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430 XX. Flora der tropischen Anden Südamerikas.
veau von etwa 2000 Fnss, bis wohin die Gariias reichen, scharf angeschnitten
.
Wie in den Wüsten Afrikas, ist auch hier zwar der Baumwuchs
nicht völlig ausgeschlossen, aber auf zerstreutes Vorkommen und
unbedeutende Stammhöhe eingeschränkt. Die Anzahl einheimischer
Bäume ist gering, an der Küste finden sie sich fast nur an den Flussufern,
am Westabhang der peruanischen Kordillere (4000 bis
11500 Fuss) werden nur drei oder vier Arten erwähnt Selbst
in den dürrsten Gegenden der Wüste Atacama erblickt man zuweilen
einen einsamen Mimoseenbaum [Prosojns siliquastrum^^)], den die
Ader eines unterirdischen Quellenlaufs befeuchten mag. Die meisten
Bäume dieser Gegenden sind immergrün, sie gehören zu den Formen
der Oliven {Buddleja), der Tamarinde und der Mimoseen, und durch
sie unterscheidet sich die Physiognomie der Landschaft ebenso sehr
von den Steppen dar gemässigten Zone, wie durch ihr dürftiges
Wachsthum von den SavanenWaldungen der Tropen. Nirgends ist
die Höhe der Bäume mit der in den östlichen Andenthälern zu vergleichen,
und so gehen sie unmerklich in die allgemeiner verbreiteten
Strauchformen über. Der Begriff einer scharf bestimmten Baumgrenze
geht daher hier, wie in vielen andern tropischen Gebirgen,
verloren: er ist in der nördlichen Hemisphäre vorzugsweise an die
Nadelhölzer geknüpft, die hochwüchsig bleiben bis zu den Höhen,
wo der Winterschnee sie niederhält, wogegen hier die Ausbildung
der Holzgewächse von dem Mass der Feuchtigkeit des Bodens und
des Dampfs in der Atmosphäre bedingt wird. Humboldt bemerkt
dass in Quito Stämme von 45 bis 60 Fuss Höhe oberhalb des Niveaus
von 8300 Fuss nur selten gefunden werden und dass die Sträucher
um so häufiger auftreten, je mehr die Bäume an Grösse abnehmen
: die eigentliche Waldgrenze liegt daher hier viel tiefer, als
die der mexikanischen Nadelholzbestände, während die aequatorialen
Zwergbäume [Polylepis) doch beinahe 1000 Fuss höher als dort^) in
das Gebirge hinaufsteigen.
Die Strauchformen, die gegen die untere Grenze der alpinen
Region hin durch geselliges Vorkommen an Bedeutung gewinnen,
sind in den tiefer gelegenen Küstenlandschaften ebenfalls nur spärlich
vertreten, eine nackte Oberfläche ist hier der gewöhnliche Charakter
der weithin gestreckten Abhänge und Schutthalden. In der
Baumwuchs. — Strauchformen. — Siicculenten. 431
häufigen Dornbildung der Sträucher kann man die klimatische Analogie
zwischen Peru und Chile erkennen (z. B. bei der Rhamneengattung
Colletia, bei welcher die Belaubung oft ganz unterdrückt
ist, bei Berberis) : in dem Blüthenbau der holzigen Synanthereen
äussert sich die geographische Verwandtschaft der Vegetationscentren,
namentlich in den Mutisiaceen (z.B. Chuquiraga) und andern
Gattungen [Baccharis)^ die auch in den Nachbarländern gewöhnlich
sind. In der Gruppe der Synanthereensträucher mit Lippenblüthen
(den Mutisiaceen) kommen ebenfalls stechende Blätter und Dornen
häufig vor, lange Zeit erhalten sich ihre saftarmen Blüthenköpfe, wie
bei der Immortellenform. Auf eine dieser Formen [Barnadesia) begründete
Humboldt i^) eine eigene Region oberhalb der Grenze des
Hochwalds in Ecuador (8300 Fuss), der nach aufwärts subalpine
Sträucher aus verwandten Gattungen folgen [Chuquiraga, Mutisia),
die in diesen Höhen den ganzen Zug der westlichen Anden begleiten.
Die dornenlosen Sträucher gehören grösstentheils zu der Myrtenform,
indem in einer Mehrzahl von Familien die immergrünen Blätter von
geringer Grösse sich wiederholen: vorherrschend Synanthereen, sodann
Myrtaceen, und einzelne Gattungen von Onagrarien [Fuchsia)-^
Polemoniaceen [Cantua] und Scrophularineen [Buddleja). Klimatisch
geschieden dagegen aus dieser Reihe der Myrtenformen sind die zahlreichen
subalpinen Ericeen [Gaultheria, Befaría, Vaccinium), die in
Peru erst in der östlichen Sierra auftreten und daher des Regenwindes
zu ihrem Gedeihen zu bedürfen scheijien. Auf den feuchteren
Paramos von Ecuador und Neu-Granada sind sie mit den der Oleanderforrñ
sich anreihenden Winteren [Drimgs) und den ähnlichen
EsCallonien verbunden, nach denen Humboldt diese Region benannt
hat.
Die succulenten Formen, die Cacteen, sind, wie in allen dürren
Klimaten Afrikas, auch auf der westlichen, sowie bis zum Kamm
der östlichen Kordillere durch alle Regionen vertreten und in den
mittleren Berghöhen der pacifischen Abdachung anscheinend am häufigsten.
So bilden sie das bedeutendste Verbindungsglied zwischen
den mexikanischen und peruanischen Anden und neben den grossen,
aufrechten Cereen (C. peruvianus) fehlen als zweite Form der Succulenten
auch die Agaven nicht. Wenn im Sommer die Gebirgsabhänge
und die Küstenkndschaften Perus einer pflanzenlosen Wüste
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