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520 XXIV. Oceauisclie Inseln.
sind in den meisten Fällen durch ^einen holzigen Wuchs ausgezeichnet.
5. Ascension. Die mitten im atlantischen Meere in der Nähe
des Aequators gelegenen, nicht vulkanischen S. Paul-Felsen wurden
von Landpflanzen durchaus entblösst gefunden 26) ^ obgleich auf ihnen
doch Spinnen und einige andere Insekten vorkommen. Die kleine
vulkanische Insel Ascension (8^ S. B.) d agegenha t spärlichen
Graswuchs auf ihren unfruchtbaren Laven und Gerollen ; die höchste,
nicht ganz unbeträchtliche Erhebung zeigt einen Schimmer von Grün,
sie heisst der grüne Berg, weil sie von einem Teppich von Farnkräutern
bekleidet wird, der aus neun Arten besteht, von denen
einige (3) endemisch sind. Uebrigens zählt die Flora nur wenige
Arten, zu gering an Bedeutung, als dass man darin eine nähere Beziehung
zu andern Vegetationscentren erkennen könnte. Grössere
Holzgewächse fehlen ganz : zwei Halbsträucher sind indessen endemisch,
eine RuWacee [Hedi/otis Asce^zswms) und eine Euphorbie
origanoides) ; eine Campanulacee [Wahlenhergia linifolia) wächst auch
in S. Helena.
6. S. Helena. Ascension am nächsten, jedoch in weitem
Abstände liegt S. Helena (16 ^ S. B.), ebenfalls vulkanisch, indessen
auch nur mässig (zu 2500 Fuss) gehoben, von wenig grösserem Umfang
(2 g. Q.-M.) und noch entfernter vom afrikanischen Festlande
(über 250 g. Meilen), aber durch ihre endemische Flora, die jetzt
freilich grossentheils von der Erde verschwunden ist, eine der merkwürdigsten
von allen oceanischen Inseln. Bei ihrer Entdeckung zu
Anfang des sechzehnten Jahrhunderts wurde sie von Wald bedeckt
gefunden dessen Nachwuchs in der Folge die eingeführten Ziegen,
die sich sehr vermehrt hatten, nicht aufkommen Hessen. Als dreihundert
Jahre später der Holzmangel fühlbar wurde, entfernte man
diese Heerden und pflanzte Bäume aus allen Erdtheilen. Das
Klima 35) ^ erfrischt durch den stetig wehenden Passat, ist weder zu
heiss noch zu feucht und durch die Erhebung des felsigen Küstenwalls
zu einer mit fruchtbarem Erdreich überdeckten Hochfläche so
abgestuft, dass die Gewächse der verschiedensten Länder hier, wie
in einem Treibhause, ihr Gedeihen finden. Durch die gleichmässige
Temperatur wird die Vegetationsperiode nicht beschränkt; und da
zweimal im Jahre, nach dem Zenithstande der Sonne, und wenn im
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Ascension. — S. Helena. 521
Winter der Passat von den höhern Breiten zurückweicht, die Niederschläge
sich vermehren, so erleidet sie auch durch Dürre keine
Unterbrechung. Als Burchell (1805—10) und Roxburgh (1813—14}
die Flora untersuchten, war die Insel zwar von Wald entblösst, aber
es waren doch noch so viel Reste von den endemischen Holzgewächsen
übrig, dass aus den Dokumenten ihrer Sammlungen sich eine
umfassende Kenntniss des frühern Bestandes schöpfen lässt. Seitdem
aber sind durch die angesiedelten, kräftigeren Organisationen
fremder Länder und besonders durch die europäische Kiefer die
meisten einheimischen Pflanzen so vollständig verdrängt worden,
dass Hooker kaum dreissig Jahre später (1839 und 1843) von
gewissen Bäumen und Sträuchern keine Spur mehr, von andern nur
noch abgestorbene Stämme an unzugänglichen Klippen aufzufinden
. vermochte .
Auf BurchelFs Ausbeute und auf Roxburgh's Angaben gestützt,
schätzt Hooker die damalige Flora auf 45 sicher und 5 zweifelhaft
einheimische Phanerogamen, von denen er 40 für endemisch
erklärt: dazu kommen 26 Farne und darunter 10 der Insel ebenfalls
eigenthümliche Arten Von Roxburgh werden allein 16 Bäume
und 9 Sträucher aufgeführt, die damals fast alle neu waren und sich
als endemisch bewährt haben. Ueberhaupt beschränkt sich die
natürliche Einwanderung auf wenige Arten, die absichtlich herbeigeführte,
die nun den Bestand der heutigen Flora ausmacht, ist um
so grösser, so dass Pritchard (1836) bereits über 400 angesiedelte
Gefässpflanzen aufzählt.
Die meisten endemischen Bäume sind in ihrer der Olivenform
entsprechenden Belaubung einander ähnlich, auch darin, dass sie
grösstentheils weissgefärbte Blüthen tragen : in solchen anscheinend
bedeutungslosen Zügen äussert sich doch eine gewisse Gemeinsamkeit
der Kräfte, die bei ihrer Entstehung thätig waren. Neben diesen
immergrünen Laubhölzern bewohnte ein mehr als 20 Fuss hoher,
endemischer Farnbaum den Gipfel der höchsten Berglandschaft [Dicksonia
arborescem). Am merkwürdigsten sind die Holzgewächse durch
ihren Bau, indem die Mehrzahl derselben mit keiner bestimmten Kontinental
oder andern Inselflora in systematischer Verbindung steht:
es sind darunter wenigstens 5 eigenthümliche Gattungen 4 von
Synanthereen (mit 10 Arten) und eine monotypische Rhamnee.