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308 XIV. Kalifornisches Küstengebiet.
formen Kaliforniens der Abgesclilossenlieit des Landes gemäss einförmiger,
als am Mittelmeer.
Die Uebereinstimmnng der Lanbliölzer zeigt sich sowohl bei den
immergrünen Formen, welche dnrch Amentaceen nnd durch eine
Laminee, wie bei den periodisch belaubten, die dnrch Gattungen
vertreten sind, deren A^erbreitung die ganze nördliche Hemisphäre
oder einen grossen Theil derselben nmfasst. Zur Lorbeerform gehören
in Kalifornien ausser jener Laurinee, die daselbst Olive genannt
wird [Tetranthera californica) , mehrere immergrüne Eichen (z. B.
Q. agrifolia u, densiflora) und ein der Kastanie verwandter Baum
[Casianopsis chrysophylla), der einzige dieser Reihe, d^^r, wie frülier
bemerkt, den Oregon überschreitet. Unter den übrigen Laubhölzern
Aviederholen sich die Buchenform, namentlich in einigen den nordeuropäischen
Eichen ähnlichen Arten (z. B. Q. Douglasii), sodann
die. der Linden [Platanus, Aesculus), der Eschen [Fraxinus, Juglans)
und der Weiden {Salix).
Die immergrünen Sträucher schliessen sich an die Oleander-,
Myrten- und Erikenformen Südeuropas, aber nur die häufig zum
Gebüsch verkümmerten Eichen (Q. agrifolia) nnd eine mit dem'
Oregongebiete gemeinsame, hochwüchsige Ericee {Arbulus Menziesii)
stimmen mit den dortigen Gattungen überein : mehrfach sind selbst
die Familien verschieden. Neben den Ericeen (ausser der genannten
einige Arten von Arotostaphylos) und Rosaceen [Photinia arhdifoUa
u. Prunus ilidfolia) begegnen uns in den kalifornischen Maquis auch
Euphorbiaceen {Simr)%ondsia) ^ Hydroleaceen [Eriodicfyon) und Polygoneen
[Eriogommi fasciculatwn). In dem Harz und in der Wollbekleidung
der endemischen Eriodyctien^ welche bei S. Diego als
Brennholz benutzt werden, erkennt man die bekannten Beziehungen
zu der wachsenden Dürre des dortigen Klimas. Die Erikenform
vertritt in Kalifornien eine Gattung von Rosaceen [Adenostoma). Die
Nachbarschaft der Prairieen ist durch Synanthereensträucher angedeutet
[Artemisia californica, Bacharis).
Auch unter den Stauden, deren Mannigfaltigkeit gross ist, wie
auf den Matten am Mittelmeer, sind die Synanthereen überwiegend
vertreten. Zu den charakteristischen Gruppen gehören ferner unter
den Leguminosen die Lupinen und Trifolieen, sodann die Polemoniaceen
[Gilia) , die Hydrophylleen [Phacelia] und die Papaveraceen
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Stauden,Gräser." Parkformation. —Vergleich, mit d.Mediterranflora. 309
(z.B. Eschscholtia). Die letzte Analogie endlich mit der Mediterranflora
besteht in den gesellig wachsenden, einjährigen Gräsern [Avena).
Yegetationsformationeii und Regionen. Einförmig erhebt
sich das oberkalifornische Küstenland vom stillen Meere bis
zum Kamm der Sierra Nevada Jenseits des Höhenzuges, der
das Gestade begleitet und nicht hoch genug ist, um die Feuchtigkeit
der Seewinde zu verdichten, entfalten sich die aus zahlreichen Querfurchen
gespeisten, wohlbewässerten Längsthäler am westlichen
Fusse des Hochgebirgs. Südwärts von der Mündung des Oregon,
wo die Tannen an der Küste aufhören, verschwindet in der Ebene,
auf den Hügeln und an den unteren Berggehängen der Waldreichthum
allmälig immer mehr. Ueber den San Francisko hinaus (38*^
N. B.) giebt es keine grossen Wälder und überall wenig Bäume
Wenn man diesen Strom von der Küste aus hinaufschifft, erblickt
man eine weite Alluvialebene, ofl^en und wie ein natürlicher Park
von liichengehölzen spärlich bewaldet: diese durchströmt der Fluss
und überschwemmt sie in nassen Jahrszeiten. Neben den immergrünen
und periodisch belaubten Eichen enthalten die Laubwaldungen
auch die kalifornische Laurinee und einzelne Arten von Eschen und
Rosskastanien, das Stromufer begleiten die Weidenbäume und eine
endemische Platane (P. racemosa). Hier haben die hohen Tannenwälder
der Oregonküste sich in die höheren Regionen am Westabhang
der Sierra Nevada zurückgezogen, lassen aber in den Lücken
und Einschnitten des Gebirgs der Vegetation der Prairieen häufig
freien Spielraum, von Osten her herüber zu treten.
Wenn die Physiognomie der natürlichen Parklandschaft Kaliforniens
mit ihrem Wechsel von Waldung und offener Fläche den
Baumwuchs in höherem Grade, als in der Mediterranflora zurücktreten
lässt, so erscheinen die übrigen Formationen dem Charakter
derselben um so ähnlicher und im Süden des langgestreckten Landstreifens
wird diese Aehnlichkeit noch grösser. Hier sind die immergrünen
Gesträuche mit den Maquis zu vergleichen, die trockenen
Hügel bedecken sich im Frühling mit blüthenreichen Matten, und die
einjährigen Gräser nehmen einen grossen Raum ein.
Anschauliche Schilderungen des Einzelnen hat über die Umgegend
von S. Diego Parry^^) mitgetheilt. Er unterscheidet eine
Küstenregion, wo die Maquis vorherrschen, Gebüsche von niedrigemj
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