
532 XXIV. Oceanische Inseln. Neu-Kaledonien. — Norfolk. — Neuseeland. Klima. 533
I i
Iii
Casuarinen, oder die wenigen Bäume, durch welche der australische
Typus auch auf die Südseeinseln übergeht {Acacm laiirifolia, Metrodder
os) : in einem höhern Niveau gewinnt indessen durch die Bewässerung
auch hier die tropische Waldung das Uebergewicht.
Mehr als 7 00 Phanerogamen sind auf den Fidschi-Inseln gesammelt
worden wovon weniger als die Hälfte endemisch, etwa ein
Viertel indisch ist und das Uebrige aus allgemein tropischen oder pacifischen
Arten besteht. Die endemischen Gattungen, von denen 13
aus 11 "Familien entdeckt wurden, sind fast sämmtlich monotypisch
und die meisten nahe verwandt mit indischen Typen. Auch von den
endemischen Arten schliesst sich die grosse Mehrzahl unmittelbar an
die indische Flora: sie vertheilen sich unter 66 Fami l ienunter
denen die Rubiaceen, Euphorbiaceen und Orchideen die ersten Stellen
einnehmen und auch die Palmen (11) verhältnissmässig zahlreich
sind.
Die übrigen Archipele von den Karolinen bis zu den Gesellschaftsinseln
haben fast keine endemische Gattungen geliefert: auf
den letztern kommt ein holziger Monotyp aus der Familie der Lobeliaceen
vor [Sderotheca], und dies ist eine der wenigen Erscheinungen,
wodurch die Sandwich-Inseln mit der indischen Flora der übrigen in
Beziehung treten.
12. Neu-Kaledonien. In geringer Entfernung von den Neu-
Hebriden liegt gegen den südlichen Wendekreis ausgestreckt (20*^
— 2272 ^8.B. ) die grössere Insel Neu-Kaledonien (815 g. Q.-M.),
deren Physiognomie von der der indischen Flora völlig verschieden
ist. Schon Forster fand den Gegensatz gegen die Neu-Hebriden,
die er eben verlassen und wo die tropische Vegetation auf das Ueppigste
entfaltet sei, höchst auffallend, ^Neu-Kaledonien gleiche vielmehr
dem australischeü Kontinent, in den Wäldern fehle das Unterholz,
auf einer dürren Grasflur seien Myrtaceenbäume [Melaleuca)
in weitläuftigen Abständen zerstreut, der steinige Boden der öden
Berge lasse auf die Trockenheit des Klimas schliessen. Die Insel
wird nur durch Solstitialregen (Januar bis April) befeuchtet: die
Dürre der übrigen Monate ist offenbar dadurch bedingt, dass der
Passatwind den Küsten und der von Nordwest nach Südosten streichenden
Gebirgsaxe entlang weht.
Sind aber auch die Formen der Vegetation denen des tropischen
Australiens ähnlich, so ist doch die maritime Entfernung (150 g. Meilen)
zu gross, als dass ein erheblicher Austausch stattfinden könnte,
und einige der grössten kontinentalen Familien und Gattungen sind
auch unter den endemischen Arien nur schwach oder gar nicht vertreten.
Das Verhältniss des Endemismus zu der geographischen
Lage und zu den klimatischen Analogieen erkennt man an den
Nadelhölzern, welche im Süden von Neu-Kaledonien und auf der benachbarten
île des Pins stattliche Hochwälder bilden [Araucaria) :
. verwandte, aber selbständige Arten gleicher Gattung bewohnen das
tropische Australien und Norfolk, dann kehrt dieselbe, in Neuseeland
fehlend, in Südamerika noch einmal wieder. Von endemischen Gattungen
sind in Neu-Kaledonien bereits zwanzig anerkannt worden,
unter denen die Myrtaceen und Saxifrageen dreimal, die Tiliaceen
und Euphorbiaceen zweimal vorkommen und die übrigen unter
10 verschiedenen Familien sich vertheilen.
13. Norfolk. Zwischen Neu-Kaledonien und Neuseeland
liegt die kleine Gruppe der Norfolkinseln [^¡^ g. Q.-M.^, die durch
ihre endemische Çonifere [Araucaria excelsa) merkwürdig ist, eine der
schönsten der Erde, von welcher Bäume von 180 Fuss Höhe und
18 Fuss Du^hmesser beobachtet worden sind^S). Ausserhalb des
Wendekreises gelegen (29 o S. B.) und wenig fruchtbar, hat Norfolk
doch unter seinen endemischen Erzeugnissen manche tropische Bestandtheile
[z, B. ürticeenbäume, Freycinetia), üebrigens schliesst
sich die Flora welche 6 endemische Gattungen aus 5 verschiedenen
Familien geliefert hat, dürch eine Palme (Areca Baueri) und
zwei endemische Farnbäume [Älsophila excelsa, Cyathea) näher an
Neuseeland, als an das 200 g. Meilen entfei'nte Australien, und von
dort hat sie auch eine charakteristische Liliacee [Phornvium te?iax)
entlehnt.
Zwischen Norfolk und Australien, aber doch näher der Küste
von Sydney (75 : 125 g. Meilen) liegt die Lord-Howe's Insel (31 Vs*^
S. B.), deren Flora sich demohngeachtet an das Centrum von Norfolk
anschliesst und mit Australien sehr wenig Verwandtschaft zeigt
14. Neuseeland. Nach ihrer geographischen Lage in der
gemässigten Zone (34 o — 48 » S. B.) und nach der Feuchtigkeit
des Klimas ^i) stehen die neuseeländischen Inseln dem südchilenischen
Waldgebiete näher, als Australien. Sie verhalten sich zu diesem