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544 XXIV. Oceanische Inseln.
bäume aus einer endemischen Gattung von Cielioraceen {ßea), die
als solche mit keiner andern oceanischen Insel in Beziehung stehen
und hier in einer Reihe verschiedener Arten (5 — 7) auftreten. Die
Palme von Juan Fernandez hingegen gehört zu einer Gattung der
äquatorialen Anden, die hier im Bereich der gemässigten Zone durch
eine besondere und in einem weit tiefern Niveau wachsende Art vertreten
ist [Ceroxylon australe). Auch unter den endemischen Sträuchern
sind drei endemische Gattungen enthalten, die dem Typus der
südamerikanischen Floren als entsprechend betrachtet werden können
: zwei von holzigen Synanthereen [Balhisia mit 1 und BMnsonia
mit 4 Arten, beide mit Senecio verwandt) und eine von Labiaten
{Cuminia mit 3 Arten, die neben Sphacele gestellt wird). Somit besitzt
Juan Fernandez nicht weniger als 4 eigenthümliche Gattungen,
welche etwa 15 verschiedene Arten von Holzgewächsen umfassen. Das
Santelholz, welches hier ehemals vorkam, soll verschwunden sein.
17. Falklands-Inseln. In einem nicht viel geringerem Abstände
von der südamerikanischen Küste, aber in einer viel höheren
Breite (52 «S. B.) liegt Patagonien gegenüber der bedeutende Archipel
der Falklands-Inseln (220 g. Quadratmeilen), dessen Flora
so einförmig und mit der des Kontinents an der Magellanstrasse so
übereinstimmend ist, dass, um hier ein selbständiges Gebiet von Vegetationscentren
zu erkennen, wenig Anhaltspunkte zu Gebote stehn.
Den Anlass, es in diesem Sinne aufzufassen, geben mehr die herrschenden
Vegetationsformen, als die endemischen Gewächse, denen
kein eigenthümlicher Typus zukommt, sondern die sämmtlich zu
denen des Festlands in nächster systematischen Beziehung stehen.
Endemische Gattungen sind überhaupt nicht gefunden worden. Aber
die völlige Baumlosigkeit, wodurch sich die Falklands von dem antarktischen
Gebiete des Festlands unterscheiden, ist hier nicht, wie
in den Pampas, eine Folge unzureichender Bewässerung, sondern
der heftigen Winde, welche die ebene oder zu Hügeln (bis 1800 Fuss)
gewölbte Oberfläche der Inseln treffen. Das gleichmäsige Klima ist
rauh, wenn auch etwas milder, als an der Magellanstrasse, die
Jahreswärme ziemlich dieselbe, wie in Irland, aber der Sommer um
mehrere Grade kühler §2). Die feuchten Westwinde hüllen den
Himmel in Nebel, und häufig entladen sich heftige Hegen- und Hagelschauer.
Falklands-Inseln. — Tristan da Cunha. 545
Zu einem Weideland von der Natur bestimmt, wo freilich vor
der Einführung der Heerden nur die Pinguine und andere Seevögel
in unzähligen Schaaren hausten, sind die Falklands von hohem Grasrasen
dicht bekleidet, der über mächtigen Torflagern sich ausbreitet.
Das Tussockgras [Dactylis caesßitosa) bildet hohe, ausgebreitete
Garben von gedrängtem, schilfähnlichem Wuchs und verleihf nebst
andern Gräsern [Festuca], sowie einem ebenfalls zum Futter dienenden
Rohr [Arundo pihsa) den Inseln ihren landschaftlichen Charakter.
Unter den Stauden zeigen einige gesellige Doldenpflanzen [Azorella]
eine zu hochgewölbten Polstern zusammengedrängte Verzweigung,
und die wenigen Holzgewächse (7) bilden nur ein niedriges Gestrüpp,
welches am Boden zu haften scheint. Durch ein solches Wachsthum
und durch weithin ausgestreckte Wurzeln widerstehen alle diese Gewächse
mit Leichtigkeit den stürmischen Bewegungen der Atmosphäre.
Gegen die übermässige Feuchtigkeit des Bodens, welche
ihr trockenes Gewebe träge aufsaugt, scheinen sich viele derselben
durch harzige Ausscheidungen oder den Firniss der Oberhaut zu
schützen §3).
Wiederholte Untersuchungen der Flora haben nur einen Ertrag
von kaum 15 0 Gefässpflanzen ergeben §4) ^ von denen indessen doch
fast 20 Procent endemisch oder wenigstens bis jetzt auf dem
Festlande nicht bemerkt sind. Da aber das Klima abweicht, die Anordnung
der Pflanzen verschieden und auch, unter den Sträuchern
wenigstens eine Art [Senecio falklandicus), unter den Gräsern mehrere
eigenthümlich sind, so darf mau wohl annehmen, dass der Archipel
seine Vegetation nicht durchaus von dort empfangen ^ sondern
eine Wanderung auch in entgegengesetzer Richtung stattgefunden
hat.
18. Tr istan da Cunha.. Zwischem dem Kap Horn und dem
Kap der guten Hoffnung, dem letztern um mehr als das Doppelte
näher liegend, erhebt sich die vulkanische Insel Tristan da Cunha
(37 0 ß^) einem erloschenen Krater von 7800 Fuss HöheS5)^
sie hat einen ebenso geringen Umfang, wie S. Helena (2 g. Quadratmeilen)
. Die in diesen Breiten herrschenden westlichen Winde hüllen
den Berg, der fast ohne Vorland steil aus dem atlantischen Meere
emporsteigt, fast beständig in Wolken : es'regnet stark und zu allen
Zeiten, nur im Sommer (Januar bis März) ist auf heitere Tage und
O r i s e b a c l i , Vegetation der Erde. II. 35
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