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516 XXIV, Occanisclie Inseln.
Synanthereen (53), Crassulaeeen (28), Leguminosen (25), Labiaten
(24) und Boragineen (13), sodann in den Caryophylleen, Convolvulaceen
und Plumbagineen (je 9% in den ümbelliferen und Scroplmlarineen
(je 8). Unter einander verglichen, zeigen die Inseln erliebliche
Verschiedenheiten, und gegen das Centrum des Archipels nimmt die
Zahl der endemischen Arten erheblich zu, aber die dürftige Vegetation
der Salvages, niedriger Felseilande, die in grösserer Entfernung
im Kurse nach Madeira liegen, nimmt an der kanarischen
Flora nocli einen grössern Antheil^). Obgleich nun eine Menge von
lokalen Pflanzen nur auf einer Insel gefunden wird, so ist das Verhältniss
der Arten zu den Gattungen doch nur klein (für die Gesammtflora
nach'Berthelot24) etwa 1,5 : l). Die klimatische Ungleichheit
der Inseln ist zu bedeutend; es wird jene Mehrzahl von Standorten
ähnlicher Beschaffenheit vermisst, aus welcher eben die Gattungen
mif zahlreichen Arten hervorgehen. Auf den dürren vulkanischen
Gerollen und Felsen ist dies noch am meisten der Fall, und hier kommen
in der That auch einige grössere Gattungen vor (z. B. Aichrysoriy
Side^Htis, sowie am Seestrande Siatice).
4. Kap-Y erden. Von dem grünen Vorgebirge Senegambiens
gegen 80 g. Meilen entfernt, liegt der Archipel der Kap-Verden in
der nördlichen Tropenzone (15 ^—17 o N. B.). Ihr Flächeninhalt
(78 g. Quadratmeilen) ist grösser, als der der Azoren, der geologische
Bau ähnlich, der thätige Vulkan von Fuego erhebt sich mehr
als 8000 Fuss über das Meer. Aber diese Inseln unterscheiden sich
von den atlantischen Archipeln durch ein tropisches Passatklima, sie
haben eine Solstitialregenzeit (August bis Ende Oktober) und gleichen
auch darin Sudan, dass sie ungesund sind, wahrscheinlich wegen
bedeutender Schwankungen ihrer täglichen Temperaturkurve ^S).
Es ist merkwürdig, dass der Passatwind, der mit Ausnahme der
Regenzeit beständig und oft mit grosser Heftigkeit weht, an so gebirgigen
Inseln keine Elevationsniederschläge erzeugt, wie am Pik
von Teneriffa. Der geringere Umfang mag die erste Ursache sein,
aber die Waldlosigkeit wird erheblich mitwirken: durch die Sonnengluth
werden die von Erdkrume entblössten Felsefii und Gerölle zu
stark erhitzt, als dass der Wasser dampf sich verdichten könnte.
Zuweilen bleibt auch die Regenzeit ganz aus dann wird das Leben
der Pflanzen gefährdet, wie in den Wüsten Afrikas^ und die Be-
Kap-Verden. Klima. — Vegetation. 517
schaffenheit des Bodens ist so gleichartig; und so wenig fruchtbar,
dass nur eine ärmliche Flora hier bestehen kann.
In der Breite der Antillen und im Passatklima Sudans wird
demnach auf den Kap-Verden die Ueppigkeit einer tropischen Vegetation
durchaus vermisst. Wenn auch vereinzelt angepflanzte Cocosund
Dattelpalmen, sowie Kaifeeplantagen und Fruchtbäume zu erblicken
und überhaupt die Kulturgewächse die der heissen Zone sind,
so können sie doch nur in einem sehr geringen Umfange gebaut werdeu:
vier Fünftel der Oberfläche sollen unbenutzt sein 25). Ein
dürftiges Gestrüpp bekleidet die Thalgründe, deren Bäche bald nach
der Regenzeit wieder versiegen. An den Bergabhängen kommt auf
den Steinfeldern und aus den Felsspalten eine geringe Vegetation
spärlich zum Vorschein 26) ^ bis im März der Boden wieder vollständig
ausgetrocknet ist und kein grünes Blatt übrig bleibt. Einheimische
Bäume scheinen fast ganz zu fehlen 27)^ kleine Gehölze von zwerghaften
Acacien und Tamarisken kommen wohl vor und tropische
Holzgewächse (3 Rubiaceen) sind im Innern von Sant' Jago nachgew
i e s e n 28), aber gerade Fuego, die höchste Berginsel, ist so sehr von
vulkanischen Eruptivstoifen und Laven überschüttet, dass nur unbedeutende
Pflänzchen dem kahlen Felsboden entspriessen sollen 25).
Nach den vorherrschenden Formationen der Sträucher hat
Schmidt25) auf Sant'Antonio mehrere Regionen unterschieden, von
denen die untere als die tropische bezeichnet werden kann, weil sie
allein von Gewächsen bewohnt wird, die aus Sudan eingewandert
oder von daher durch den Anbau verbreitet sind.
Tropische Region. 0 '— 1500
Gemässigte Eegion. 1500'—4500 '.
. Synanthereensträucher — 2500' (3000').
Labiatensträucher. 2500' (3000') bis 4500'.
Von den eigenthümlichen Pflanzen aus tropischen Familien und Gattungen
bleibt es noch zweifelhaft, ob sie nicht' sämmtlich oder zum
Theil auch auf dem Festlande Afrikas vorkommen. Aber die merkwürdigste
Erscheinung besteht darin, dass die meisten der mit Sicherheit
als endemisch erkannten Gewächse nach ihrer systematischen
Stellung mit der atlantischen und namentlich der kanarischen Flora
in nächster Beziehung stehen, obgleich weder das Klima noch die
geographische Lage eine solche Verbindung erwarten lässt und die