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XV. ÄlcxikiUlischcs Gebiet.
Taimen und eine zweite Art der nordanierikanisclien Gattung Taxodium
beobaclitet. Die mexikanische Tanne [P. religiosa) bildet am
Pik von Orizaba einen eigenen, abgeschlossenen Waldgürtel [9 bis
I 1000 Puss^^l], über den zwei Arten von Kiefern noch höher ansteigen
[P. Montezimiae \\. Hartioegi), Merkwürdig ist das mexikanische
Taxodium [T, mucronatum) durch die unförmliche Dicke des
Stamms : schon zu den Zeiten der spanischen Eroberung war der
Baum von Tula bei Oaxaca berühmt, den man mit den afrikanischen
Baobab verglichen hat und dessen Umfang nach einer neueren Mess
u n g 29) fünf Fuss über dem Boden 95 Fuss beträgt. An Höhe des
Wachsthums sind die mexikanischen Coniferen den kalifornischen
weit untergeordnet, und auch der Riesenbaum von Tula hat seine
Krone nur wenig über 100 Fuss hoch ausgebildet.
Die Sträucher Mexikos wechseln, wie die BäumC; mit den Regionen,
aber noch mehr, als in ihrer Form und in ihrem Vorkommen,
nach den Familien, denen sie angehören. In ihrer Belaubung
schliessen sie sich grösstentheils an die Formen des Oleanders und
der Myrte. In den wärmeren Regionen finden wir im ünterholze
der Wälder die Melastomaceen, die an den gebogenen Seitenrippen
ihrer Blätter kenntlich sind [bis 7000 Fuss®)]; Myrtaceen wachsen
am Fusse des Piks von Orizaba [bis 4800 Fuss^)]; Gesneriaceen
sind in den Barrancas häufig und holzige Synanthereen begleiten
den immergrünen Eichenwald. Selbständige Gesträuchformationen
sodann treten im Hochlande auf: hier begegnen uns wieder die Mimoseengebüsche
und andere Dornsträucher der südlichen Prairieen
{Fouqiiteria) ; mit den nordamerikanischen Gebirgen ist der höher
g-elegene Theil Mexikos durch seine Ericeen {ArbuMs, Vaccinüm),
mit den Anden Südamerikas durch einige besondere Gattungen verknüpft
[FticJma, Buddleja). In der Nähe der Baumgrenze endlich
sondert sich ein Gürtel von geselligen Synanthereensträuchern [Stevia],
welche in der Kleinheit ihrer gedrängten Blätter den Eriken oder
auch der Myrtenform ähnlich sind.
Auch durch die Stauden der gemässigten und alpinen Region
erscheint Mexiko seiner geographischen Lage gemäss theils mit den
höheren Breiten des nordamerikanischen Westens und sogar mit der
arktischen Zone, theils mit den südlichen Anden verbunden ^
Wenn aber auch mit den südlichen Prairieen ein häufiger Austausch
Sb'äucher. -- Stauden. — Savanengräser. — Lianen und Epiphyten. 329
stattgefunden hat, so ist doch kein Fall bekannt, dass ein Gewächs
des nordischen Tieflands in den Gebirgen Mexikos wiederkehre, ohne
zugleich auf den die gemässigte und tropische Zone verbindenden
Hochebenen einheimisch zu sein. Am deutlichsten zeigt sich diese
Sonderung der Arten in denjenigen Gattungen^ die den tropischen
Gebirgen Mexikos mit der arktischen Zone gemeinsam sind. Es
scheint, dass jene atmosphärischen Wanderungen zwischen den Gebirgen
und Ebenen, die diesseits des Wendekreises so gewöhnlich
sind, sich nicht leicht über die Tropen ausdehnen können, wo durch
die flache Temperaturkurve ein so grosser Gegensatz in der Dauer
der Vegetationsperiode herbeigeführt wird.
Die Savanen Mexikos zeigen, mit denen Südamerikas verglichen,
weniger Uebereinstimmung in der Vegetation der Gräser,
als darin, dass auch hier die Paniceen [Paspahim] die vorherrschenden
Bestandtheile liefern. Der weniger üppige Graswuchs ist dadurch
bedingt, dass die Gräser hier, wie auf den Bergwiesen des
Nordens^ die geneigten Gebirgsflächen aufsuchen und daher nicht so
sehr von den tropischen Regengüssen abhängig sind, wäe in den
ebenen Savanen Südamerikas.
Grösser ist die Verwandtschaft der Schattengewächse des Urwalds
in allen Floren des tropischen Amerikas. Ueberall erscheint
die Mannigfaltigkeit der Lianen und Epiphyten als ein Massstab der
tieferen Gegensätze der Beleuchtung und des Dunkels, sowie der
zunehmenden Feuchtigkeit. Die Lianen und gewisse unter den Epiphyten
vorherrschende Familien, wie die Piperaceen, Aroideen und
Farne, begünstigt auch die höhere Temperatur des Tieflands. Die
Orchideen, die in Mexiko, wie auf dem Khasiagebirge Indiens, eine
der artenreichsten Fami l ienbi lden, scheinen in den kühleren Klimaten
der tropischen Region noch zuzunehmen, wo eine Fülle von
atmosphärischen Formen, eine Blumenpracht von Epidendreen und
Vandeen neben den kleineren und zierlichen Malaxideen in den
Eichenwäldern unerschöpflich sich darbietet. Unter den Lianen
Mexikos sind wegen ihrer merkantilischen Bedeutung die Smilacee,
welche die Sassaparilla liefert [Smilax ofßcincdis), und die Vanille
[Vanilla aromatica] hervorzuheben: die letztere ist die einzige Gattung
von Schlingpflanzen unter den Orchideen, die in den feuchtwarmen
Urwäldern, namentlich in Oaxaca einheimisch ist.
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