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ihren Sclimiick gewähren. An anderen Orten blieben grosse Räume
in den Wäldern frei, dürr oder mit hohem Grase bedeckt, oder mit
einzeln stehenden Bäumen und Baumgrnppen parkähnlich geziert.
Diese Schilderung giebt eine anschauliche Vorstellung von dem
Uebergang der afrikanischen Wälder in die Savanenbildung. Einen
ähnlichen Eindruck von dem Charakter der südlich vom Aequator
gelegenen Landschaften längs der Ostküste und bis tief in das Innere
des Tafellandes erhält man, wenn man die einzelnen Angaben Grant's
und Livingstone's vergleicht, von dem Weichsel des höhen Grasrasens
mit schattigen Waldbäumen, den nackten Stämmen ohne Unterholz^),
den dicht verwachsenen Baumgruppen mit tief-grünem Laub
an den Flüssen und den offenen Beständen an den Gehängen der
Höhenzüge.
Als aber Livingstone in der Mitte des Kontinents den oberen
Zambesi nach Norden hinaufwanderte, erreichte er in diesem geschützten
Thal die äquatorialen Wälder schon unter dem 13. Parallelkreise
südlicher Breite, an den Grenzen von Londa. Hier
wurde der Wald, so schreibt er, immer dichter, je weiter wir nordwärts
kamen, wir reisten viel mehr im tiefen Waldesdunkel, als im
hellen Sonnenlicht, ausser dem engen Pfade, den die Axt gehauen,
war weder rechts noch links durchzudringen, grosse Schlingpflanzen
umschlossen die Stämme und Zweige von ßiesenbäumen. Dies ist
zugleich ein deutliches Bild von den Wäldern der westlichen Küstenterrasse
von Angola, die Welwitsch so klar von den lichten Waldungen
und Savanen des höher gelegenen Tafellandes unterschieden
hat. D^e dicht verwachsenen Hochwälder bedecken nach ihm die
westliche Abdachung zwischen den Höhengrenzen von 1000 bis
2500 Fuss, während das Tafelland hier in einem mittleren Niveau
von 3300 Fuss liegt. Nicht bloss die Dichtigkeit des Wachsthums
und die Verknüpfung verschiedenartiger Gewächsformen zeichnen
diese Wälder aus, sondern auch die Mannigfaltigkeit der Bestandtheile.
Welwitsch schätzt die Anzahl von Baumarten, die er in dem
Bezirk von Golungo Alto gesammelt hat, auf 300, die der Lianen
sogar auf 400, und fügt hinzu, dass* der Boden des Waldes ihm
mehr als 60 Farne geliefert habe, und dass auch die atmosphärischen
Orchideen hier ziemlich häufig vollkommen. In den beiden Waldformationen
ist also der höchste Gegensatz ausgesprochen, den Klima
Savanen. 135
und Bewässerung im Bereiche des afrikanischen Baumlebens gestatten,
aber die Gebiete, welche sie bewohnen, sind von so ungleichem
Umfange, dass die allgemeine Physiognomie des Kontinents nur
wenig davon berührt wird. Auch scheint sich der Wald, wo er gelichtet
ward , nicht so rasch, wie in Südamerika, zu erneuern : in
Angola bedecken sich die verlassenen Felder der Neger zunächst mit
Farnkraut und Scitamineen ^
Die afrikanischen Savanen unterscheiden sich nicht bloss durch
die Höhe des Graswuchses, sondern diese hat wiederum einen Einfluss
auf die Pflanzenformen, von denen die Gramineen begleitet
werden. Die Hochgräser wachsen so dicht und nehmen so viel Nahrungsstoff
in Anspruch, dass sie Stauden und Gesträuch nicht aufkommen
lassen. Höchstens wird hier die Einförmigkeit durch einzeln
stehende Bäume unterbrochen. Je niedriger der Rasen bleibt,
desto bunter wird die Vegetation zunächst von Stauden des verschiedensten
Blüthenbaus. Die tropischen Pflanzenfamilien von krautartigem
Wuchs sind auf dem Tafellande des Innern von Angola in
zahlreichen Arten reich vertreten, einige, wie die Verbenaceen und
Acanthaceen zeigen auch hier, wie dies in allen heissen Ländern
so gewöhnlich ist, die Neigung zu verholzen und in Halbsträucher
überzugehen. Was nur in der Organisation sich einem trockenen
Klima leichter anschmiegt, ist auf den Savanen in Fülle vorhanden,
die Dauergewebe der Blüthen in der Immortellenform {Heiichrysum),
das wollige Blatt (z. B. Crozophora)^ das saftreiche Parenchym der
Succulenten und Crassulaceen, die unterirdischen Nahrungsspeicher
der Zwiebeln und Knollen (Liliaceen und Erdorchideen), die Dornen
am Gesträuch. Ob nun aber auch grössere Holzgewächse und Bäume
auftreten, ob sie zu Gruppen und lichten Waldungen verbunden sind
oder nur vereinzelt aus der Grasebene sich erheben, hängt von Bedingungen
ab, die bis jetzt wenig ermittelt sind. Selten scheint der
Baumwuchs in den Savanen ganz zu fehlen. Wo dies der Fall ist,
kann man es zuweilen aus unvollständiger Entwässerung erklären.
Auf dem flachen Tafellande werden bei mangelndem Gefälle oft
grosse Landstrecken durch die tropischen Regengüsse Monate lang
unter Wasser gesetzt und den unzulänglichen Abfluss kann der
Baumwuchs nicht ertragen Die Bäume wachsen überhaupt in
den Savanen nicht so schlank und hoch, Avie in den Wäldern. Ihre
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