
300 XIII. Prairieengebiet.
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eigentlnimlicli organisirte Leguminose reMlostenion). Unter den
artenreiclisten Gattungen ist die Mehrzahl dem asiatisch - europäischen
Kontinent fremdartig (z. B. Dalea, Lupinus, Oenothera, Erio-
(jomim, Fentstcmon, Gilia, Fhacelia). Von manchen derselben liegen
die Verbreitungscentren in den Prairieen selbst: in anderen Fällen
ist die Nähe dos tropischen Amerikas von Einfluss (z. B. bei den
Mimoseen, den Acanthaceen, bei Bacchuris, Crotun und den stipulirten
Euphorbien). Bei einzelnen Gattungen finden wir indessen
gleichsam ausnahmsweise anch Analogieen mit ähnlichen Klimaten
in der gemässigten Zone Südamerikas (bei der Leguminose Cercidmm,
der Zygophyllee Larrexi, der Rafflesiacee PilostyUs, Gattungen,
die in beiden, weit von einander entfernten Gegenden durch einzelne
Arten vertreten sind), in zwei Fällen sogar mit Südafrika (bei Talinopsis,
die mit der Portulacee Anacam/pseros nahe verwandt ist, und
bei der Byttneriacee Ilermannia tcxana).
Im Verhältniss zum Umfange der Prairieen ist die Anzahl der
endemischen Gattungen noch grösser, als in den Steppen: doch ist
von einigen ungewiss, ob sie nicht auch in Kalifornien vorkommen,
nnd andere mögen in Mexiko noch aufgefunden werden. Sodann
besteht etwa der dritte Theil dieser Gattungen aus Synanthereen,
deren Systematik den Gattungsbegriff enger zu fassen pflegt, als in
anderen Familien. Ich habe ein Verzeichniss zusammengestellt,
welches unter 64 endemischen Gattungen 53 monotypische enthält
und worin etwa 20 Familien vertreten sind. Unter den Monotypenä«)
ist die Reihe der Sträucher am bemerkenswerthesten (14 Gattungen,
darunter 3 Rosaceen, ebenso viele Celastrineen, je zwei Saxifrageen
und Rutaceen, einzelne Leguminosen, Portulaceen, Synanthereen
und Labiaten). Ausserdem sind sogar zwei monotypische Bäume
von niedrigem Wuchs aus den südlichen Prairieen bekannt geworden
(eine der Rosskastanie verwandte Sapindacee und eine Leguminose
aus der Gruppe der Galegeen). Neben den vielen Synanthereen sind
unter den monotypischen Stauden namentlich Cruciferen, Capparirideen,
Rutaceen, Loaseen, Nyctagineen und Liliaceen enthalten. An
die endemischen Gattungen mit einer Mehrzahl von Arten reihen sich
endlich einige, die in ihrer Verbreitung auch Kalifornien erreichen 3'?).
XIV.
Kalifornisches Küstengebiet.
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Klima, Die Flora des oberkalifornisclien Küstenlandes liefert
keine so eigentliiiraliche Vegetationsformen ^ dass sie dadurch von
der Physiognomie der Nachbarländer gerade bedeutend abwiche.
Allein wegen einer ganz besonderen klimatischen Stellung und der
dadurch bedingten Absonderung endemischer Pflanzen verdient dieses
Litoral am stillen Meere von der Mündung des Oregon (46^ N. B.)
bis zum Ursprung der kalifornischen Halbinsel (33^) als ein selbstständiges
Vegetationsgebiet betrachtet zu werden. Durch die Milde
und kurze Dauer des Winters bevorzugt^ durch den regenlosen
Sommer vom Waldgebiete jenseits des Oregon und durch das der
Entwickelung von Baumformen entsprechende Zeitmass der Vegetationsperiode
von den Prairieen geschieden, gleicht Kalifornien dem
Mittelmeergebiete Europas^ dem dieses pacifische Italien wegen seiner
einförmigen^ durch die nahe Sierra Nevada abgeschlossenen Küstengestalt
an Räumlichkeit so weit nachsteht.
Die gleichmässige Wärme aller Jahrszeiten ist indessen in Kalifornien
soviel entschiedener ausgebildet i) ^ als in Südeuropa^ dass
die ganze nördliche Hemisphäre mit Ausnahme tropischer Gebirgsklimate
nichts Aehnliches aufzuweisen hat. Die Ursache liegt in
dem kalten Meeresstrom, welcher die Küste bespült und im Sommer
verstärkt 2) die. Wärme dieser Jahrszeit vermindert. Gegen die
Winterkälte der Prairieen gewährt zugleich die Sierra Nevada einen
Schutz: das reinste Seeklima beherrscht daher dieses Küstenland.
Die ersten Nachrichten über die flache Temperaturkurve an der
Francisko-Bai (38'^ N. B.) verdankt man den meteorologischen
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