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daselbst aufgefunden war. Diese Tliatsaclie wurde von R. Brown
für um so merkwürdiger gehalten, als Laurineen auf Madeira, Teneriffa
und Madagaskar einheimisch sind. Indessen wurde die Familie
doch s p ä t e r v o n Mann an der Westküste nachgewiesen. Sodann
kommt es j a bei einer klimatischen Betrachtung nicht auf die Organisation
der Blüthen, sondern auf die Bildung des Laubes an, und
dies war schon Humboldt's Ansicht, als er seine Lorbeerform nicht
iiuf die Laurineen einschränkte ^^^^id die Guttiferen als eine Familie
bezeichnete, deren Physiognomie ihnen ähnlich sei. Solche Vertreter
des Lorbeerblatts, die zu den allgemeinsten Bestandtheilen der Wälder
in allen wärmeren Gegenden der Erde gehören, fehlen auch dem
tropischen Afrika nicht ganz, sie bilden oft die immergrünen Bestandtheile
des Waldes und werden in den feuchteren Aequatorialgegenden
der Westküste häufiger. Hier finden sich Guttiferen, Dipterokarpeen
und Sapoteen. Von den Rubiaceen schliesst sich dieser Form der
Kaffeebaum an, der im östlichen Afrika von Abessinien bis zum
Rovuma23) (10^ S. B.) wild Avächst und nach dem älteren VogeP^j
-auch an der Westküste einheimisch sein soll.
Die dikotyledonischen Bäume, welche auf unverzweigtem Stamm
eine einzige, dem Gipfel desselben entsprossende Rosette von grossen
Blättern tragen und also den Wuchs der Palmen mit der Organisation
der Laubhölzer verbinden, bezeichne ich nach einer amerikanischen
Myrsineengattung als Clavijaform. Dazu gehört der in allen
Tropenländern angebaute Papaw-Baum [Carica Papaya)^ der aus
Amerika abstammt. Von diesem seltenen Typus unterscheidet sich
durch schmale, schilfähnliche Blätter der in den höchsten Gebirgen
Abessiniens und Schoas einheimische Gibarra-Baum [Rhynchopetalum
montaniim aus der Gruppe der Lobeliaceen), der auf einem hohl werdenden,
6—15 Fuss hohen Holzstamm eine ähnliche Laubrosette mit
der Aveit hervorragenden Blüthentraube trägt und sich daher physiognomisch
den Liliaceenbäumen anschliesst ^3).
Die australische Casuarina, die längs der Küste von Mozambique
auf sandigem Boden auftritt, ist wie in Lidien als eine fremdartige,
durch Meeresströmungen angesiedelte Baumform, zu betrachten.
Die monokotyledonischen Bäume haben vor den Laub- und
Is adelhölzern A'oraus, dass, da das jährliche Wachsthum des Stamms
Clavijaform. — Monokotylodonische Bäume. 125
in die Dicke wegfällt, sie weniger Blätter bedürfen, um den Kreislauf
der Ernährung zu vollenden. In ihrer Entwickelung ersparen
sie daher (mit Ausnahme der Bambusen) die seitlichen Blattknospen,
welche bei den dikotyledonischen Bäumen zu der belaubten Krone
auswachsen. Ebenso kann man aber auch das Verhältniss der Organe
im umgekehrten Sinne auffassen, dass, weil die gleichzeitig
entwickelten Blätter wenig zahlreich sind und die Last, die der
Stamm zu tragen hat, gering ist, der letztere auch der Verstärkung
durch Verdickung des Holzkörpers nicht bedarf, und dies ist sogar
in noch höherem Grade bei den Bambusen der Fall, wo das Gewicht
der Blätter auf die Knoten, also auf die ganze Länge des um so
schlankeren Stamms sich vertheilt. So wird in allen Fällen die Organisation
des Holzstamms mit einfacheren Mitteln erreicht, als bei
den Dikotyledonen. Aber aus dem Mangel der Seitenknospen enlspringt
die Gefahr, dass die Blätter einmal zerstört sich nicht wiedererzeugen.
Der Vortheil der Eiche ^ wenn sie im Frühjahr das
sprossende Laub durch Nachtfröste einbüsst, dasselbe nach einigen
Wochen aus neuen Trieben zu ersetzen, geht hier verloren. Die
Palme, deren Gipfelknospe man ausschneidet, um als Speise zu dienen,
wird dadurch zu Grunde gerichtet. Die monokotyledonischen Bäume
werden daher durch Schwankungen der Temperatur und Feuchtigkeit,
denen das jugendliche Blatt erliegt, in höherm Grade, als durch
andere klimatische Einwirkungen gefährdet. Sie schmücken am
reichsten die ewig feuchten und warmen Landschaften der Aequatorialzone.
Aber die Palmen sind weder vom tropischen Gebirge,
noch von den Oasen der Wüste ausgeschlossen^ wo das ganze Jahr
hindurch entweder gleichmässige Wärme herrscht oder die Organisation
einen Schutz gegen ihre Variationen gewährt. Das schon ausgebildete
Blatt kann durch festes Gewebe und Stärke der Oberhaut
der kalten oder trockenen Luft leichter Widerstand leisten. Je geringer
die Anzahl der in voller Thätigkeit stehenden Blätter ist,
welche die einzige Gipfelknospe erzeugen kann, desto länger dauert
ihre Thätigkeit, und desto grösser wird ihr Umfang, wodurch zugleich
den Forderungen der Schönheit entsprochen ist, dem Ebenmass zwischen
der weithin ausgebreiteten, ewig grünenden Laubrosette und
dem schlanken, zweiglosen Holzstamm. Das afrikanische Klima mit
seinem täglichen Temperaturwechsel und der Dürre seiner trockenen
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