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70 VI. Indisches Monsiinffebiet.
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Bestehende in seinen Kämpfen zu erhalten bestrebt ist. Die Vegedarf
stets als den Thieren, die si¿ ernährt, in der geologiscL
Lntwickelung vorausgehend betrachtet werden. Während der Zeit
seitdem die Gebirge nnd das feuchte Klima von Neu-Guinea sich
ausbildeten, hat keine Schöpfung neuer Säugethiere stattgefunden
^nr wenige Marsupialien und fast keine andere Mammalien sind auf
dieser grossen Insel aufgefunden «4). Aber in anderen Thierklassen
entstanden bereits der heutigen Vegetation entsprechende Formen
wie die Paradiesvögel, die in Australien unbekannt sind, und die in
^en-Guinea die Baumgipfel des Waldes umschweben, während der
Mittagssonne sich in ihrem Laube verbergen. Auch die Mollusken
sollen nach Jukes^) die Torresstrasse nicht tiberschreiten. Indem
dieser Naturforscher durch seine Untersuchung des Barriere-Riffs
die von Darwin erkannte Senkung Australiens bestätigt fand folgerte
er hieraus, dass Neu-Guinea ehemals mit diesem Kontinent
zusammenhing, und dass erst nach erfolgter Absonderung die Molusken
sich längs der neu entstandenen Ktistenlinien ausbreiteten
i L en gegentiber die austral
ischen Arten. Schon in der Tertiärzeit war der heutige Organisaüonstypus
í^euhollands ausgeprägt, viel späteren Ursprings scheinen
die endemischen Pflanzen und Thiere Neu-Guineas zu sein
In der indischen Flora sind fast alle Pflanzenfamilien der Erde
vertreten, und zwar, wie es unter den Tropen gewöhnlich, in einer
gleichmassigeren Vertheilung, als in den gemässigten Zonen. Oft
sind die Gattungen artenreich, aber nicht in gleichem Masse einzelne
der_ vorhen-schenden Familien, deren Umfang in einem gewissen
Gleichgewichte steht. Im Monsungebiete sind ebenso, wie i^ West-
Familien zahlreicher, als dort, sind die Urticeen, ärmer die Synanhereen
Die Abnahme der Gramineen und die Zunahme der Orchideen
unterscheidet die Tropenländer Asiens und Amerikas von denen
Afrikas. Nur wenige Gruppen sind der indischen Flora eigenthümlich
oder stärker, als anderswo vertreten, und auch diese sind nur
von geringem Umfang. Die Aurantiaceen und die Dipterokarpeen
s heinen fast sämmtlich aus Indien zu stammen, die BalsamiLn
g osstentheils. Zu der Gruppe der Aurantiaceen gehören nur etwa
60 bekannte Arten, von denen einige sich bis China oder zu dei.
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Anordnung der Familien. — Aiistausch mit anderen Floren. 71
Südseeinseln verbreiten: wenige wurden im tropischen Australien
oder in Afrika aufgefunden, ohne in Asien bemerkt zu sein. Von
Dipterokarpeen kennt man bereits über 100 Arten, unter denen nur
eine senegambisch, alle übrigen auf das tropische Asien beschränkt
sind (zwei Gattungen auf Ceylon, eine auf Borneo). Von 140 Balsamineen
wachsen nur 5 in der nördlichen gemässigten Zone, 20 in
Afrika und Madagaskar, alle übrigen im tropischen Asien und fast
nur auf dem Festlande. Die übrigen Familien, deren Verbreitungscentrum
indisch ist, haben ebenfalls einen verhältnissmässig geringen
Umfang: es sind die Cyrtandraceen, Ebenaceen, Jasmineen und
Myristiceen.
Die Reihenfolge der vorherrschenden Familien wird in den
trockenen und feuchten Klimaten höchst ungleich sein, ist aber für
die ersteren noch nicht festzustellen. Miquel hat in seiner Flora des
A r c h i p e l s Jen Reichthum jeder Familie angegeben. Nach seiner
Ueliersicht, die für die feuchtwarme, bewaldete Aequatorialzone als
massgebend betrachtet werden kann, die Farne indessen nicht berücksichtigt,
stelle ich hier diejenigen Familien (nach Procenten
der Gesammtsumme der Phanerogamen) zusammen, welche in
seiner Flora über 200 Arten enthalten : Leguminosen und Orchideen
(fast 7 Procent) ; Rubiaceen (6—7) ; Urticeen (5) ; Gramineen
(fast 5); Acanthaceen, Synanthereen und Cyperaceen (fast 3);
Euphorbiaceen, Laurineen, Palmen, Melastomaceen und Myrtaceen
( 2 - 3 ) .
Die nicht endemischen Bestandtheile der indischen Flora
ordnen sich nach dem geographischen Zusammenhange mit den
Nachbarländern. Die Lage des Himalaja ausserhalb des Wendekreises
begünstigt die Einwanderung der Gewächse aus Nordasien
und Europa. Durch einen allmäligen klimatischen Uebergang
steht das nordwestliche Hindostán mit der Steppen- und Wüstenil
ora in Verbindung, durch die Regelmässigkeit der Jahrszeiten
verknüpft sich Indien mit China. In allen diesen Fällen konnte
ein Austausch der Pflanzen in der einen oder anderen Richtung
erfolgen, ohne dass mechanische Hindernisse ihrer Wanderung entgegen
standen.
Entfernter sind schon die Beziehungen zu dem tropischen
Australien, aber, - da der Küstenabstand gering ist, kann es nicht
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