
312 XIV. Kalitbrnisclics Küstengebiet. Mono typ en. 313
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atlantischen Staaten^ gelit daraus hervor, dass wir von den charakteristischen
Familien der Iieissen Zone hier so wenige vertreten finden
, Acanthaceen, Nyctagineen und ausser der oben erwähnten
Laurinee keine weitere Baumform.
In einigen, wenn auch nur vereinzelten Fällen tritt Kalifornien
mit der Westküste Chiles in Verbindung, also ungeachtet der weiten
und durch zwischenliegende Standorte nicht vermittelten Entfernung
mit einem analogen Klima der südlichen Hemisphäre. Die Identität
mehrerer kalifornischer und chilenischer Pflanzen ist nachgewiesen
'ausserdem besteht, namentlich bei den^Polemoniaceen, eine
nahe Verwandtschaft zwischen den Arten beider^Länder. Im ersteren
Falle fordert die Einheit der Vegetationscentren die Annahme
stattgefundener Wanderungen / aus dem letzteren kann man auf
Aehnlichkeit der Lebensbedingungen oder, wenn man dies vorzieht,
auf eingetretene Variationen von Stammarten schliessen. Aus dem
Handelsverkehr mit Saatkorn dürfte die Uebertragung nicht genügend
zu erklären sein (z. B. schwerlich bei der Rosacee Acaena pinnatifida),
wolil aber durch die transoceanischen Bewegungen von Zugvögeln.
Es ist zwar ein ungemein seltener Fall, dass dieselben den
Aequator überschreiten, da der Zweck ihrer Wanderungen ja eben
darin besteht, je nach der Jahrszeit wärmere Länder oder die Nahrungsstoffe
verschiedener Breiten aufzusuchen. Aber gerade längs
der Westküste Amerikas kommen Vogelzüge von einer gemässigten
Zone in die andere vor, die den Sommer beider Halbkugeln aufsuchen
und wodurch sogar die noch viel selteneren Fälle der Identität
arktischer und antarktischer P^flanzen sich erklären lassen.
Ueber den systematischen Charakter der kalifornischen Flora
lässt sich noch nicht genügend urtheilen, da es bis jetzt an einer
übersichtlichen Zusammenstellung derselben und an ausreichenden
Sammlungen fehlt. Schon aus den monotypischen Gattungen lässt
sich indessen auf die Bedeutung der dortigen Vegetationscentren
schliessen, und wenn wir ihren Reichthum etwa dem der Mediterranflora
gleichstellen, würden wir gegen 1000 endemische Arten erwarten
können
Ein von mir zusammengestelltes Verzeichniss von 50 endemischen
Gattungen Kaliforniens i^) besteht grösstentheils ausMonotypen
(4 2). Diese Ziffern werden indessen wahrscheinlich etwas kleiner
ausfallen, wenn die Verbindungen mit den Prairicen genauer ermittelt
sind: schon jetzt kennt man eine Reihe von Gattungen, deren
Verbreitung auf Kalifornien und dessen beide Nachbarländer beschränkt
ist^-'). Wie in den Prairieen, ist auch hier unter den endemischen
Gattungen die Anzahl von Sträuchern beträchtlicli (11 Gattungen)
, denen sich dann noch von Bäumen die Coniferengattung
Sequoia anreiht. Die Mouotypen vertheilen sich unter 23 Familien,
unter denen auch hier die Synanthereen die meisten (9) enthalten.
Dann folgen die Polygoneen (4), die Papaveraceen, Rosaceen, Onagrarien
und Liliaceen (je 3) : bei allen übrigen kommen auf jede
Familie nur einzelne Gattungen.
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