ die nicht allein von der Haarbekleidung der Artemisien
bedingt wird. Unter den Cacteen, welche die Maquis begleiten, sind
die verschiedenen Vegetationsformen dieser Familie zu bemerken.
Von Bäumen sieht man hier nur eine Kiefer ausser den leichten Hölzern
der Fhissufer, dem vorzüglich aus Pappeln und Weiden, wie in
den Trairieen, bestehenden Cotton-wood. Ueber der Küstenregion
treten andere Arten von Gesträuchen auf, ebenfalls ein niedriges
Gebüsch bildend, namentlich von immergrünen Eichen," während die
.Vrtemisien in einem gewissen Niveau verschwinden. Auch an den
Abhängen der Höhenzüge (bis 2S00 Fuss) sind diese Maquis häufig
und von so dicht verwobenem Wuchs, dass man durch das Dickicht
nicht leicht hindurchdringen kann.
J)ie Matten, welche mit den Maquis abwechseln, sind ebenso
wie diese denen Südeuropas ähnlich, sowohl durch die Verscluedenartigkeit
der Stauden, welche sie zusammensetzen, als durch die
Gegensätze reizender Blüthenfülle und schmuckloser Oede, die nach
den Phasen der Vegetationsperiode so rasch auf einander folgen. Die
Blüthenzeiten der meisten Oewächse fallen in die letzte Hälfte des
Winters oder in die beiden ersten Frühlingsmonate, im Februar ist
die Landschaft durch lebhafte und mannigfache Blumenfarben am
reichsten geschmückt: bei San Diego dauert der Wechsel dieser Erscheinungen
bis zum April, dann fangen die dürren Hügel bald an,
einer öden Steppe zu gleichen. Am Meeresufer werden die Matten,
wenn die Trifolieen und andere nahrhafte Kräuter überwiegen, zu
reichen AVeidegründen, aber auch im Binnenlande durch die Formation
der einjährigen Gräser, von denen auf geeignetem Boden die
Stauden weithin verdrängt werden. Als FroebeU^) auf dem Wege
nach Los Angeles (34^ N. B.) von den Prairieen aus die Gebirgspässe
überschritten hatte, traf er eine gesellig wachsende Haferart in
solchen Massen, dass die Körner nach ihrer Reife den Boden dicht
bedeckten. Er bemerkt, dass dieses Gras nebst einem einjährigen
Klee unermessliche Räume daselbst bekleide, und dass Monate lang
die Körner desselben einem grossen Heerdenbestande fast die einzige
Nahrung bieten.
Die Regionen der Sierra Nevada sind noch näher nach den verschiedenen
Breiten und an beiden Abhängen zu vergleichen. Einige
Angaben von der dem stillen Meere zugewendeten Abdachung sind
folgende:
0 ' — 2800'. Region der Maquis [330 N. B.
2800' —8000' (8400') Waldregion [39»^ N. B. ^5)].
Untere Waldregion, 2800' —4700' (330 N. B.).
Region der Wellingtonie, 4700' - 6500' [360^37 o N. B. 'i)].
In der unteren Waldregion über S. Diego fand Parry den Nadelholzgürtel
dürftig und in diesen Höhen noch mit Eichen wechselnd, die
Pässe waren zu niedrig, um die eigentliche Coniferenregion zu erreichen.
Von Nadelhölzern wuchsen hier sechs, zum Theil hochstämmige
Arten, aber auch kleinere Kiefern [z. B. eine der Nut-
Pines, P. Parnjana^^^)], Erst in den nördlichen Gegenden (jenseits
36^ N. B.) und in den mittleren Abschnitten der Waldregion wird
das Wachsthum der kalifornischen Riesenbäume überwiegend; eine
Reihe verschiedener Arten (etwa 12) von Kiefern und Tannen ordnet
sich zu einem breiten Gürtel von Nadelhölzern [2800 — 8000 Fuss
wo sich im Winter ungeheuere Schneemassen anhäufen, die, sich bis
zum Mai oder Juni erhaltend, in der regenlosen Vegetationsperiode
die Quelle ihrer Feuchtigkeit sind. Von der alpinen Region der
Sierra Nevada fehlt es noch an Nachrichten: nach den Durchschnittshöhen
des Gebirgszuges zu urtheilen, wird sie ebenso
wenig eigenthümlich sein, wie auf den Rocky Mountains. Am
Shasta, dessen Gipfel mit ewigem Schnee bedeckt ist, soll mit dem
Krummholz {von Firnisßexih's) die Vegetation,bei 8400 Fuss völlig
aufhören .
Yegetationscentren. Nach den mechanischen und klimatischen
Hindernissen, welclie ihrer Wanderung entgegenstehen, musste
die kalifornische Flora zum grossen Theil in ihrer Selbständigkeit
und Abgeschlossenheit verharren. Nur solche Arten, die gegen den
Wechsel des Klimas sich gleichgültiger verhalten, konnten entweder
in das feuchtere Oregongebiet übergehen, oder den excessiveren
Temperaturen der Prairieen Trotz bieten. Solche Verknüpfungen
sind zwar zahlreich, aber auch fast die einzigen. Wie viel weniger
das Klima Kaliforniens ungeachtet seiner gleichmässigen Temperatur
für tropische Organisationen geeignet sei, als das der südlichen
c ' •• .
f • '
i (•
•l ^ '
..!-'• ; \ . L i I i .