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382 XVIII. Hylaea, Grebiet des äquatorialen Brasiliens.
Bildungen bei den verschiedenen Gewächsen, je nachdem ihre Organisation
eines grösseren oder geringeren Wasserzuflusses bedarf.
Zu der ununterbrochenen Dauer des Wachsthums genügt es, dass
der Boden niemals aiistfocknet, und dies leistet der Wald durch sich
selbst: die Phasen seiner Vegetation aber werden von der Periodicität
des Klimas und des Wasserstandes beeinflusst. Bei den Bäumen
des Igapo zu Santarem beginnt nach Spruce 3) die Hauptperiode des
-Bltthens und die Entfaltung neuer Blätter im Juli und dauert bis
Ende September, sie. fällt mit dem Sinken der Gewässer zusammen.
Allein wie verschieden sich die Formationen oder die einzelnen Ge-.
wächse verhalten, scheint aus Martins'^O) Beobachtungen zu Para
hervorzugehen, nach denen die Mehrzahl der Bliithen daselbst in den
Monaten November bis März erscheinen und die Früchte vom Juni
bis zum September reifen sollen. Indessen werden gerade von den
Hauptprodukten der Wälder die Para-Nüsse [BerthoUetia excelsa)
und die Kakao-Bohnen [Theohroma Cacao) im März und April geerntet
6). Manche Pflanzen blühen auch mehrmals im Jahre, oder
dies ist nur im oberen, nicht im unteren Theile des Stromthals der
Fall. Die zuweilen ausgesprochene Meinung, dass auch Holzringe
dikotyledonischer Bäume sich in diesem Klima während desselben
Jahrs wiederholt entwickeln könnten, scheint auf keiner einzigen,
sicheren Beobachtung zu beruhen. Tief in der Natur der Pflanzen
ist es unstreitig begründet, dass ihre Entwickelungen stets und auch
da, wo die äusseren Einflüsse nur wenig dazu mitwirken, an periodische
und in einem Jahrgange abgeschlossene Phasen gekntipft sind.
Vergleicht man nun unter einem allgemeineren Gesichtspunkte
die klimatischen und hydrographischen Verhältnisse des Amazonas
mit denen im Tieflande Guianas, so unterscheiden sie sich, ohne
wesentlich davon abzuweichen, fast nur durch die erhöhte Grossartigkeit
aller Erscheinungen. Allein gerade dadurch werden sie
hier zu einer viel mächtigeren Schranke für die Wanderungen der
Pflanzen. Solchen üeberstauungen des Waldes, wie sie alljährlich,
der Igapo erfährt, sindr nur gewisse Organisationen gewachsen, wenn
auch die meisten Pflanzenformen ohne Schaden eine kurze Zeit dabei
bestehen könnten. Nicht bloss der Zusammenhang der äquatorialen
Wälder von 'den Anden bis zum atlantischen Meere trennt die diesseitige
von der jenseitigen Flora, sondern auch die Fluthen eines
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Ausdehnung der Wälder. 383
Stroms, der, wie das Meer von seinen Mangroven, von Bäumen umsäumt
wird, deren Organisation einer periodischen, aber lange Zeit
anhaltenden Berührung mit ihnen entsprechen muss.
Tegetations - Formen und Formationen. Am unteren
Amazonas erstreckt sich der äquatoriale Urwald vom Fuss der Parime
Berge durchschnittlich etwa sechs Breitengrade nach Süden
Of»— S.B. 11)]. Wo aber im Inneren durch die Stromverbindungen
mit dem Orinoko, sowie durch den Madeira und die übrigen
brasilianischen Nebenflüsse das fliessende Wasser über grössere
Räume sich ausbreitet, wächst auch der Umfang der ununterbrochenen
Wälder bedeutend (6 ON. B. — 7 0 S. B.). Martius hat indessen
auch hier das Florengebiet der Hylaea nach Norden auf den
Rio Negro (bis etwa 1 «N. B.) eingeschränkt und den Casiquiare und
oberen Orinoko als zu Venezuela gehörig ausgeschlossen. Für diese
Ansicht lassen sich allerdings die klimatischen Beobachtungen Humboldt's
anführen, welche schon fi-üher mitgetheilt wurden 12). Wenn
man aber seine Schilderung des Vegetationscharakters von Atures
am oberen Orinoko (ßON. B.) zu Grunde legt , go kommt man
vielmehr zu der Vorstellung, dass diese Wälder mit der zunehmenden
Feuchtigkeit des Klimas ihre Physiognomie allmälig verändern, wie
dies auch an der Küste von Guiana bis zum Delta des Amazonas der
Fall ist. Am oberen Orinoko gehören die vorherrschenden Bäume
zur Mimoseen- und Lorbeerform (Mimoseen, Laurineen und Feigenbäume)
; zwischen ihnen erscheinen Gruppen von Palmen, von Bambusen
und Musaceen {Heliconia); die Stämme sind mit epiphytischen
Orchideen, Piperaceen und Aroideen bekleidet, durch die Blüthen
ihrer Lianen, der Malpighiaceen und Bignoniaceen geschmückt :
ein einzelner Baum trägt bis zu den Moosen herab mehr verschiedene
Pflanzenformen, als in der gemässigten Zone auf einem grossen
Räume zerstreut wachsen. Unter allen Bildungen der Vegetation
aber stehen die hochstämmigen Palmen als diejenigen voran, deren
Schönheit den mächtigsten Eindruck mache. Die» ist die Schilderung
Humboldt's, die in ihren Hauptzügen so durchaus mit dem übereinstimmt,
was in einem allgemeinen Ueberblick von den äquatorialen
Wäldern Amerikas überhaupt zu sagen ist, dass der Versuch, die
Floren des Orinoko und Amazonas nach bestimmten Parallelkreisen
scheiden zu wollen, wenigstens bis jetzt keinen Erfolg verspricht
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